106 – Cola Light, Stevia und Xylit helfen beim Abnehmen! Wahr oder falsch? (1)

Cola Light hilft beim Abnehmen! Wahr oder falsch?

Lightprodukte, Süßstoffe, Zuckerersatzstoffe!

 

Was ist der Unterschied?
Wir starten mit den Zuckerersatzstoffen!

Nach dem Cholesterin Thema geht es heute auch wieder Richtung Ernährungsmythen. Eine beliebte Frage in meinen Coachings und Workshops: Daniela, was ist eigentlich mit Cola-Light. Und mit all den anderen Lightprodukten? In den Low Carb Kochbüchern wird mit Erythrit und Xylit gekocht und gebacken. Ist das okay? In den nächsten drei Episoden werden wir das Thema Süßungsmittel von allen Seiten beleuchten. 

Zunächst mal: Light bedeutet nur, dass es weniger von etwas im Lebensmittel gibt. Weniger Zucker, Fett oder auch weniger Alkohol. Im Falle von Cola light, weniger Zucker.

 

Was ist der Unterschied zwischen Cola Light und Cola Zero?

 

Und wo wir gerade dabei sind! Cola Light enthält Zitronensäure, die in Cola Zero fehlt. Dafür gibts in Cola Zero den Säureregulator Natriumcitrate. Dieser kleine Unterschied führt dazu, dass beide Getränke unterschiedlich schmecken. Cola Zero schmeckt wie eine normale Cola. Cola Light hat einen ganz eigenen Geschmack.

Es wird in den nächsten Episoden darum gehen, was okay ist und was nicht. Warum du zwischen Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen unterscheiden musst. Und wie dein Körper es findet, wenn du ihn mit Zucker veräppelst, der keiner ist. Warum Menschen zunehmen, obwohl sie ständig 0 Kalorien Dinge essen.

 

Süchtig nach Cola Light?

 

Ich lerne immer wieder Menschen kennen, die süchtig nach Cola Light sind. Und es ist ja auch verführerisch! Die Werbung lockt: Kauf Lightprodukte! Da sind nur ganz wenige Kalorien drin. Manchmal sogar gar keine. Du kannst süßes Zeug essen und trinken und nimmst trotzdem nicht zu. Klingt sehr traumhaft, oder?

Lasst uns mal ansehen, ob sie wirklich die Non-Plus-Ultra-Lösung für Zuckerholiker sind, die abnehmen wollen. Ob es trotz dieser scheinbar positiven Eigenschaften auch Nachteile gibt.

Wenn man sich die Studienlage ansieht, gibt es sehr unterschiedliche Ergebnisse. Auf der einen Seite wird eine gewisse Unbedenklichkeit bescheinigt. Auf der anderen Seite kann die Gesundheit beeinträchtigt werden.

Als Verfechter der Clean Eating Ernährung stehe ich auf frische, natürliche Nahrung. Ich lasse Fertignahrung so oft wie möglich weg. Ich verstehe aber jeden, der sich zunächst eine Krücke sucht, wenn er oder sie vom Zucker und damit von den Pfunden runter will.

 

Light bedeutet nicht leichter werden!

 

Nun landen Menschen, die Lightprodukte essen und trinken trotzdem in meinen Coachings. Die meisten wollen abnehmen. Kriegen das aber nicht hin, weil sie ständig Hunger und im schlimmsten Fall Heißhunger haben. Auf Süßes! Obwohl die Lust auf süß ja mit Light Produkten befriedigt sein sollte.

Ich möchte das Thema genauso wie das Cholesterin Thema in den nächsten Episoden wieder ausführlich behandeln. Um da mal ein bisschen mehr Klarheit reinzubringen.

Wir werden uns den Unterschied zwischen Zuckeraustauschstoffen wie Xylit und Süßstoffen wie Stevia ansehen. Weil es ein gravierender Unterschied ist!

Wir schauen später noch drauf, wie es sein kann, dass du trotzdem nicht abnimmst. Warum du Heißhunger auf süß bekommst, obwohl du den ganzen Tag Zucker in der Lightvariante isst oder trinkst. Warum du ständig das Gefühl hast: Ich muss noch irgendwas essen! Obwohl du satt bist.

Okay! Lass uns zunächst Auseinanderbröseln, was Zuckeraustauschstoffe von Süßstoffen unterscheidet. Ob sie einen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Und welchen!

Zuckeraustauschstoffe: chemische Verwandte des Zuckers! 

 

Zuckeraustauschstoffe werden auch Zuckeralkohole genannt. Sie bestehen aus Alkohol von Ein- und Zweifachzuckern. Chemisch gesehen sind Zuckeraustauschstoffe mit Zuckerarten wie Glukose und Fruktose verwandt, haben aber andere Eigenschaften.

Sie werden also schon aus natürlichen Quellen gewonnen und dann chemisch verändert. Sorbit ist der Alkohol des Traubenzuckers, Xylit stammt aus dem Holzzucker. Im Gegensatz zu Zucker haben Zuckerersatzstoffe weniger Kilokalorien.

Während Haushaltszucker 400 Kalorien pro 100 Gramm enthält, kommen die meisten Zuckeraustauschstoffe auf 240 Kalorien. Die meisten haben eine geringere Süßkraft als Zucker.

Man sagt den Zuckeraustauschstoffen nach, dass sie nahezu Insulin unabhängig verstoffwechselt werden. Du weißt: Zucker lockt Insulin. Insulin hemmt die Fettverbrennung. Das Wörtchen „nahezu“ schauen wir uns spätestens im zweiten Teil noch genauer an. Und auch, ob das auf jeden Menschen passt.

Nachteil der Zuckeraustauschstoffe: In größeren Mengen können sie abführend wirken. Deinem Darm passt dann irgendwas nicht. Ich denke jetzt: Das ist das, was wir spüren. Was passiert vorher in meinem Darm.

 

Zuckeraustauschstoffe von Erythrit bis Xylit! 

 

In der EU sind acht Zuckeraustauschstoffe zugelassen:

Xylit – Birkenzucker

Xylit hat als einziger Zuckeraustauschstoff die gleiche Süßkraft wie Zucker. Es wird in einem aufwendigen Verfahren aus Baumteilen hergestellt. Aus den Pflanzenfasern wird Holzzucker (Xylose) gewonnen, der dann zu Xylit weiterverarbeitet wird. In Finnland dient traditionell Birkenrinde als Rohstoff, darum wird Xylit auch Birkenzucker genannt.

