080 – Warum Kalorien zählen sinnlos ist und nicht beim Abnehmen hilft (1)

Ich möchte dich erlösen! Vom hungern, verzichten – vom Kalorien zählen. Es hilft dir nicht beim Abnehmen! Jedenfalls nicht für immer. Dein Körper rächt sich, wenn du ihm länger Energie in Form von Kilokalorien vorenthältst: Entweder stagniert dein Gewicht! Auf der Waage geht nichts mehr. Oder er schlägt zurück, sobald du wieder normal isst: mit dem Jo-Jo Effekt.

Im 1. Teil gehts um

  • Schutzprogramme, die dein Körper hochfährt
  • deinen Grundumsatz, Leistungsumsatz, Gesamtumsatz
  • Instanzen in deinem Körper, die beim Abnehmen ein Wörtchen mitzureden haben
  • den Grund, warum der Kalorienverbrauch nicht immer gleich ist

Viel Spaß!

Hast du Lust, deine Zuckersucht in den Griff zu kriegen? Deinen Zuckerkonsum deutlich zu senken?
Und möchtest du das auf gar keinen Fall alleine machen? Sondern lieber mit einem Coach an deiner Seite, der dich an die Hand nimmst und durch das tiefe Tal des Zuckerentzugs führt?

Dann hab ich jetzt was für dich!

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079 – Zu viel essen! Warum Übergewicht ein Gehirn Problem sein kann (2)

Du hörst den 2. Teil des extrem spannenden Interviews mit Ernährungstherapeut und kPNI-Dozent Tom Fox.

Ich hab die Gelegenheit genutzt ihn so richtig ausgequetscht zum Thema: Warum essen manche Menschen zu viel. Warum nehmen manche nicht ab, obwohl sie schon so viel richtig machen. Wie kommt es, dass unser so gut geschütztes Gehirn ein Problem bekommt? Und was hat das mit Gesundheit und Gewicht zu tun?

Im zweiten Teil des Interviews besprechen wir:

  • Warum wir nach dem Essen auf ganz kleiner Stufe entzündet sind.
  • Was eine stille Entzündung im Körper bewirkt.
  • Welchen Einfluss das egoistische Gehirn auf unseren Zuckerstoffwechsel hat.
  • Was passiert, wenn auch das Immunsystem egoistisch wird.
  • Welche Auswirkungen eine ständige Erreichbarkeit auf uns hat.
  • Warum eine Bauchspeicheldrüse evtl. nicht mehr weiß, was ihre Aufgabe ist.
  • Warum du deinen Gewichtsverlust nicht auf der Waage siehst.
  • Wie das Prinzip der Abwechslung „Intermittend Living“ dir helfen kann.

Viel Spaß!

Alle Infos zum Ernährungstherapeuten und kPNI Dozenten Tom Fox:

Hier gehts zu Toms Heilpraxis in Bonn.
Hier zur kPNI Akademie.

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst.

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst.

Ich rolle meine Augen innerlich um 180 Grad, wenn Artikel, Schlagzeilen und „Experten“ behaupten: 

„Das Geheimnis beim Abnehmen? Kalorien zählen! Iss weniger, als du verbrauchst. Das ist alles!“ In diesem Blogpost möchte ich mit diesem Mythos aufräumen. Endgültig!

Kalorien zählen hilft nicht beim Abnehmen! Punkt. 

Ich spreche immer wieder mit Menschen, die in „Ich-mach-dich-schnell-schlank“ Programmen dazu genötigt wurden, nur noch

  • in Wasser gegarten Brokkoli und Hühnchen ohne Haut zu essen
  • bei 1000 Kalorien (bzw. unterm Grundumsatz) herum zu dümpeln
  • sich regelmäßig ein „Fettweg-Zauber-Hormonpräparat“ abzuholen.

 

Klar! Wenn ich dir ständig Essen vom Teller nehme, nimmst du ab!  Erstmal. 

Wenn ich dir rate, Kalorien zu zählen, läuft es auf einen spärlich bestückten Teller hinaus. Ich nehme dir alles weg, was gut schmeckt, satt und zufrieden macht. 

Dieser Ansatz ist falsch. Und spaßbefreit. 

Vor allem Fett muss jetzt gespart werden. Die Kalorienbombe schlechthin, nicht wahr!? Hat mehr als doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß und Kohlenhydrate. Um Gottes willen! Weg damit.

