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Shirin Yoku – Bootcamp fürs Immunsystem! Stresspegel runter – Figur im Griff.

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Shirin Yoku - Forrest Bath! Wie Du Deinen Organismus beruhigst und dadurch besser Fett verbrennst. 
Titelfoto: Cecilia Medina on Unsplash

Wald

Photo: Anton Darius @theSollers auf Unsplash

Stress macht dick! Sobald die Stressachsen im Körper aktiviert werden steigt der Blutzuckerspiegel. Und es ist nicht nur der volle Terminkalender, der Körper, Geist & Seele aus dem Takt bringt. 

Der Aktivitätspegel steigt, Insulin kommt ins Spiel und taxiert den Zuckerpegel genauso aus, wie Dein Organismus ihn braucht. 

Insulin sorgt u.a. dafür, dass der Zucker in die Zellen gelangt, damit dort die nun so dringend benötigte Energie bereitgestellt werden kann. 

Sobald Insulin im Körper unterwegs ist, wird die Fettverbrennung gehemmt.  Dein Organismus läuft jetzt auf Zucker und lässt die Fette genau dort, wo er sie ziemlich Klasse findet: in den Energiedepots für schlechte Zeiten. Bauch, Beine, Po. 

Früher war das extrem wichtig, um Homo Sapiens vorm aussterben bzw. vorm verhungern zu bewahren.  Heute ist es genau dieser mehrere Millionen Jahre alte Mechanismus, der dafür sorgt, dass wir unsere Pfunde nicht wieder loswerden.

Wenn Stress im Spiel ist, wird es schwer mit der Gewichtsreduktion. 

Der Organismus sorgt dann dafür, dass Blutzucker bereit steht, um Dich auf die "Kampf- und Fluchtsituation" - Du rennst den Bahnsteig hoch, der Chef brüllt Dich an, Du läufst eine schnelle Runde durch den Wald- vorzubereiten. Diese akuten Stresssituationen sind vom Körper sehr leicht zu bewältigen. Sie sind ihm vertraut. Das System wird hochgefahren und auch gleich wieder beruhigt. 

Chronischer Stress ist dagegen eine ganz andere Nummer. Du hast seit Monaten echte Probleme - finanzielle, berufliche, persönliche,  wirst gemobbt oder arbeitest in einem Job, der Dich chronisch überfordert - und es ist auch kein Ende in Sicht. 

Es gibt eine ganze Reihe Möglichkeiten, unseren Organismus, das Immunsystem, das Stresssystem und die niedriggradigen Entzündungen wieder zu besänftigen! 

Stress macht dick - also nix wie weg damit! 

In diesem Artikel bekommst Du ein wahnsinnig effektives und gleichzeitig leicht umsetzbares Tool an die Hand, um Deinen Stresspegel zu senken, das Immunsystem zu beruhigen - und dieses sogar auf die Reise zu schicken um Reparatur- und Regenerationsprozesse anzugehen.

Ich erkläre Dir, was mit Shirin Yoku - dem Bad im Wald - gemeint ist und Du bekommst eine genaue Bade-Anleitung von mir. Eines kann ich Dir schon verraten: für diese besondere Therapie musst Du keine Badewanne in den Wald schleppen. 

In Japan werden mit der Waldtherapie bereits seit den 70er Jahren Menschen in die Heilung gebracht! Und das funktioniert nicht nur mit Eucalyptus Bäumen - sondern auch mit Tannen und Eichen. 

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Foto: Timon Studler auf Unsplash

Neue Feinde - Stressoren, die uns krank machen

Es gibt so einiges, was unserem Körper immer noch völlig unbekannt ist und was ihn dadurch chronisch unter Stress setzt. Wir kommen vor allem durch die Faktoren aus dem Takt, die mit unserem modernen Lebensstil zusammenhängen:

  • zu viele Sitzstunden am Stück
  • zu wenig Schlaf
  • Rauchen
  • übermäßiges Essen
  • zu viel Zucker in der Nahrung
  • zu wenig Tageslicht
  • Bewegungsmangel
  • ungelöste psychoemotionale Probleme
  • uvm. 