Erythrit – fermentierter Traubenzucker: 

Erythrit hat als einziger Zuckeralkohol keine Kalorien. Es entsteht durch die Fermentation von Traubenzucker (Glucose). In der Natur kommt es in einigen Obstsorten (z. B. Wassermelone, Birne, Weintraube), Pilzen, fermentierten Lebensmitteln (Sojasoße, Reiswein, Bier) und Käse vor.

Sorbit: Wird oft auch als Feuchthaltemittel und Füllstoff verwendet. Hinzu kommen: Mannit, Isomalt. Lactit, Maltit, Polyglycitolsirup.

Wichtig: Seit 2014 muss auf Produkten mit Zuckerersatz nicht mehr vermerkt sein, ob es sich um einen Zuckeraustauschstoff oder einen Süßstoff handelt.

Die Angabe „Süßungsmittel“ reicht aus. In der Zutatenliste müssen aber der Name oder die E-Nummer des verwendeten Stoffs stehen.

Warum könnte es interessant sein, zu wissen, um was für eine Art von Zuckerersatz es sich handelt? Weil Süßstoffe chemisch gesehen etwas ganz anderes sind als Zuckerersatzstoffe. Die Süßstoffe nehmen wir uns in der nächsten Episode vor. Ich kann dir schon mal verraten, dass sie weniger glimpflich davon kommen, als die Zuckerersatzstoffe.

 

Zuckeraustauschstoffe: gesundheitlich unbedenklich?

 

Zuckeraustauschstoffe dürfen dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge in Lebensmitteln unbegrenzt eingesetzt werden. Es gibt vonseiten der EU keinen Grenzwert für ein verträgliches Maximum für die Tageszufuhr.

Wie schon erwähnt, könnte dein Darm sich melden: Zuckeraustauschstoffe können Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen verursachen. Sie sind schwer verdaulich.

Deshalb findest du den Hinweis „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ auf der Verpackung, wenn mehr als zehn Prozent eines Zuckeraustauschstoffes enthalten sind. Die deutsche Apothekerzeitung meint, dass Erythrit und Xylit am verträglichsten sind.

 

Zuckeraustauschstoffe „eher unbedenklich“?

Zuckeraustauschstoffe sind gesundheitlich eher unbedenklich. Wir werden uns noch anschauen, welchen Einfluss Zuckerersatzstoffe auf den Insulinspiegel haben können.

Insulin hemmt die Fettverbrennung. Die Frage ist: Schmeißt das Gehirn die Bauchspeicheldrüse an? Wird Insulin ausgeschüttet? Wird es bei jedem ausgeschüttet? Und passiert das auch bei Süßstoffen? Einem Chemieprodukt, das ja gar keinen Zucker enthält?

Wissenschaftler diskutieren auch die Frage, ob Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe appetitanregend wirken oder die Sättigung mindern. Und genau diesen Effekt werden wir uns spätestens im dritten Teil ansehen. 

 

Xylit und Hunde

Manchen Säugetieren kann Xylit gefährlich werden, darunter dem Haushund. (Auch: Frettchen, Kaninchen, Kühe, Ziegen) Bei Hunden führt Xylit zu einer starken Ausschüttung von Insulin, die dann zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels führt. Es kann zu schweren Leberschäden bis hin zu einem tödlichen Leberversagen kommen. Als tödliche Dosis gilt für einen Hund etwa 3-4 Gramm Xylit pro Kilogramm Körpergewicht.

Hundebesitzer, die xylithaltige Nahrungsmittel im Haus haben, sollten daher nicht nur darauf verzichten, den Hund mit diesen „Leckereien“ zu füttern (z. B. Kuchen oder Kekse, die mit Xylitol gesüßt wurden), sondern vor allem auch darauf achten, dass der Hund nicht selbst an diese Nahrungsmittel kommt.

Wird der Hund beim Naschen eines xylithaltigen Nahrungsmittels erwischt, oder finden sich Spuren eines früheren Naschens (z. B. Bonbonpapiere) muss das Tier unbedingt sofort zur Behandlung zum Tierarzt gebracht werden. Schon mehrere Bonbons, Kaugummis oder Kekse können für kleinere Hunde tödlich sein!

Dies gilt nicht für Pferde, Ratten, Affen und Katzen. Und Menschen.

 

Zusammenfassung

Wir müssen zwischen Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen unterscheiden. In dieser Episode ging es um die Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit und Xylit. Sie haben eine pflanzliche Basis. Erythrit entsteht aus der Fermentation von Traubenzucker. Xylit auch Birkenzucker genannt aus Holzfasern.

Vorteile der Zuckerersatzstoffe: Sie haben deutlich weniger Kalorien. Wenn du mir schon länger folgst, weißt du allerdings, dass es nicht auf die Kalorien ankommt, sondern aufs Insulin.

Nachteile: Können abführend wirken. Beeinflussen die Darmflora. Es ist wie bei so vielem: Die Menge macht das Gift. Wenn du Xylit oder Nahrungsmittel mit Xylit verwendest, solltest du deinen Hund davon fern halten. 

Wie sieht es nun mit dem Abnehmen aus? Ein weiterer Vorteil soll darin liegen, dass Zuckerersatzstoffe ohne den Ausstoß von Insulin verstoffwechselt werden. Warum das nicht auf jeden Menschen zutrifft, besprechen wir spätestens in der übernächsten Episode. Es bleibt spannend!

Für heute so viel: Zuckeraustauschstoffe können in Maßen eine Krücke für dich sein, wenn du dich vom Zucker entwöhnen willst.

Ich empfehle grundsätzlich, eine Weile komplett auf den Geschmack süß zu verzichten. Und dann lieber mit frischer, natürlicher Nahrung zu süßen. Weil du das Süße auf der Zunge auch gar nicht mehr so dringend brauchst.

Quellenangaben

Deutsche Apothekerzeitung über Xylit und Erythrit. 

EFSA European Food Safety Authority über Süssungsmittel 

Shownotes: 

105 – Im Urlaub nicht zunehmen? So geht´s!

