Wie du mit einem „Bad im Wald“ deinen Stresspegel reduzierst, dein Immunsystem auf Trab bringst und leichter abnimmst! 

 

Sobald die Stressachsen im Körper aktiviert werden, steigt der Blutzuckerspiegel. Und es ist nicht nur der volle Terminkalender, der Körper, Geist & Seele aus dem Takt bringt.

 

Der Aktivitätspegel steigt, Insulin kommt ins Spiel und balanciert den Zuckerpegel genauso aus wie dein Organismus ihn braucht.

 

Insulin sorgt u. a. dafür, dass der Zucker in die Zellen gelangt, damit dort die benötigte Energie bereitgestellt werden kann. Sobald Insulin im Körper unterwegs ist, wird die Fettverbrennung gehemmt.

 

Dein Organismus läuft jetzt auf Zucker und lässt die Fette genau dort, wo er sie klasse findet: in den Energiedepots für schlechte Zeiten. Bauch, Beine, Po. Früher war es wichtig, dass dies so funktioniert, um Homo sapiens vorm Verhungern zu bewahren.

 

Heute ist es genau dieser mehrere Millionen Jahre alte Mechanismus, der dafür sorgt, dass wir unsere Pfunde schlecht wieder loswerden.

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Wenn Stress im Spiel ist, wird es schwer mit der Gewichtsreduktion.

 

Der Organismus sorgt jetzt dafür, dass Blutzucker bereitsteht, um Dich auf die „Kampf- und Fluchtsituation“ vorzubereiten. Du rennst z. B. den Bahnsteig hoch, der Chef brüllt Dich an, du läufst eine schnelle Runde durch den Wald. Doch diese akuten Stresssituationen sind vom Körper sehr leicht zu bewältigen. Sie sind ihm vertraut. Das Stresssystem wird hochgefahren und auch gleich wieder beruhigt.

 

Chronischer Stress ist dagegen eine ganz andere Nummer. Du hast seit Monaten echte Probleme: finanzielle, berufliche oder persönliche. Du wirst gemobbt oder arbeitest in einem Job, der dich chronisch überfordert.

 

Die Lösung: Es gibt viele Möglichkeiten, deinen Organismus wieder zu besänftigen.

 

Stress macht dick, also nix wie weg damit!

 

In diesem Artikel bekommst du ein wahnsinnig effektives und leicht umsetzbares Tool an die Hand, um deinen Stresspegel zu senken. Und um das Immunsystem zu beruhigen! Es sanft anzustoßen und auf die Reise zu schicken, um Reparatur- und Regenerationsprozesse anzugehen.

 

Ich erkläre dir, was mit Shirin Yoku – dem Waldbaden – gemeint ist und du bekommst eine genaue „Badeanleitung“ von mir.

 

In Japan werden mit der Waldtherapie bereits seit den 80er-Jahren Menschen in die Heilung gebracht! Und das funktioniert nicht nur mit Eukalyptusbäumen, sondern auch mit Tannen und Eichen.

 

Stressoren, die dich krank machen können.

 

Es gibt einiges, was deinem Körper immer noch völlig unbekannt ist und was ihn deshalb chronisch unter Stress setzt. Er kommt durch Faktoren aus dem Takt, die mit unserem modernen Lebensstil zusammenhängen:

 

  • zu viele Sitzstunden am Stück
  • zu wenig Schlaf
  • Rauchen
  • zu viel Zucker in der Nahrung
  • zu wenig Tageslicht
  • Bewegungsmangel
  • psychoemotionale Probleme

Am Ende ist es die Summe aller Päcklein, die deine Stressachse auf Daueralarm stellen.

 

Die Summe aller Risikofaktoren bewirkt eine chronische Aktivierung der Stressachsen. Dem Öffnen von Darmbarrieren und damit den chronischen Eintritt von bakteriellen Ablagerungen in den Blutstrom. Was zu chronischen Infekten und Entzündungen führen kann. Und damit zu einem chronisch aktivierten Immunsystem. Das Ende vom Lied ist eine sogenannte low grade Inflammation, eine Entzündung auf ganz kleiner Flamme, die täglich leise vor sich hin schwelt.

 

Die niedriggradige-Entzündung wird von vielen Wissenschaftlern als Ursache für die meisten chronischen Krankheiten angesehen.

 

Die oben genannten Stressoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, ein durcheinandergeratener Biorhythmus sind neu für deinen Körper (neue Feinde). Das nun konstant aktivierte Stresssystem schickt dich permanent in eine Kampf-Flucht-Ausgangsposition. Alle Systeme stehen auf „Pass auf! Ich brauche jetzt zuverlässig Energie“. Der Blutzuckerspiegel ist chronisch leicht erhöht. Die Fettverbrennung funktioniert jetzt schlecht. Energie vor allem aus Fett herzustellen, würde viel zu lange dauern. Du brauchst jetzt „schnelle Energie“. Das funktioniert zuverlässig mit Zucker (Glukose).

 

Doch es gibt eine Lösung aus dem Dilemma. Du kannst deinem Organismus seine „alten Freunde“ anbieten.

 

Stressoren, die uns guttun.

 

Alt bekannte Stressreize holen dein Immunsystem auf sanfte Weise „an die Außenseite“ des Körpers. „Schau mal! Ein alter Freund, den wir schon seit Ewigkeiten kennen. Lass uns mal ganz gechillt aktiv werden, ein paar sanfte Stressreize anleiern und schauen, was wir für unseren Menschen tun können.“

 

Alte Freunde unseres Organismus:

 

  • Hitze
  • Kälte
  • Hunger
  • Durst
  • kognitiver Druck
  • ein wenig Gefahr

 

Von allem ein wenig, immer mal wieder. Du musst dafür weder durch Wüsten noch durch die Antarktis laufen. Und auch nicht wochenlang hungern. Und dursten schon mal gar nicht. Doch es reizt dein Immunsystem auf sanfte und altbekannte Weise, wenn du ab und zu ein wenig Hitze spürst, z. B. in der Sauna.