Doch (gute) Fette sind doch so wichtig für uns. Die Omega 3 Fettsäuren zum Beispiel! Was denn jetzt? Fett essen oder Fett sparen?

Und dann ist Fett ja auch noch ein Geschmacksträger. Ganze Mahlzeiten verlieren jeglichen Geschmack, wenn wir es weglassen. Rührei ohne Speck. Spinat ohne Butter. Salat ohne Öl. Soße ohne Sahne. Langweilig!

Ständig Kalorien sparen, heißt fettreduziert essen. Fettreduziert essen heißt, nie so richtig satt werden. Hungern. Es schmeckt nicht UND macht keinen Spaß! Wer soll das auf Dauer durchhalten? 

Was du vielleicht noch nicht weißt:

Dein Körper fährt Schutz – Programme hoch, wenn du anfängst zu hungern! 

Das ist ein uralter Überlebensinstinkt. Funktioniert zuverlässig! Sonst wären wir längst ausgestorben. 

Denn dein Körper „weiß“ ja nicht, dass du gerade eine Diät machst. Er bemerkt nur, dass Gefahr in Verzug ist: viel zu wenig Energie am Start! Und er weiß nicht, wie lange das noch dauert. Er geht erstmal vom schlimmsten Fall aus: Du findest nur sehr wenig Nahrung. Nicht genug, um den Betrieb wie bisher aufrecht zu erhalten.

Da dein Körper jetzt „was unternehmen“ muss, kann das also nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag funktionieren. Die Sache mit dem Kalorien zählen. Und dem Abnehmen.

Und genau das klamüsere ich dir in diesem Artikel mal genau auseinander. Durchlesen lohnt sich also!


Ist dein Körper wirklich so simpel gestrickt? Gib weniger rein, dann kommt weniger drauf?

Ich habe in den letzten Jahren viele Ernährungstagebücher von übergewichtigen Menschen ausgewertet:

  • Es war niemand (!) dabei, der chronisch zu viele Kalorien gegessen hat!
  • Viele waren bereits in einem Kaloriendefizit – und nahmen weiter zu!
  • Einige lagen an / unter ihrem Grundumsatz – und nahmen nicht ab!

Ich arbeite gerade an einer Auswertung meiner Aufzeichnungen und werde an dieser Stelle baldmöglichst ein Diagramm veröffentlichen.

Beim Abnehmen geht’s nicht nur um Physik!


Um das  „Verbrennen“ von Kalorien. Es geht auch um Biochemie (Stoffwechsel), Endokrinologie (Hormone), Immunolgie (Immunsystem). 
Und das ist noch lange nicht alles.

Hey! Wir bestehen aus 30 Billionen Körperzellen. Evolutionär ist jede einzelne davon auf diese eine Sache getrimmt:  Überleben! 

Dafür darf der Energiepegel nicht länger auf „Reserve“ stehen. Passiert es doch, muss dein Organismus was unternehmen. Sonst würde er riskieren, dass lebensnotwendige Abläufe nicht mehr funktionieren. 

Es geht darum, wie Nahrung im Körper genutzt wird.

Wir werden uns ansehen, dass es nicht darum geht, wieviel Energie (Kalorien) du aufnimmst! Sondern darum, woraus diese Energie besteht: Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß. 

Es geht um mächtige Hormone, die entscheiden ob und wo Fett gespeichert wird.

Hormone! Nicht Kalorien. Wichtigster Player in diesem Spiel: Insulin. Insulin fischt uns nach dem Genuss von Pasta, Pizzabrötchen und Tiramisu den Zucker wieder aus dem Blut.

Beamt den Blutzuckerspiegel wieder runter, auf ein gesundes Maß. Insulin hat ja diesen unschönen Beinamen:  Fettspeicher – Hormon. 

 

Insulin ist heute mal nicht das Thema. Dafür die Lösung!

HIER findest du spannende Podcast Episoden zum Thema Insulin. Hör doch mal rein!

Ich verstehe übrigens jeden, der gerade noch Kalorien zählt. Ich bin ja früher selbst drauf reingefallen. In meinem Einkaufswagen landeten

  • Joghurt Gums – ohne Fett. Die drei Trillionen Gramm Zucker waren mir egal. Hauptsache fettfrei.
  • Magerquark! Der sich im Mund wie Sand anfühlte. So trocken.