Im Urlaub nicht zunehmen

Letzte Woche hatte ich ein super Feedback und einen Hilferuf meiner Podcasthörerin Suzanne im Email-Postfach:

„Hallo Daniela, mit Begeisterung verfolge ich deinen Podcast und empfehle ihn ständig an Freunde und Bekannte weiter. Ich bin regelrecht süchtig danach. Nun habe ich schon seit einiger Zeit keinen Alkohol getrunken und wenig genascht. Wir fahren bald in den Urlaub und eigentlich will ich es durchziehen. Ich befürchte, dass mir das nicht wirklich gelingen wird. Ein leckeres Essen am Strand, einen Wein dazu! Ich wäre sehr dankbar für ein paar Tipps! Vielleicht machst du ja eine Podcastfolge, die dieses Urlaubsthema behandelt.“

Ha! Nichts leichter als das. An all meine Podcasthörer und Hörerinnen da draußen: Schlagt mir sehr gerne Themen für diesen Podcast vor! Sie kommen alle auf die Wunschliste für kommende Episoden. Versprochen!

Und die Frage von Suzanne passt hervorragend in die Urlaubszeit!

Also, lasst uns starten.

Das Wichtigste zuerst. Falls du dich gerade mit ähnlichen Gedanken wie Suzanne herumschlägst: Genieße deinen Urlaub! Punkt.
 

Auch das Glas Wein zu einem leckeren Essen am Strand. Bleib locker. Glaube mir, du holst im Urlaub eine Menge wieder raus. Und darum gehts auch in dieser Episode. Wie du die eine oder andere Sünde gleich wieder rausholst.

 

Im Urlaub nicht zunehmen
1 | Schritte sammeln – vorm Frühstück!

 

Nehmen wir also an, du hast am Tag zuvor gesündigt. Das Glas Wein zum Abendessen, das Dessert vom Buffet, die Pizza beim Italiener. Du wirst morgens wach und hast (kein schlechtes Gewissen, sondern): Zeit!
 
Mein Tipp: Nutze sie! Du hast jetzt 8 – 10 Stunden nichts gegessen und bist noch in der Fettverbrennung. Die in der Nacht eingesetzt hat. Dein Körper muss in irgendwann an seine Reserven, weil ja keine Nahrung mehr reinkommt.
 
Es ist der perfekte Zeitpunkt, diesen Effekt noch ein bisschen ausreizen! Und weiter ankurbeln.
 

Bleib nüchtern, verschieb den Latte macchiato später! Geh raus und bewege dich. Eine halbe Stunde geht immer. Und vielleicht bist du wach, bevor der Rest der Familie munter wird, und kannst so kostbare Me-Time für dich rausschlagen. Ich habe den Effekt des Nüchterntrainings in der Episode 94 genau erklärt.

 

Im Urlaub nicht zunehmen
2 | Zieh die erste Mahlzeit nach hinten!

 

Du kommst zurück und isst immer noch nicht. Gehst in Ruhe duschen, trinkst erst mal einen schwarzen Kaffee, Tee oder ein großes Glas Wasser. Genießt die Aussicht aufs Meer, Berge oder Wälder. Und lässt den Stoffwechsel weiter für dich arbeiten. Dein Partner oder deine Familie hat vielleicht schon mit dem Frühstück begonnen. Du lässt dir noch ein bisschen Zeit. Und steigst ein wenig später mit ein. Dein Organismus denkt sich: Ups! Da kommt immer noch keine Nahrung rein.


Im Urlaub nicht zunehmen
3 | Lass ab und zu den Raketenzucker weg!

 

Lass zwischen den Sündenfällen einen ganzen Tag den Raketenzucker weg. Konzentriere dich auf Eiweiß in Form von Fisch, Hühnchen, Quark und Omelette. Dazu isst du jede Menge Gemüse und Salat. Am nächsten Tag genießt du das, was du dir gönnen willst.

Extra Tipp: Reiseproviant!

 

Auch eine beliebte Frage: Wie machst du das auf Reisen? Egal, ob du mit dem Flieger, mit der Bahn oder mit dem Auto verreist: Du wirst irgendwann Hunger kriegen. Und ich denke , dass dich die schlabbrigen Brötchen am Flughafen oder Bahnhof nicht wirklich reizen.

Denn was wirst du dann essen: jede Menge Raketenzucker, schlechte Fette in Form von Margarine, drittklassigen Belag. Im Flieger und Zug bekommst du maximal lauwarmes, fades Essen Aluschälchen. Über die Autobahnraststätten müssen wir nicht reden. Wenn du jetzt nicht vorsorgst, bist du all dem ausgeliefert. Im Zweifelsfall kaufst du ohne Ende Backwaren oder Süßigkeiten, um irgendwas Essbares griffbereit zu haben.

Mein Tipp: Mach dir ein paar Tage vor Start in den Urlaub Gedanken, was du auf der Reise essen willst. Vielleicht kannst du ein paar leckere Frikadellen oder Chickenwings vorbereiten, die du gut mit zwei Fingern essen kannst. Als Veganer kannst du dir Gemüsebuletten braten – hat mein Mann letztens gemacht! Lecker! Back dir ein leckeres Eiweißbrot und belege es mit gesundem Zeug: Biokäse, Nussmus, Schokoaufstrich. 

Bereite alles so vor, dass es am Abreisetag keinen Stress gibt. Ich finde es cool, dass ich nirgendwo auf mein Essen warten muss, und bei der Anreise gut versorgt bin. Dasselbe bei der Rückreise! Als Selbstversorger kannst du wieder überlegen, was du einpacken willst. Zum Beispiel die Reste von der letzten Mahlzeit. Oder du gehst in einen gut sortierten Supermarkt und kaufst dir ein paar leckere Dinge ein: Nüsse, Obst, Käse.

Shownotes: 

104 – Eier sind schlecht fürs Cholesterin! Laborwerte – Welchen überraschenden Einfluss Eier wirklich darauf haben!

Laborwerte Cholesterin
Langsam schließt sich der Kreis zu den Cholesterinepisoden. Im ersten Teil haben wir uns angesehen, warum das Nahrungscholesterin einen eher geringen Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat. Und an welchen Stellen im Körper Cholesterin gebraucht wird.