Es ist die Summe aller Päcklein, die Deine Stressachse auf Daueralarm stellen.  

Die Summe aller Risikofaktoren bewirkt eine chronische Aktivierung der Stressachsen, dem Öffnen von u.a. Darmbarrieren und damit den chronischen Eintritt von bakteriellen Ablagerungen in den Blutstrom, was zu chronischen Infekten und Entzündungen führen kann. Und damit zu einem chronisch aktivierten Immunsystem. 

Das Ende vom Lied ist eine sogenannte low grade inflammation - eine Entzündung auf ganz kleiner Flamme, die täglich leise vor sich hin schwelt. 

Die niedriggradige Entzündung wird von vielen Wissenschaftlern als Ursache für die meisten chronischen Krankheiten angesehen.

Die oben genannten Stressoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, ein völlig durcheinander geratener Biorhythmus sind neu für uns. Neue Feinde. 

Das nun konstant aktivierte Stresssystem schickt Dich permanent in eine Kampf-Flucht-Ausgangsposition. Alle System stehen auf "pass auf!" und "ich brauche jetzt zuverlässig und jederzeit Energie". Der Blutzuckerspiegel ist chronisch leicht erhöht. Die Fettverbrennung funktioniert jetzt schlecht. 

Doch es gibt eine Lösung aus dem Dilemma. Wir können unserem Organismus immer öfter auch mal wieder seine "alten Freunde" anbieten. 

Foto: Hal Gatewood auf Unsplash

Alte Freunde - Stressoren, die uns gut tun

Unsere alten Freunde dagegen, holen unser Stresssystem auf eine ganz sanfte Weise "an die Außenseite" des Körpers. "Schau mal - ein alter Stressreiz, den wir schon seit Ewigkeiten kennen - lass uns mal ein wenig in Aktivität kommen, ein paar sanfte Stressreize anleiern und schauen, was wir für diesen Menschen tun können." 

Unsere alten Freunde:

  • Hitze
  • Kälte
  • Hunger
  • Durst
  • kognitiver Druck  
  • (ein bisschen) Gefahr

Von allem ein wenig, immer mal wieder. Wir müssen dafür weder durch Wüsten oder die Antarktis laufen. Und auch nicht wochenlang hungern. Und dursten schonmal gar nicht.

Doch es reizt Dein Immunsystem auf angenehme und altbekannte Weise, wenn Du dann mal wieder ein bisschen Hitze spürst, z.B. in der Sauna. 

Ein bisschen Kälte, weil Du im Winter die Heizung nicht auf Anschlag drehst oder mal nicht ganz so dick angezogen rausgehst.

Ein wenig Hunger, weil Du mal eine Mahlzeit auslässt. Ein bisschen Durst - indem Du nur dann trinkst, wenn Du durstig bist - und nicht ständig an einer Wasserflasche nippst. 

Kognitiver Druck - versuche doch mal wieder eine Adresse ohne Navi zu finden. Für ein bisschen Gefahr kannst Du klettern oder boxen. Oder Du nimmst ein Bad im Wald. 

Es beruhigt Deinen Organismus, auf alte Freunde zu treffen. 

Der alte Freund, auf den er bei einem Aufenthalt im Wald trifft: ein bisschen Gefahr! Er registriert: Wir befinden uns draußen, in der Natur - aufpassen ist angesagt. Lass uns mal schauen, ob alles in Ordnung ist. Ob es Angreifer gibt - in Form von giftigen Pflanzen, wilden Tieren, Pflanzen-Moleküle, die durch die Luft flirren. 

Das Immunsystem wird dann auch aktiviert - auf eine ruhige, die Gesundheit fördernde Art und Weise. Es kommt aus dem inneren Deines Organismus "an die Außenseite" und schaut nach, ob alles in Ordnung ist. Und der Reise durch Deinen Körper, repariert es, was es zu reparieren gibt. 

Foto: Samuel Zeller auf Unsplash

Und jetzt kommt Shirin Yoku - das Waldbaden -  ins Spiel! Ein bisschen Gefahr. 