Kalorien zählen hilft dir nicht beim Abnehmen. Es macht nicht schlank. Jedenfalls nicht für immer. Und das ist es doch, was wir alle wollen, oder? Nicht nur für den nächsten Sommerurlaub abnehmen. Sondern ein für allemal einen dicken Haken an dieses Thema machen.

Doch warum wird „Kalorien sparen“ von Ernährungsberatern rauf und runter gepredigt?

Wissen sie es nicht besser? Trauen sie es ihren Schützlingen nicht zu, biochemische Abläufe im Körper zu verstehen? 
Oder wollen sie das „ich zeig dir wie du schlank wirst“ so simpel wie möglich halten? In der Hoffnung, dass es doch irgendwie klappt?

Wissen sie nicht, wie Nahrung funktioniert?  Dass unser Körper kein Ofen ist, der Nahrung „verbrennt“. Sondern ein Chemiebaukasten – der sich im Sekundentakt neue lustige Experimente ausdenkt?

Ich möchte dir an dieser Stelle Mut machen! Es gibt da draußen ein paar außergewöhnlich gute Ernährungsberater, die dir kein X für ein U vormachen. Die sich ernsthaft und intensiv damit auseinandersetzen, wie unser Körper tickt. Die sich weiterbilden, mit anderen Experten diskutieren und gierig jedes Fachbuch lesen. 

Wie sollst du nun die „Möchte-gern-Experten“ von den Experten unterscheiden? 

Mein Tipp: Wenn dir einer erzählt, dass du Kalorien zählen und Fett sparen musst um abzunehmen – mach einen großen Bogen drumrum. Lies dies Blogartikel und erkläre ihm, warum das nicht funzt.

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst: 

1 | Dein Kalorienverbrauch ist nicht immer gleich!

 

Was man dir immer erzählt hat:

Du kannst genau berechnen, wie viele Kalorien du pro Tag verbrauchst! Mach das und iss einfach weniger – dann nimmst du ab. 

Was daran nicht stimmt:

Es ist schon schwierig, die Kalorien zu berechnen, die du zu dir nimmst. Ein Apfel kann 50 oder 100 Kalorien haben. Je nach Größe / Zuckergehalt. 

Und was unmöglich ist: Exakt zu berechnen, was du verbrauchst! 

Wie es wirklich ist:

Unser Körper verbraucht Kalorien nicht nur fürs Schritte zählen, Zumba und Liegestütz. Er zapft in jeder Zehntelsekunde deines Lebens Energie für unzählige Vorgänge im Körper ab.

Die braucht er um

  • lebenswichtigen Funktionen auf Dauerbetrieb zu halten. Das ist dein Grundumsatz.
  • Mahlzeiten zu verstoffwechseln – die thermogene Wirkung von Nahrung.
  • dich durch den Tag zu bewegen – die thermogene Wirkung durch Bewegung.
  • Sport zu treiben – die thermogene Wirkung durch Sport

Und wenn du nach dem Sport auf der Coach sitzt. Der Nachbrenneffekt. Und das ist nur ein kleiner Überblick! Du verbrauchst an vielen weiteren Stellen im Körper  Energie. Darauf kommen wir später noch. Was wir festhalten können: Der Gesamtenergieverbrauch kann von Tag zu Tag sehr unterschiedlich sein. Und bis zu 50% steigen oder fallen. 

Welche Frage sich jetzt stellt:

Wie willst du nun entscheiden, wie viele Kalorien du weglassen musst, um Kalorien gespart zu haben?

[ein bisschen genauer] Der thermogene Effekt!

Unter dem thermogenen Effekt von Nahrungsmitteln versteht man den Kalorienverbrauch für die Verdauung und für die Verarbeitung der Makronährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate in Wärmeenergie. 

Eiweiß hat die größte thermogene Wirkung. 20% bis 25% der Kalorien aus Eiweiß werden vom Stoffwechsel in Wärme umgewandelt. Deshalb wird dir nach einem dicken Steak ein bisschen wärmer. Von 100 Kalorien kommen nur 70 – 80 an. Praktisch, nicht wahr?

Bei Kohlenhydraten und Fett sind es ca. 2% bis 7%. 

Vielleicht ein erster Hinweis, besser auf Nährstoffe statt auf Kalorien zu achten?