Im zweiten Teil haben wir auseinandergebröselt, warum Cholesterin in gut und böse unterteilt wird. Wir haben über die Cholesterin-Taxen-Flotte mit ihren Smarts und Minis gesprochen. Und festgestellt, dass wir sie alle brauchen. Nur dass sie in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen sollten. Wir haben uns Nahrungsmittel angesehen, die einen schlechten Einfluss auf die Blutfettwerte haben, wie die Transfettsäuren und der Raketenzucker.

In dieser Episode gehe ich darauf ein, welche Cholesterin Laborwerte wichtig sind, damit du dir ein gutes Bild machten kannst. Warum du dich mit dem Satz „Ihr Cholesterin ist zu hoch“ nicht abspeisen lassen musst. Und ich beantworte endlich die Frage: Wie viele Eier kannst du nach neuester Studienlage unbedenklich essen.

 

Die Sache mit den Cholesterin Laborwerten!

 

Lass uns mal schauen, was es dir nützt, wenn dir der Arzt deinen Gesamtcholesterinwert sagt? Also ein Wert, bei dem LDL und HDL einfach addiert werden?

Aus der letzten Episode weißt du schon, dass es auf das Verhältnis der beiden Cholesterin Taxen LDL und HDL zueinander ankommt. Noch mal zur Erinnerung: LDL verteilt Cholesterin von der Leber aus überall hin, wo es gebraucht wird. HDL sammelt überschüssiges Cholesterin wieder ein.

Du könntest sagen: Lieber Arzt, ich brauche beide Werte: HDL und LDL. Geben sie mir bitte eine Kopie der Laboranalyse. Dann kannst du dir das Verhältnis der beiden zueinander ausrechnen und bekommst ein aussagekräftiges Bild. Meine Empfehlung ist: Lass dir die Analyse seiner Blutwerte immer aushändigen. Sie stehen dir zu!

Ein konkretes Beispiel:

 

Um das Verhältnis LDL zu HDL auszurechnen, teilst die Zahl, die hinter dem LDL Wert steht, durch die Zahl die hinter dem HDL Wert steht. Zum Beispiel LDL 180 geteilt durch HDL 60. Das Verhältnis LDL zu HDL liegt genau bei 3.

Stell dir jetzt eine Skala vor, die so aussieht (findest du auch im Netz!):

  • Wenn der Mensch gesund ist und es keine Risikofaktoren gibt (Übergewicht, hoher Blutdruck, Diabetes, Fettleber, wenig Bewegung, Rauchen), sollte der Wert bei 3,5 bis 4 liegen.
  • Liegen Schädigung der Arterien oder gibt es weitere Risikofaktoren, sollte dieser Wert bei unter 3 liegen. Bei diagnostizierter Arteriosklerose unter 2.

In unserem Beispiel bist du im grünen Bereich, wenn es noch keine Veränderungen an deinen Gefässwänden gibt. Ich verlinke dir hierzu auch eine Infoseite für Prävention und Früherkennung von Arteriosklerose am Ende des Artikel.

Zurück zum Beispiel: Wir sind von einem LDL von 180 und einem HDL von 60 ausgegangen. Der Cholesterinwert liegt zusammenaddiert bei 240 mg/dl. Das ist ein Grenzwert! 241 wäre schon drüber. Der Arzt würde mir die gelbe Karte zeigen.

Mein Gesamtcholesterin lag bei einer letzten Messung bei 280 mg/dl (!) Jetzt würde ein Arzt richtig Alarm schlagen. Auf dem Laborzettel wird der Wert gleich mit drei Pluszeichen für „zu hoch“ angezeigt.

Ich hatte allerdings einen HDL von über 100, einen LDL von 180. 180 geteilt durch 100 gleich 1,8. Mein „guter“ HDL Wert gleicht den „schlechten“ LDL Wert aus. Du erinnerst dich: HDL sammelt Cholesterin wieder ein! Davon habe ich eine große Mannschaft im Blut. Wie ich es geschafft habe, meinen HDL so nach oben zu beamen? Ich hab da einen Verdacht! Doch dazu später.

Wir fassen zusammen: Der Grenzwert ab 40 Lebensjahren liegt bei 240 mg/dl. Liegt dein Wert wie bei mir bei 280 mg/dl, wird dir der Arzt evtl. sagen: Das ist viel zu hoch. Lassen Sie die Eier weg!

Als aufgeklärter Patient weißt du jetzt schon, dass es wichtig ist, wie sich deine Taxen-Kolonne zusammensetzt. Je nach Gesundheitszustand und Risikofaktoren kannst du dir ausrechnen, wo du ganz genau stehst.

 

Lass Vitamin-D messen!

 

Im ersten Teil der Cholesterinepisoden haben wir besprochen, dass Vitamin-D wichtig ist, um Cholesterin abzubauen. Es gibt ein Enzym, das gebraucht wird, um den Abbau von Cholesterin zu fördern. Dieses Enzym braucht Vitamin-D. Kein Vitamin-D, kein gut funktionierender Cholesterin Abbau.

Medikamente (Statine) bewirken, dass weniger Cholesterin produziert wird. Vitamin-D hilft dabei, dass Cholesterin wieder gut abgebaut wird. Ein komplett anderer Lösungsansatz, nicht wahr?

Auf die Sache mit dem Vitamin D reagieren Ärzte unterschiedlich. Die einen sind sehr aufgeschlossen, im besten Fall schlagen sie die Messung von sich aus vor. Die anderen könnten so was wie: „Alles Quatsch“ sagen. Lass dich davon nicht beirren. Der Vitamin-D Spiegel ist nicht nur hier wichtig. Es ist an zig weiteren Abläufen im Körper beteiligt. Ist also eine gute Idee, sich darum zu kümmern.

 

Was ist denn nun mit Eiern?


Haben Eier was mit einem erhöhten Cholesterinspiegel zu tun? Nicht wirklich! Wie schon im
ersten Teil besprochen wirkt sich das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin nur minimal auf den Cholesterinspiegel aus. Es kann zu individuellen Schwankungen kommen, ja! Das war es aber auch schon.

Und noch ein Hinweis: Ein Blutbild ist nur ein Foto. Eine Aufnahme, die in dieser Sekunde vom Blut gemacht wurde. Es macht also Sinn, ein Blutbild nach einer Weile noch mal gegen zu checken.