Glaube mir, bevor ich auf dieses Thema gestoßen bin, habe ich mir überhaupt keinen Kopf darum gemacht, was passiert, wenn ich durch einen Wald gehe. Oder mich einfach nur dort aufhalte. 

Doch die Natur zeigt uns unverblümt und hochintelligent, wohin die Reise Richtung Wohlbefinden und Gesundheit geht. Wissenschaftler entdeckten dies bereits in den 80er Jahren in Japan.

Ein schlichter Aufenthalt im Wald! In dieser wohlduftenden, herrlich frischen Atmosphäre, die uns sofort tiefer durchatmen lässt. Tannennadeln, nasser Waldbogen und herunter gefallene Blätter ergeben einen angenehmen Geruch in unseren Nasen.

Und es geht jetzt nicht um ein Ausdauer- oder Krafttraining. Sondern darum, einfach dort zu sein. Vielleicht spazieren zu gehen oder ein wenig zu wandern.

Shinrin - Yoku bedeutet: Einatmen der Waldatmosphäre

Foto: Jeremy Bishop auf Unsplash

Der Mensch ist ein sehr feinstoffliches Wesen und es wird immer klarer, wie sehr wir mit unserer Umwelt vernetzt sind. Alles begann in den achtziger Jahren in Japan. 

Die Japaner entdeckten bereits vor 35 Jahren, dass das Einatmen der Waldluft chronisch erkrankten Menschen eine große Linderung verschafft.

Seit 1982 ist Shinrin-yoku in Japan eine anerkannte Methode zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Unterstützung von Behandlungen.

Wenn in Japan jemand chronisch krank wird, bekommt er zunächst die Waldtherapie verordnet und erst, wenn die nicht hilft, geht es weiter mit Medikamenten.

Unser Immunsystem ist ein weiteres Sinnesorgan. 

Joel Dimsdale, Professor für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien hat es auf den Punkt gebracht, als er verkündete, dass es sich bei unserem Immunsystem um ein Sinnesorgan handelt, das fähig ist, wahrzunehmen, zu kommunizieren und zu handeln.

"Betrachten Sie Ihr Immunsystem als Ihren 6. Sinn." 

Die Möglichkeit, dass Menschen mit ihrem kommunizierfreudigen Immunsystem - über einen Aufenthalt im Wald - in die Heilung kommen ist so groß, dass im Jahr 2012 an den japanischen Universitäten der Forschungszweig „Forrest Medicine“ gegründet wurde. 

An diesem Projekt beteiligen sich heute Wissenschaftler aus aller Welt. Die Pflanzen kommunizieren untereinander und auch mit unserem neugierigen und mit allen Wassern gewaschenen Immunsystem, das nur ein Ziel kennt: uns zu beschützen, unser Leben zu erhalten.

Pflanzen unterhalten sich. Dein Immunsystem registriert das. 

Das, was wir mit Worten, Gesten, Mimik und Körpersprache machen, schaffen die Pflanzen mit chemischen Substanzen. Sie senden winzige Moleküle durch die Welt, die Informationen preisgeben.

Zum Beispiel: „Achtung, da kommt ein Fressfeind“ – und schon ist die gesamte Nachbarschaft alarmiert. Es wird sogar mitgeteilt, um welche Fressfeinde es sich handelt!

Die informierten Pflanzen bilden Abwehrstoffe gegen die Schädlinge – auch das Immunsystem der Pflanzen funktioniert tadellos.

Foto: Sharon McCutcheon auf Unsplash

Moleküle tanzen um Dich herum - ich stell sie mir glitzernd vor. 

Die Moleküle heißen Terpene. Sie informieren nicht nur die Nachbarschaft sondern auch die natürlichen Feinde der Fressfeinde.

Und Terpene flirren auch durch den Wald, wenn wir uns dort aufhalten, spazieren gehen oder hindurch joggen.

Unser Immunsystem wird achtsam. Es steckt uns noch immer in den Genen: Wald – Pflanzen – Terpene! Mal schauen ob es hier nicht doch ein wenig Gefahr gibt.