Zum Thema Eiweiß gibt es zwei interessante Podcast Episoden in meinem
Podcast Onceaweek – Gesundheit & Abnehmen:

[ein bisschen genauer] Was ist der Grundumsatz?

Die Menge Energie in Form von Kilokalorien, die dein Körper täglich braucht, um alle lebensnotwendigen Funktionen aufrecht zu erhalten. Auch wenn du 24 Stunden am Tag auf dem Bett liegst.

Der Grundumsatz sollte nicht über einen längeren Zeitraum unterschritten werden. Was dann passiert? Darum geht es in diesem Blogpost! 

Werde misstrauisch, wenn dir jemand sagt:  „Spare so viele Kalorien wie möglich.“  Schwupps, liegst du unter deinem Grundumsatz, z.B. 1200 Kilokalorien. Was ist denn, wenn dein Grundumsatz bei 1500 Kilokalorien liegt? 

Wie soll dann alles reibungslos funktionieren? Nun, das klappt sogar. Dein Organismus balanciert das aus. Er will ja überleben. Doch unter welchen Umständen? Dazu später mehr.

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst: 

2 | Zuckerkalorien sind nicht dasselbe wie Fettkalorien!

 

Was man dir immer erzählt hat:

Alle Kalorien sind gleich! Ob sie aus Fett, Eiweiß, Zucker oder Alkohol kommen spielt keine Rolle! Wenn du zu viel davon isst/trinkst, wirst du dick. Basta!

Was daran nicht stimmt:

Nicht alle Kalorien gehen auf die Hüften.

 

Wie es wirklich ist:

Die beiden Hauptenergiequellen unsere Körpers sind Kohlenhydrate (Zucker/Glukose) und Fett. Eiweiß ist ein Baustoff und spielt als Energiequelle eine untergeordnete Rolle.

Eine Kalorie aus Olivenöl (Fett) verursacht eine komplett andere Stoffwechsel – Reaktion als eine Kalorie aus Pasta (Kohlenhydrate). 

  • Die Kohlenhydrate aus der Pasta erhöhen den Blutzuckerspiegel. Die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Insulin hemmt die Fettverbrennung.
  • Die Fettsäuren im Olivenöl lösen auch eine Insulin Antwort aus. Sie ist jedoch so minimal, dass der Fettstoffwechsel davon nichts mitbekommt.

Die beiden Lebensmittel lösen eine unterschiedliche Reaktion hervor. Auf Stoffwechsel Ebene und auf hormoneller Ebene. Kohlenhydrate gehen auf die Hüften. Fett nicht! 

Außer es sind zu viele Kohlenhydrate im Spiel. Dann sorgt Insulin auch dafür, dass das Fett in die Fettspeicher kommt. Warum wohl die Low Carb – High Fat Ernährung wohl so gut funktioniert?

Merke: Insulin speichert Fett in den Fettzellen. Das Hormon wird ausgeschüttet, wenn du Kohlenhydrate isst.

Sehr viel und sehr schnell, wenn es Raketenzucker ist wie Pasta, Pizza, Schokolade. Dein Blutzuckerspiegel fährt Achterbahn. Sehr viel weniger Insulin wird gebraucht, wenn es Schneckenzucker ist, z.B.  Salat, Gemüse, Obst. Dein Blutzuckerspiegel chillt.

Die ganze Geschichte vom Schnecken- und Raketenzucker kannst du dir HIER anhören.

Fett wird eingelagert, weil du Insulin lockst. Nicht weil du Kalorien isst.

Welche Frage sich jetzt stellt:

Warum sollst du die gesamte Kalorienmenge für dein Übergewicht verantwortlich machen, wenn nicht alle Kalorien auf die Hüften gehen.

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst: 

3 | Wenn du weniger isst, verbrauchst du auch weniger!

 

Was man dir immer erzählt hat:

Wenn du in einem Kaloriendefizit bist, nimmst du ab. Weil dein Körper weiterhin dieselben Kalorien verbraucht. 

Was daran nicht stimmt:

Dein Körper ist viel zu schlau, um sich auf das Risiko des totalen Energieverlustes einzulassen. 


Wie es wirklich ist:

Die Energie, die du aufnimmst, ist eng verknüpft mit der Energie, die du verbrauchst!