Unser Körper ist schlau! Er kann sich anpassen, indem er die eigene Cholesterinherstellung und die Aufnahme reguliert. Diese Mechanismen hängen auch von anderen Faktoren ab. Wenn es um unseren Körper geht, können wir nicht immer nach Schema F vorgehen. Cholesterin in Lebensmittel hat einen kleinen Einfluss. Blutfette und Ablagerungen in Blutgefäßen, die durch Nahrung entstehen (Zucker, Transfette) kommen durch die Hintertür rein.

Eine Aussage wie stark der Cholesterinspiegel durch das Essen einer cholesterinreichen Nahrung beeinflusst wird, die auf jeden Menschen passt, ist also so pauschal nicht möglich.

Als dein Coach würde ich mir ansehen: Was isst du sonst noch. Hast du viel ungesundes Zeug in deinen Mahlzeiten (Fertiggerichte, Transfettsäuren) – die HDL runterhauen. Oder viel Raketenzucker, der das Verhältnis HDL/LDL negativ beeinflusst.

Eier erhöhen das „gute“ Cholesterin!

 

Nach einer wissenschaftlichen Studie, die ich dir am Ende des Beitrag verlinke, erhöhen Eier das HDL! Das „hab dich lieb“ – das gute Cholesterin. Das ist der Knaller, oder? Eier erhöhen das Gesamtcholesterin, ja! Das liegt daran, dass sie dafür sorgen, dass es mehr HDL Taxen gibt. Die, die das Cholesterin wieder einsammeln.

 

Eier: Bio & Bruderhahn!

 

Ich empfehle Bio-Eier (38-40 Cent pro Ei) gerne als Bruderhahn Ei. Das heißt, du zahlst 4 Cent pro Ei extra, um die Bruderhahn Initiative zu unterstützen. Sie sorgt dafür, dass männliche Küken nicht getötet werden und neben ihren Schwestern aufwachsen dürfen. Eier sind eine sehr gute Quelle für eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe. Und sie sind ein toller Eiweißlieferant und machen außerdem schön satt. Ich denke, es gibt kaum ein vollkommeneres Lebensmittel als ein Ei.

Meine eigene Erfahrung: Ich esse regelmäßig Eier. Mein Gesamtcholesterin ist hoch. Weil mein HDL (das „gute“ Cholesterin) durch die Decke geschossen ist. Ich führe das in meinem Fall auf den Eierkonsum zurück. Gemixt mit ein paar anderen Dingen, die das Verhältnis HDL/LDL in Balance halten: frische, natürliche Nahrung. Wenig Raketenzucker. Das Verhältnis HDL/LDL liegt bei mir bei 1,8. Weit unter dem angestrebten Wert von 3,5 bis 4 bei einem gesunden Menschen.

 

Zusammenfassung dieser Episode: 

Um deinen Cholesterinwert gut einschätzen zu können, brauchst du den HDL und den LDL Wert. Falls du es genauer wissen willst, auch den OxLDL (oxydiertes LDL), das wir in der zweiten Episode besprochen haben. Nahrung, die Cholesterin enthält, hat einen geringen Einfluss auf die Blutfettwerte. Weil der Körper sich Cholesterin zu ca. 90 % selbst herstellt. Eier erhöhen nach neuesten wissenschaftlichen Studien das HDL.

Du kannst das Verhältnis HDL zu LDL negativ beeinflussen. Zum Beispiel, indem du Nahrung isst, die Transfettsäuren enthält.

Hast du zu viel Raketenzucker in der Nahrung, führt die veränderte Zuckerkonzentration im Blut dazu, dass Arterien anfälliger für Plaques werden. Dort kann sich u.a. Cholesterin ablagern. Das kommt aber nicht von den Eiern. Sondern von Süßigkeiten, süßen Getränken, Kuchen, Schokolade. Plus all dem Zucker, der sonst noch in der Nahrung ist.

 

Mein Fazit zum Cholesterin!

 

1 | Unser Körper ist auf Cholesterin angewiesen.

Bevor ich etwas einnehme, was die Produktion verhindert, würde ich persönlich zuerst alles versuchen, den natürlichen Abbau wieder zu fördern. Im ersten Teil habe ich kurz angerissen, dass Vitamin-D hier eine entscheidende Rolle spielt. Das Enzym, das Cholesterin abbaut, ist auf Vitamin-D angewiesen.

2 | Nur 10 % des Cholesterins, das im Organismus herumschwirrt, kann über Nahrung aufgenommen werden.

90 % produziert sich unser Körper selbst. Wenn es zu Ablagerungen in den Arterien kommt, haben weitere Risikofaktoren (Übergewicht, Fettleber, wenig Bewegung, zu viel Zucker in der Nahrung) Einfluss darauf.

3 | Nahrung hat hinten rum Einfluss auf den Cholesterinspiegel:

Transfettsäuren (Chips, Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Eis usw. ) haben einen negativen Einfluss auf das Verhältnis HDL zu LDL. Schnelle Kohlenhydrate (Raketenzucker in Chips, Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Eis, usw.) sorgen für ein ungünstiges Milieu im Blut, was die Wände der Arterien beschädigt. Hier können jetzt Plaques entstehen.

4 | Es gibt verschiedene Cholesterin Taxen.

Zum Beispiel HDL und LDL. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Wichtig ist, dass sie in einem guten Verhältnis zueinanderstehen. Was dafür sorgt, dass Cholesterin abgebaut werden kann.

5 | Neueste Studien haben gezeigt, dass Eier das „gute“ HDL Cholesterin erhöhen.

 

Noch was wichtiges zum Schluss!

 

Ich bin kein Arzt und kein Heilpraktiker. Ich bin keine Medizinerin. Doch ich habe mit der Ausbildung zum kPNI Coach (klinische Psycho-Neuro-Immunologie) von meinen Dozenten einen tiefen Einblick in die Mechanismen unseres Körpers bekommen. Das hat mich aufmerksam gemacht. Und aufgerüttelt.