Vielleicht will uns ja jemand angreifen – lasst uns lieber mal die Schutzmechanismen hochfahren. Unser Immunsystem kommt, wie weiter oben schon erwähnt "an die Außenseite". 

Dorthin, wo es evtl. schon lange nicht mehr war, weil es evtl. die ganze Zeit mit einer niedriggradigen Entzündung durch die o.g Stressfaktoren beschäftigt war. 

Unser Immunsystem wird durch diese low grade Inflammation so auf Trab gehalten, dass es sich um die wirklich wichtigen Dinge im Körper nicht mehr kümmert. 

Wissenschaftler haben das untersucht! 

Sie haben den Menschen nach einem Aufenthalt im Wald Blut abgenommen und folgendes festgestellt:

  • deutlicher Anstieg der Immunzellen
  • deutlich höhere Aktivität der Immunzellen
  • die erhöhte Aktivität der Immunzellen hat einige Tage angehalten
  • das Niveau der Anti-Krebs-Proteine ist gestiegen

Seit ich mich intensiver mit der Waldmedizin Shinrin-yoku befasse, laufe ich mit einem ganz anderen Gefühl durch den Wald.

Die Terpene stelle ich mir als kleine, glitzernde Schutzmoleküle vor, die mich stärken und gesund halten. Ich berühre die Pflanzen, streife sie mit Händen, Armen, Beinen.

Und ich rege mich nicht mehr auf, wenn Dornen mir die Beine zerkratzen oder Brennnesseln mich ein wenig verbrennen. Das ist ein tolles Trainings fürs Immunsystem. So wie als Kind im Dreck spielen und Hundeschnauzen küssen. 

Professor Qing Li, ein führender Wissenschaftler im Forschungszweig Waldmedizin, gibt folgende Empfehlungen, um die Begegnung zwischen Wald und menschlichem Immunsystem zu gestalten:

Anleitung für ein Bad im Wald

  • Bleib´ 2 Stunden im Wald und gehe in dieser Zeit ca. 2,5 Kilometer.

  • Wenn Du 4 Stunden Zeit hast, geh´ etwa 4 Kilometer.

  • Wiederhole dies an 3 Tagen hintereinander, wenn Du Deine natürlichen Killerzellen und die Anti-Krebs-Proteine langfristig stärken möchtest.

  • Der Spaziergang sollte nicht erschöpfen, also den körperlichen Voraussetzungen entsprechen.

  • Wenn Du müde wirst, mach´ eine Pause, wann immer und so lange wie nötig – an einem Ort im Wald, an dem Du Dich wohl fühlst.

  • Wenn Du Durst hast, trink´ Wasser oder Tee.

  • Such` Dir einen Platz, der Dir auf Anhieb gefällt. Setz´ Dich sich in eine gemütliche Position dorthin. Hier kannst Du entspannen, etwas lesen, meditieren – genieße die wunderbare Atmosphäre.

  • Hol` Dir Deine Waldmedizin einmal pro Monat mit einem 2-3 tägigen Aufenthalt, ca. 4 Stunden pro Tag. Dies hält Deine natürlichen Killerzellen und Anti-Krebs-Proteine dauerhaft auf einem hohen Level.

Besonders gut funktioniert das alles im Frühling und Sommer - jetzt ist die Konzentration der Terpene am höchsten

  • im Waldesinneren
  • nach Regen
  • bei Nebel

Kleine Anmerkung: Forrest Bath dient vor allem der Vorbeugung gegen Krankheiten. Wer bereits krank ist oder sich krank fühlt, sollte unbedingt zum kPNI Therapeuten, Heilpraktiker oder Arzt seines Vertrauens gehen.

Der Wald ist ein uralter Freund des Menschen. Haltet Euch dort auf – es wird Euch gut tun, so oder so.

Quelle: Der Biophilia-Effekt | Clemens G. Arvay

Ich lege jedem, der sich tiefer mit diesem Thema befassen möchte, dieses wunderbare Buch ans Herz.


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Januar 2019.

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Werde gleich zu Beginn des neuen Jahres Heisshunger-Attacken und ein paar Kilos auf den Hüften los. Und zwar nachhaltig. 
  
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