Was uns seit ein paar Millionen Jahren tief in den Genen steckt: Erstmal das Überleben sichern!  Aus Sicht deines Körpers kommt jetzt zu wenig Energie um alle Instanzen im Körper weiterhin gut zu versorgen. Er weiß nicht, wie lange du noch solch ein Pech bei der Nahrungssuche hast – und fängt an, drastisch zu sparen. 

Lieber ein paar nicht ganz so wichtige Abteilungen im Körper unterversorgen, als zu sterben. Lieber kraftlos durch die Gegend schleichen (Muskulatur), frieren (Wärmebildung), stumpfes Haar und eine schlechte Verdauung – als diese wunderschöne Welt verlassen. 

Jetzt bist du zwar nicht mehr ganz fit, kannst dich aber noch um deine Nachkommen kümmern. Und bleibst am Leben. 

Sparst du Energie (Kalorien) fängt dein Körper auch an zu sparen. Und zwar ziemlich bald!

Ganz schön schlau von deinem Körper, oder?

Anfangs nimmst du noch ab. Doch der Gewichtsverlust ist bei weitem nicht so hoch, wie es auf Grund der eingesparten Kalorien zu erwarten wäre (siehe „Warum man das alles schon seit 100 Jahren weiß“).

Bis du an dem Punkt angelangt bist, an dem du weder ab- noch zunimmst. Das Gewicht stagniert. 

Auf der Waage passiert nichts mehr! 

Du verlierst die Nerven und isst wieder normal. Haust wieder richtig rein – bringt ja sowieso alles nichts. Blöde Diät. Dein Körper sagt sich:

„Prima, die Hungerkrise ist vorbei. Im Moment bin ich ja eh auf wenig Energie gepolt. Und komm ganz gut damit klar. Eine gute Gelegenheit, das, was gerade mehr reinkommt, auf die Hüften packen. Falls dieser Mensch nochmal so viel Pech bei der Nahrungssuche hat. Jo-Jo Effekt lässt grüßen!

 

Welche Frage sich jetzt stellt:

Welchen Sinn macht es, die Kalorienzufuhr zu drosseln – wenn der Körper fast sofort den Verbrauch drosselt?

[ein bisschen genauer] Tolle Experimente! Warum man das schon seit 100 Jahren weiß!

Im Jahr 1919 wurde am Carnegie Institute of Washington ein interessantes Experiment durchgeführt.

Freiwillige wurden absichtlich unterernährt. Sie erhielten nur 1400 bis 2100 Kalorien, ungefähr 30% weniger als der tatsächliche Kalorienverbrauch war. Die Wissenschaftler wollten wissen, ob der Energieverbrauch sinkt, wenn man weniger isst.

Ergebnis: Der Gesamtenergieverbrauch der Teilnehmer sank ebenfalls um 30% (!). Von anfangs rund 3000 Kalorien auf etwa 1950 Kalorien. Schon vor 100 Jahren fanden pfiffige Wissenschaftler also heraus, dass das, was wir verbrauchen, eng an das geknüpft ist, was wir zu uns nehmen.

Sinkt die Kalorienaufnahme, sinkt auch der Kalorienverbrauch! 

30 Prozent weniger Kalorien führte zu (fast) 30 Prozent weniger Verbrauch! Ist das nicht der Hammer?

Einige Jahrzehnte später (1944/1945) führte Dr. Ancel Keys mit dem Minnesota-Starvation-Experiment das umfangreichste Hungerexperiment aller Zeiten durch.

Nach dem zweiten Weltkrieg waren tausende Menschen kurz vor dem Verhungern. Man wollte die Phase der verringerten Kalorienzufuhr und die Phase der Erholung nach dem Hungern besser verstehen. 

  • Für das Experiment wurden 36 gesunde, normale, junge Männer ausgewählt.
  • Sie waren durchschnittlich 1,78 Meter groß waren und wogen 69,3 Kilo.
  • Der durchschnittliche Kalorienverbrauch lag bei 3000 Kilokalorien.

Die Teilnehmer bekamen in den ersten 3 Monaten rund 1570 Kalorien zu futtern. Die Zufuhr wurde Schritt für Schritt nach unten angepasst. Ziel war ein Gewichtsverlust von 1,1 Kilogramm (24%) pro Woche.

 

Zum Schluss aßen ein paar der Männer weniger als 1000 Kalorien am Tag!

Es gab vor allem Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Rüben, Brot und Nudeln. Fleisch und Milch gab es ja kaum. Sie mussten außerdem jede Woche rund 35 km zu Fuß gehen.