Ich denke, dass es dir hilft, wenn du möglichst aufgeklärt durchs Leben gehst. Dich schlau machst. Nicht alles einfach hinnimmst. Ich finde unser Gesundheitssystem an einigen Stellen unglücklich. Die Ärzte müssen oft so handeln, wie sie handeln. Sie haben ihre Richtlinien. Umso wichtiger ist es, dass du hinterfragst. Dich erkundigst, wie Nahrung funktioniert. Wie dein Körper funktioniert.

Dieses ganze Ding mit den Eiern bin ich  vor vielen Jahren schon mit meinen Dozenten durchgegangen. Ich habe mit offenem Mund vor ihnen gestanden, als sie mir die Zusammenhänge erklärten. Und angefangen wieder Eier zu essen. Doch glaube mir: Ich hab das, was sie mir erklärt haben, alles hinterfragt und überprüft. Studien gelesen. Mit anderen Experten diskutiert. Und das Eier-Cholesterin Bild immer weiter zusammen gepuzzelt.

Wenn mich ein Kunde, eine Freundin, mein Vater heute fragt: Sag mal Daniela, wie ist es mich den Eiern. Sind die nicht schlecht fürs Cholesterin, würde ich es ihnen genauso erklären, wie ich es jetzt in diesen drei Blogcasts gemacht haben.

 

Schoko-Nuss Aufstrich • Low Carb • Vegan

Schoko-Nuss Aufstrich • Low Carb • Vegan

Schoko-Nuss-Aufstrich aus Kichererbsen!

 

Ich schwöre: Man schmeckt nicht eine einzige Kichererbse aus dem Aufstrich raus! Er ist vegan, Low Carb und strotzt vor Nährstoffen wie gute Fette, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. 

Wie du weißt, bin, koche nicht ich all die schönen Rezepte auf diesem Blog. Sondern mein Göttergatte. Mein Mann ist begeisterte Hobbykoch (Jackpot Mädels!). Er besucht regelmäßig Kurse bei Sterneköchen, um seinen Horizont zu erweitern. Momentan macht er einen veganen Kochkurs bei Niko Rittenau und Sebastian Copien mit.

Im Originalrezept wurden 20 Datteln verwendet. Sie werden in 150 ml Wasser kurz aufgekocht und 10 Minuten sanft geköchelt, um sie weich zu kriegen. Die Datteln kommen mit dem Kochwasser und dem Rest der Zutaten in den Mixer.

Nun bin ich Abnehm-Coach. Datteln gehören in die Kategorie Raketenzucker. Sie lassen den Blutzuckerspiegel recht schnell ansteigen. Der Zucker in Bananen (Schneckenzucker) ist viel gemächlicher. Der tut dir nichts. Dein Blutzuckerspiegel chillt. Den Unterschied zwischen Schnecken- und Raketenzucker habe ich HIER erklärt. 

 

Dieser Schokoaufstrich ist der Knaller!

Die Grundsubstanz sind gekochte Kichererbsen! Die Erbsen mit dem lustigen Namen geben dem Aufstrich die cremige Konsistenz. Der schwache Eigengeschmack von Kichererbsen wird mit köstlichen Kakao- und Nussaromen überdeckt. Ergebnis: ein veganer Schokoaufstrich mit jeder Menge Eiweiß aus den Hülsenfrüchten. 

Schoko Nuss Creme

 

Zutaten

für 14 Portionen / ergibt ca. 500 g 

  • 4 sehr reife Bananen
  • 200 g Nussmus nach Wahl (Haselnuss, Walnuss)
  • 30 g echter Kakao (Biomarkt)
  • 100 g gekochte Kichererbsen
  • 2 Teelöffel gemahlene Vanille
  • 1 Prise Salz

Statt der Kichererbsen kannst du auch weiße Bohnen nehmen. Funktioniert genauso gut! 

Zubereitung

Zubereitungszeit: 10 Minuten

  • Alles Zutaten in einem Mixer zu einer glatten Masse verrühren.
  • Aufstrich in ein Glas geben und kühl stellen. 
  • Der Aufstrich ist im Kühlschrank vier bis fünf Tage haltbar.
  • Passt gut zu diesem Low Carb Brot oder Obst. 

Tipp: Ein paar kurz im Mixer geschredderte Haselnüsse unterrühren. Gibt einen schönen Crunch! 

Guten Appetit!

Schoko-Nuss-Aufstrich

Lass die Nahrung deine Medizin sein!

Hippokrates von Kos

Kichererbsen

Das Verhältnis von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten ist ausgewogen. Es sind eine Menge Spurenelemente und Ballaststoffe sind enthalten. Besonders wertvoll ist der hohe Anteil an B-Vitaminen. Die Vitamine der B-Gruppe fehlen oft bei Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Enthalten ist auch Folsäure, Kupfer, Eisen und Zink.

Nüsse

Nüsse enthalten gesunde Fettsäuren, u. a. die das Immunsystem unterstützenden Omega 3 Fettsäuren. Nüsse sind ausgezeichnete Eiweißlieferanten. Der Gehalt an B-Vitaminen sowie Vitamin E ist herausragend.

Nüsse sind eine Mineralstoffbombe. Kalzium und Magnesium sorgen für gesunde Knochen und Zähne. Jod für eine optimale Funktion der Schilddrüse. Mangan ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener Enzyme. Kupfer spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutbildung. Außerdem in Nüssen enthalten: Zink, Selen und Eisen.

Kakao

Der hohe Kalziumgehalt, macht Kakao zu einem echten Superfood. In 100 g rohem Kakao gibts rund 160 mg Kalzium. Unser Körper benötigt Kalzium für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Ebenso für die Kontraktionen der Muskulatur, die Blutgerinnung und für die Übertragung von Nervenimpulsen.

Mit rund 7 mg Eisen pro 100 g schubst Kakao sogar Spinat vom Thron. Das Spurenelement ist zuständig für die Bildung von roten Blutkörperchen und sorgt für den Sauerstofftransport im Körper.

Bananen

Die Nährwerte in Bananen können sich sehen lassen! Magnesium und Kalium: Beide sind für die Funktion von Muskeln und Nerven, die Energiegewinnung und den Elektrolyt-Haushalt wichtig. Die Spurenelemente Phosphor, Kalzium Eisen und Zink. Vitamin C, Vitamin A, Vitamin K und verschiedene Vitamine der B-Gruppe – vor allem Vitamin B6. 