Dann wurden in 3 weiteren Monaten die Kalorien nach und nach wieder erhöht. Der erwartete Kalorienverbrauch betrug 3009 Kalorien pro Tag.

Dr. Keys war baff, wie sehr das Experiment die Männer belastete. Es gab massive körperliche und psychologische Veränderungen.

  • Der Ruheumsatz fiel um 40%! Ein ähnliches Ergebnis wie in früheren Studien.
  • Die Muskelkraft nahm um 21% ab. Die Herzfrequenz verlangsamte sich.
  • Die Körpertemperatur sank im Schnitt auf 35,5 Grad. Die Männer froren!
  • Die Ausdauer nahm um 50% ab.

Die Teilnehmer waren oft müde. Hatten Schwindelanfälle, Haarausfall und brüchige Fingernägel. Und sie dachten ständig ans Essen.

Was ist passiert?

Vor der Studie aßen und verbrauchten die Männer 3000 Kalorien am Tag. Dann wurde die Tageszufuhr auf 1500 Kalorien gesenkt.

Alle Körperfunktionen die Energie brauchten, wurden sofort und konsequent um 30 – 40 Prozent herabgesetzt.

Es kam viel weniger Energie rein, als gebraucht wurde. Der Organismus leitete drastische Sparmaßnahmen ein.

Der Körper reagiert auf die Reduktion von Kalorien mit einer sofortigen Senkung des Energieverbrauchs. 

Das ist ziemlich schlau! Denn was würde passieren, wenn dein Körper weiterhin 3000 Kalorien verbraucht, obwohl du ihm nur 1500 gibst. Er würde zuerst alle Fettspeicher aufbrauchen, dann die Proteinspeicher. Dann würde er sterben!

Und genau das will er – sehr vorausschauend – von Anfang an vermeiden. Es  ist sehr klug, den Energieverbrauch zügig auf 1500 Kalorien zu senken. Dein Körper „weiß“  nicht, wie lange dieser chronische Hungerzustand noch anhält! Er muss jetzt was unternehmen.

Abwarten und Tee trinken könnte – aus seiner Sicht – tödlich enden. Eventuell spart er sogar noch ein bisschen mehr ein  (z.B. 1400 Kalorien) – um eine kleine Reserve zu bilden.

It´s all about Energy. Wie mein Dozent Prof. Dr. Leo Pruimboom immer so schön gesagt hat.

Noch ein bisschen Logik?

Wohin verschwindest du, wenn du immer weiter abnimmst? 

  • Wenn du die Tageszufuhr um 500 Kalorien reduzierst, sind das 3500 Kalorien pro Woche.
  • Demnach müsstest du ca. 500 Gramm Fett pro Woche verlieren (1 kg Körperfett = ca. 7000 Kalorien.)
  • Bedeutet das dann, dass du in 200 Wochen rund 100 Kilo abnimmst und dann gar nichts mehr wiegst?

Natürlich nicht. Dein Körper wird seinen Kalorienverbrauch ab einem bestimmten Zeitpunkt reduzieren. Er wird die verminderte Kalorienzufuhr ausgleichen.

Was in den Experimenten eine große Überraschung war:

Diese Anpassung tritt zügig ein und bleibt lange erhalten!

Die Männer im Minnesota-Starvation-Experiment hätten rund 35 Kilo abnehmen müssen. Doch es waren nur knapp 17. Zum Schluss mussten die Kalorien immer drastischer reduziert werden damit sie weiter abnahmen. Kommt dir das bekannt vor? 

Als sie wieder normal aßen kam es zum Jo-Jo Effekt! 

In der Hungerphase verloren sie überwiegend Fett. Sobald sie wieder normal aßen, nahmen sie schnell wieder zu. Nach rund 12 Wochen hatten sie ihr altes Gewicht zurück. Doch das war nicht alles: Ihr Körpergewicht stieg weiter! Bis es höher war als zu Beginn des Experiments. Heute bekannt als Jo-Jo Effekt. 


Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst: 

4 | Fettzellen wachsen nicht, weil du Kalorien zu dir nimmst!

 

Was man dir immer erzählt hat:

Kalorien werden in deine Fettzellen gestopft. Deine Fettzellen wachsen und wachsen. Bis du platzt?!

Was daran nicht stimmt:

Fettzellen wachsen reguliert. Wie schnell oder langsam bestimmen ein paar mächtige Hormone.