103 – Eier sind schlecht fürs Cholesterin! Was macht Cholesterin „böse“ oder „gut“? (2)

Eier und der Cholesterinspiegel

Okay! In der letzten Episode haben wir das Cholesterin genau unter die Lupe genommen. Wir haben festgestellt, dass sich unser Körper Cholesterin zum größten Teil selbst herstellt. Und dass wir über die Nahrung nur ca. 10% des benötigten Cholesterins aufnehmen können.

Wir haben uns angesehen, wofür Cholesterin gebraucht wird. Ich habe 4 wichtige Punkte rausgepickt: Wir brauchen es u.a. für die Zellmembran, für die Bildung etlicher Hormone, für die Herstellung von Gallensäure und für die Vitamin-D Produktion. Wobei Vitamin-D auch ein Hormon ist.

Schon mal vorab: Ich habe beschlossen, das Cholesterin Thema auf drei Episoden aufzuteilen. Das Thema ist schon kompliziert genug. Ich möchte dich auch in dieser Folge nicht mit zu vielen Informationen zuschütten. Deshalb bekommst du heute zwar ein weiteres Wissenshäppchen, doch die Auflösung, wie viele Eier denn nun okay sind, bekommst du erst in der 3. Episode.

Heute möchte ich darauf eingehen, was es mit dem guten und bösen Cholesterin auf sich hat. Und welche Nahrungsbestandteile Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut haben können.

In Episode drei geht es dann um das Thema Laborwerte und warum du dich mit dem Satz „Ihr Cholesterin ist zu hoch“ nicht abspeisen lassen solltest. Und ich löse das Rätsel auf, wie viele Eier du nach neuester Studienlage unbedenklich essen kannst.

 

Cholesterin: Was macht es böse und gut?

 

Das schauen wir uns jetzt mal ein bisschen genauer, quasi mit der Lupe an.

Cholesterin, ob gegessen oder selbst produziert, wird von der Leber aus im Körper verteilt. Cholesterin ist sehr fettig. Damit es gut durch unsere wässrigen Blutbahnen kommt, gibt es spezielle Großraumtaxen dafür. VDL Transportmoleküle (Very low density lipoprotein ). Sie schnappen sich das Cholesterin und bringen es überall hin, wo es gebraucht wird. Einmal unterwegs packt das Cholesterin Großraumtaxi noch ein paar Fettsäuren und Vitamine ein.

Mal kurz am Rande: Du bestimmst mit deiner Nahrung, welche Fettsäuren es so findet. Die aus Chips oder die aus Olivenöl. Oder Vitamine. Die gibts nicht Pizza, Pommes und Döner. Du musst wissen: Du bist der Bestimmer über das, was im Cholesterin Taxi mitgenommen wird.

Je mehr das Taxi ausliefert, desto kleiner wird es und ist irgendwann ein LDL Molekül. Das dir bekannte „böse Cholesterin“. Wir werden noch sehen, ob es wirklich so böse ist.

Tipp: Du kannst das „böse“ und „gute“ Cholesterin mit einer Eselsbrücke gut auseinanderhalten! LDL = lass das lieber. HDL = Hab dich lieb.

Gibt es jetzt zu viel Cholesterin im Körper, kommt ein anderes Taxi angesaust, dass das Cholesterin wieder zurück zur Leber bringt. Das macht das „gute Cholesterin“ oder das HDL Molekül. Jetzt wird dir auch klar, warum das HDL Cholesterin so beliebt ist und als „gut“ bezeichnet wird. 

Alle Cholesterin Taxen sind wichtig

 

HDL und LDL sind also Cholesterin Taxen. Man nennt sie auch Transportproteine. Sie transportieren Cholesterin, Fettsäuren und Vitamine durch unsere Blutbahn. LDL bringt Cholesterin von der Leber aus zu anderen Organen und Geweben. HDL bringt überschüssiges Cholesterin zur Leber zurück. Wieder mal ein schlauer Kreislauf, den sich unser Körper da ausgedacht hat.

HDL sorgt dafür, dass überschüssiges, gerade nicht benötigtes Cholesterin wieder eingesammelt wird. Weil LDL das Cholesterin nicht einsammelt, sondern verteilt, wird es eher als böse angesehen. Schauen wir mal, ob das wirklich so einfach ist.

Das eine Cholesterin Taxi verteilt, das andere sammelt ein.

Nun hast du schon drei wichtige Cholesterin Taxen kennengelernt: VLDL – eine Art Großraumaxi, das Cholesterin verteilt und auf seinem Weg immer leerer und dann zum HDL Taxi wird.

LDL – verteilt Cholesterin weiter und HDL – sammelt Cholesterin ein. Und weißt du was? Die Unterteilung in gut und böse ist nicht richtig, weil wir sie alle drei brauchen. Wie bei so vielen Dingen in unserem Körper, kommt es auf ein ausgeglichenes Verhältnis an.

Es gibt übrigens noch mehr Cholesterin Taxen, doch das würde die Episode sprengen.

Nun werden hohe LDL Werte werden als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen angesehen. Doch eine Herz-Kreislauferkrankung entsteht auch durch weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Stress, Übergewicht, zu viel Zucker. Diabetes Typ 2 ist sogar Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauferkrankungen mit all seinen dramatischen Folgen.

Warum? Die chronisch veränderte Zuckerkonzentration im Blut kann zu Entzündungen in den Blutgefäßen führen. An den Entzündungsherden entsteht eine Art Mülldeponie (Plaques). Die Blutgefäße verengen sich. Sie werden immer enger und sind irgendwann komplett verschlossen. Folge: Schlaganfall und Herzinfarkt. Hinzu kommt, dass entzündliche Prozesse im Körper das LDL Cholesterin erhöhen.

 

Und was hat  das mit dem „bösen“ Cholesterin zu tun?

 

Haben unsere Blutgefäße durch mehrere Risikofaktoren einen Schlag weg, können sich bestimmte Stoffe leichter innen an den Wänden der Arterien anheften. Auch Cholesterin. Cholesterin kann jetzt oxidieren und auch zu Plaques in der Blutbahn führen.

Wichtig: Die Großraumtaxen sind nicht das Problem. Sondern die Smarts und Minis. Die vom Arzt nicht standardmäßig gemessen werden.

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt, je mehr wir von diesen sehr kleinen Partikeln (small density/sdLDL-Partikel) im Blut haben. Wenn du es ganz genau wissen willst, kannst du den Arzt nach diesem Blutwert fragen.

Was hat es jetzt wieder mit den Smarts und Minis auf sich? Es gibt verschiedene LDL Moleküle! Große, weiche und kleine, kompakte. Je kleiner und kompakter sie sind, desto leichter können sie in die Wände unserer Blutbahnen eindringen. Diese kleinen Partikel sind sehr anfällig dafür zu oxidieren. Was nicht so gut ist.

Es ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht so entscheidend, wie viel LDL im Blut unterwegs ist. Sondern wie viel oxidiertes LDL (oxLDL). Du kennst das mit der Oxidation, wenn Olivenöl ranzig geworden ist. Oder ein Gegenstand aus Metall anfängt zu rosten.

Zusammengefasst: LDL soll möglichst groß und fluffig sein und die kompakteren Cholesterin Taxen scheinen unseren Arterienwänden mehr zu schaden.

Und jetzt kommt HDL wieder ins Spiel!

 

HDL enthält Substanzen, die genau diese Oxidation verhindern können. Es kümmert sich also nicht nur um Cholesterin, das gerade nicht gebraucht wird. Es schützt unsere Arterien vor diesen schädlichen Reaktionen. Deshalb wird ein zu niedriger HDL Wert als Risikofaktor für Her-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet. Als ausgleichend und beschützend.

Wir brauchen alle Cholesterin Taxen!

VLDL, LDL und HDL. Zum Transport von Cholesterin, Fettsäuren, Vitaminen. LDL gibt es in verschiedenen Größen. Es wäre gut, wenn wir so wenig wie möglich kleine, kompakte LDL und ebenso wenig oxidiertes LDL im Körper herumschwirren haben. HDL schützt uns vorm oxidierten LDL. Davon wollen wir möglichst viel im Körper haben.

 

Welche Nahrung beeinflusst Cholesterin?

 

Transfettsäuren

Über die Transfettsäuren habe ich eine eigene Episode produziert. Die Menge, die das Gift macht, ist winzig. Mit anderen Worten: Lass sie raus aus deiner Nahrung. Du findest sie in vielen Lebensmitteln. Leider erhöhen sie die LDL – Werte stark und senken gleichzeitig das HDL. Genau die Kombination, die wir vermeiden wollen.

 

Gesättigte Fettsäuren

Die meisten gesättigten Fettsäuren können LDL-Cholesterin erhöhen. Wie schon erwähnt ist der Cholesterin Einfluss davon abhängig, ob der Mensch an sich gesund ist. Ob LDL ein Risikofaktor ist oder nicht, hängt insbesondere von der Gesundheit der Gefäßwände und Entzündungsprozessen im Körper ab. Und dann haben wir ja immer noch das HDL mit dem wir der Körper ausgleichend unterstützt, wenn es darum geht, überschüssiges Cholesterin einzusammeln. Ist es hoch genug, gleicht es LDL fein wieder aus.

 

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren (Oliven, Olivenöl, Avocado) wirken sich positiv auf das LDL/HDL-Verhältnis aus.

 

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Hier möchte ich die Omega-3-Fettsäuren hervorheben (Nüsse, Fisch). Sie wirken nachweislich HDL steigernd.

 

Kohlenhydrate (Zucker)

Ich habe diesen Mechanismus hier schon oft besprochen. Zu viel Zucker bzw. Kohlenhydrate in Form von Raketenzucker (erhöht den Blutzuckerspiegel rasend schnell). Die überschießende Energie wird nicht ausgeschieden, sondern in der Leber in Fett umgewandelt.

Dieser Vorgang sorgt dafür, dass HDL gesenkt wird – es gibt weniger Taxen, die Cholesterin wieder einfangen. Und dass viel mehr LDL Taxen gebraucht werden. Was sich jetzt ungünstig auf das Verhältnis HDL/LDL auswirkt. Lässt du den Zucker draußen, wirkt sich das positiv auf das HDL/LDL Verhältnis aus.

Ich erlebe es immer wieder, dass mir Kunden nach einem Einzelcoaching oder Teilnehmer nach einem Firmen-Gruppencoaching völlig aus dem Häuschen ihre Blutwerte schicken. Nicht nur die Cholesterinwerte verbessern sich. Es hängt alles miteinander zusammen. Auch der HbA1c-Wert zum Beispiel rutscht bald wieder in einen gesunden Bereich.

Übrigens Low-Fat, also Fett sparen, können zwar den Gesamtcholesterinspiegel senken. Doch dabei wird vor allem HDL gesenkt. Was wir ja nicht wollen, weil sich dann das Verhältnis wieder zu unseren Ungunsten verschiebt.

 

Zusammenfassung

 

Es gibt mehrere Cholesterin Taxen. Das LDL Taxi bringt Cholesterin von der Leber in die Gewebe, wo es für wichtige Dinge gebraucht wird, z.B. im Zellmembran unserer Zelle, für die Gallenflüssigkeit, zur Herstellung von Hormonen, u.a. Vitamin D.

Weil LDL Cholesterin verteilt, wird es als „böse“ bezeichnet. Wir haben festgestellt, dass es ebenso wichtig ist sie das HDL. Nur dass eben genug HDL da sein muss, damit es einen gesunden Ausgleich gibt. Das HDL Taxi sammelt überschüssiges Cholesterin ein und bringt es zur Leber zurück.

Nahrung an sich beeinflusst Cholesterin kaum. Doch wenn, dann sind es die Transfettsäuren und der Zucker. Du findest beides vereint in Chips, Backwaren, Toast.

Höre zum Thema Transfettsäuren gerne in die Folge 36 mit dem Titel „Die Menge, die das Gift macht ist winzig“ rein. Zum Thema Raketenzucker in die Folge 002. 

Soooo! Das war es für heute. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkle bringen. Und wie das mit den Eiern ausgeht, besprechen wir ganz bestimmt in der nächsten Episode.

Shownotes

HIER gehts zur Episode über die Transfettsäuren: Killerfette! Die Menge die das Gift macht ist winzig.