Wie es wirklich ist:

Die wahren Bestimmer sind deine Hormone! Botenstoffe die sekündlich Nachrichten durch deinen Körper senden. Sie steuern Körpergröße, Blutzucker, Sexualität, Körpertemperatur, Fettzellenmenge und Fettzellengröße. 

Früher war es wichtig, dass die Überlebensstrategie „Werde dick damit du den nächsten Winter überlebst“ zuverlässig funktioniert. Kein Wunder, dass der Körper sich mit mehreren Mechanismen abgesichert hat.

Wäre nur die Zufuhr von Kalorien dafür verantwortlich gewesen, dass wir genug Fett ansetzen – wir wären längst ausgestorben! 

Welche Frage sich jetzt stellt:

Wenn vor allem Hormone fürs Zunehmen verantwortlich sind – warum sollst du dann Kalorien zählen? Wäre es nicht besser zu hinterfragen, welche Hormone dir den Speck auf den Hüften bescheren? Und wie du das stoppen kannst? 

Wie du deine Fettzellen auf Trab bringst und endlich Frieden mit ihnen schließt kannst du HIER nachlesen.

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 5 Gründe, warum du damit nicht abnimmst: 

5 | Energie aus Kalorien wird nicht verbrannt, sondern verteilt.

 

Was man dir immer erzählt hat:

Jede Kalorie, die du zu viel isst, geht dir sofort auf die Hüften, wenn du sie nicht gleich wieder „verbrennst“.

Was daran nicht stimmt:

Dein Körper ist kein isoliertes System, wie ein Ofen. Eher ein Thermostat, das zuverlässig misst, wo gerade Energie gebraucht wird.

Wie es wirklich ist:

Energie kommt und geht. Ständig! Wenn du 300 Kalorien „zu viel“  isst, gibt es nichts, was deinen Körper davon abhält, den Überschuss in Form von Wärme wieder abzugeben. Oder Knochen draus zu bauen. Oder Darmschleimhaut. Oder, oder, oder. 

Wir jagen den Kalorien hinterher obwohl der Verbrauch viel wichtiger ist (Siehe auch Grund Nr. 1)

Wofür dein Körper ständig Energie braucht:

  • Wärme produzieren
  • Proteine bauen
  • Knochen neu bilden
  • Muskeln aufbauen
  • Gehirnpower
  • Herzfrequenz
  • Bewegung
  • Entgiftung
  • Verdauung
  • Atmung
  • Ausscheidung
  • Fettproduktion

 

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie dein Körper überschüssige Energie verbrauchen kann – statt sie als Körperfett zu speichern.

Wir können aber nicht bestimmen, wie viel Energie in die Fettproduktion und wie viel z.B. in die Neubildung von Knochen fließt.

Welche Frage sich jetzt stellt:

Warum sollst du Kalorien sparen, wenn ein Überschuss sowieso im System verteilt wird?

Hör endlich auf Kalorien zu zählen! 

Groß angelegte Experimente haben bewiesen: Kalorien reduzieren bringt nichts! Trotzdem wird dieses Konzept immer noch als der Schlüssel  fürs Abnehmen anpriesen. 

Tja! Und wer keine bessere Lösung parat hat, gibt es auch nicht gerne zu: Dass eine fettarme, kalorienreduzierte Ernährung scheitern muss. Evolutionäre Mechanismen hebeln  diesen Ansatz komplett aus! 

Richtig schade finde ich, dass sich so viele Menschen mit dieser spaßbefreiten Kalorienzählerei abmühen. Und sich dann auch noch schuldig fühlen, wenn sie scheitern.

Insulin ist der entscheidende Faktor beim Abnehmen! Nicht die Kalorien. 

Wenn du etwas zählen willst, dann die Verteilung der Nährstoffe auf deinem Teller: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate. Wirf auch einen Blick auf Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente. 

Nach meinen Coachings, Workshops und Kursen verlieren meine TeilnehmerInnen ihre Kilos. Nachhaltig. Ich weiß das so genau, weil ich immer wieder in Kontakt mit ihnen bin. Weil ich interessiert nachfrage. Mir erzählen lasse, wie es läuft. 

Meine Ansätze kannst du auf meinem Blog nachlesen oder in meinem Podcast anhören.

Quellen, die mich bei der Recherche zu diesem Blogpost inspiriert haben:

078 – Zu viel essen! Warum Übergewicht ein Gehirn Problem sein kann (1)

Du hörst ein äußerst spannendes Interview (1. Teil) mit Ernährungstherapeut und kPNI-Dozent Tom Fox. Tom war einer meiner absoluten Lieblingsdozenten während meiner Ausbildung zum kPNI-Coach.

Ich hab die Gelegenheit genutzt ihn so richtig ausgequetscht zum Thema: Warum essen manche Menschen zu viel. Warum nehmen manche nicht ab, obwohl sie schon so viel richtig machen. Wie kommt es, dass unser so gut geschütztes Gehirn ein Problem bekommt? Und was hat das mit Gesundheit und Gewicht zu tun?

Im ersten Teil des Interviews besprechen wir:

– Was ist die kPNI (klinische Psycho-Neuro-Immunologie)?
– Was passieren muss, damit unser Gehirn ein Problem bekommt?
– Welche Auswirkungen das auf das Sättigungssystem hat.
– Welchen Effekt das „egoistische Gehirn“ hat.
– Warum „iss weniger und beweg dich mehr“ nicht immer der beste Tipp ist.
– Was chronischer Stress damit zu tun hat.
– Welchen positiven Einfluss das Prinzip der Abwechslung (Intermittend Living) auf Gesundheit und Körpergewicht hat.
– und vieles mehr

Viel Spaß!

Alle Infos zum Ernährungstherapeuten und kPNI Dozenten Tom Fox:

Hier gehts zu Toms Heilpraxis in Bonn.
Hier zur kPNI Akademie.

077 – Insulinresistenz einfach erklärt (2) Wie Zucker krank und dick macht!

Eine Insulinresistenz wird oft zufällig entdeckt. Viele wissen überhaupt nicht, dass sie schon mitten drin stecken. Sie wundern sich nur, dass sie kontinuierlich zunehmen. Also schon mitten drin stecken im Teufelskreis. 

Die Dunkelziffer derjenigen, die in der Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 stecken ist erschreckend groß. 

Hormoncoach Rabea Kiess hat mich für ihren Podcast Hormon Reset interviewt. Wir haben das Thema Insulinresistenz gründlich von allen Seiten beleuchtet. Ich habe in einfachen, verständlichen Worten erklärt, was eine Insulinresistenz ist und wie sie entsteht.

Wer mich kennt weiß, dass ich gerne in Bildern spreche. Nach diesen Episoden wirst du genau wissen, was Sache ist. 

Wenn wir über eine Insulinresistenz sprechen, geht es auch immer um das Thema Zucker! Zucker essen. Viel Zucker essen.

  • Doch was ist eigentlich alles Zucker?
  • Nur das Bonbon und die Schokolade?
  • Oder auch die Pizza und das Frühstücksbrötchen? 

Es geht vor allem um deinen Blutzuckerspiegel, der ungesund ansteigt.

Und um die Folgeerkrankung der Insulinresistenz: Diabetes Typ 2. Die dramatische Folgeerkrankungen hat – wie schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erblindung, Diabetischer Fuß. 

Alles „nur“ weil der Mensch zu viel Zucker konsumiert.

Eine Insulinresistenz führt dazu, dass du unkontrolliert immer weiter zunimmst. 

Was fatal ist: Du hast mit dieser Stoffwechsel Entgleisung kaum eine Chance, wieder abzunehmen.

Was du in den nächsten beiden Folgen lernst: 

  • Wie entsteht eine Insulinresistenz?
  • Was ist eigentlich alles Zucker?
  • Macht Zucker dick? Oder die Kohlenhydrate? Oder beides?
  • Woran kannst du eine Insulinresistenz erkennen?
  • Welche Laborwerte brauchst du, um eine Insulinresistenz zu erkennen?
  • Was kannst du tun, um deinen Blutzucker in den Griff zu kriegen? 
  • Wie kannst du dir selbst helfen, um die Insulinresistenz rückgängig zu machen?
  • Welche Gründe gibt es noch für eine Insulinresistenz? 
  • Kann ich auch Insulin resistent werden, wenn ich eigentlich schlank bin?

 

„Iss dich glücklich!“ Einzelcoaching Januar SPECIAL

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Ich sende dir dann bald weitere Infos und du erfährst, wenn das Coaching buchbar ist.