Oder durch eine heiße Dusche. Ein bisschen Kälte, weil du im Winter die Heizung nicht auf Anschlag drehst oder nicht ganz so dick angezogen rausgehst. Ein wenig Hunger, weil du ab und zu eine Mahlzeit auslässt. Ein bisschen Durst, indem du nur dann trinkst, wenn du durstig bist. Nicht ständig an einer Wasserflasche nippst. Kognitiver Druck! Versuche, eine Adresse ohne Navi zu finden. Für ein bisschen Gefahr kannst Du klettern oder boxen. Oder Du nimmst ein Bad im Wald.

Es beruhigt dein Stresssystem und triggert das Immunsystem ganz sanft, wenn du auf alte Freunde zu triffst.

Der alte Freund, auf den du bei einem Aufenthalt im Wald triffst: ein bisschen Gefahr! Dein Organismus registriert: Wir befinden uns in einem Wald. In der Wildnis. Aufpassen ist angesagt. Lass uns mal schauen, ob alles in Ordnung ist. Ob es Angreifer gibt: giftige Pflanzen oder gefährliche Tiere.

 

Das Immunsystem wird aktiviert – auf eine sanfte, die Gesundheit fördernde Art und Weise.

 

Immunzellen kommen aus dem Inneren deines Organismus „an die Außenseite“ und schaut nach, ob alles in Ordnung ist. Auf der Reise durch deinen Körper repariert es, was es zu reparieren gibt. Bevor ich auf dieses Thema gestoßen bin, habe ich mir überhaupt keinen Kopf darum gemacht, was passiert, wenn ich in einem Wald bin.

Japanische Wissenschaftler entdeckten es in den 80er-Jahren: Ein schlichter Aufenthalt im Wald hat eine heilende Wirkung! Diese wohlduftenden, herrlich frischen Atmosphäre, die uns sofort tiefer durchatmen lässt. Tannennadeln, nasser Waldboden und herunter gefallene Blätter ergeben einen Geruch, den wir seit vielen Millionen Jahren kennen.

 

Shinrin – Yoku bedeutet: Einatmen der Waldatmosphäre.

 

Der Mensch ist einfeinstoffliches Wesen und es wird immer klarer, wie sehr wir mit unserer Umwelt vernetzt sind. Die Japaner entdeckten, dass das Einatmen der Waldluft chronisch erkrankten Menschen eine große Linderung verschafft. Seit 1982 ist Shinrin-yoku in Japan eine anerkannte Methode zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Unterstützung von Behandlungen. Wenn in Japan jemand chronisch krank wird, bekommt er zunächst die Waldtherapie verordnet. Erst wenn die nicht hilft, geht es weiter mit Medikamenten.

 

Das Immunsystem ist dein 6. Sinn!

 

Joel Dimsdale, Professor für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien, hat es auf den Punkt gebracht: er verkündete, dass es sich bei unserem Immunsystem um ein Sinnesorgan handelt, das fähig ist, wahrzunehmen, zu kommunizieren und zu handeln.

 

„Betrachten Sie Ihr Immunsystem als Ihren 6. Sinn.“

 

Die Möglichkeit, dass Menschen mit ihrem kommunizierfreudigen Immunsystem – über einen Aufenthalt im Wald – in die Heilung kommen, ist groß. So groß, dass im Jahr 2012 an den japanischen Universitäten der Forschungszweig „Forrest Medicine“ gegründet wurde. An diesem Projekt beteiligen sich heute Wissenschaftler aus aller Welt. Die Pflanzen kommunizieren untereinander und auch mit unserem neugierigen, mit allen Wassern gewaschenen Immunsystem. Das ja nur ein Ziel hat: uns zu beschützen, unser Leben zu erhalten. Pflanzen unterhalten sich. Dein Immunsystem registriert das.

Das, was wir mit Worten, Gesten, Mimik und Körpersprache machen, schaffen die Pflanzen mit chemischen Substanzen. Sie senden winzige Moleküle (Terpene) durch die Welt, die Informationen preisgeben. Zum Beispiel: „Achtung, da kommt ein Fressfeind“ – und schon ist die gesamte Nachbarschaft alarmiert. Es wird sogar mitgeteilt, um welche Fressfeinde es sich handelt!

 Terpene flirren auch durch den Wald, wenn du dich dort aufhältst, spazieren gehst oder hindurch joggst. Unser Immunsystem erkennt: Ein bisschen Gefahr und wird achtsam: „Vielleicht will uns jemand angreifen, lasst uns vorsichtshalbe die Schutzmechanismen hochfahren.“

 

Dein Immunsystem kommt „an die Außenseite“.

 

Dorthin, wo es vielleicht lange nicht mehr war, weil es evtl. die ganze Zeit mit einer niedriggradigen Entzündung durch die oben genannte Stressfaktoren (neue Feinde) beschäftigt war. Dein Immunsystem wird durch eine low grade Inflammation so auf Trab gehalten, dass es sich um die wirklich wichtigen Dinge im Körper nicht mehr kümmern kann. Wissenschaftler haben das untersucht! Sie haben den Menschen nach einem Aufenthalt im Wald Blut abgenommen und Folgendes festgestellt:

  • deutlicher Anstieg der Immunzellen
  • deutlich höhere Aktivität der Immunzellen
  • die erhöhte Aktivität der Immunzellen hat einige Tage angehalten
  • das Niveau der Anti-Krebs-Proteine ist gestiegen

Seit ich mich intensiver mit der Waldmedizin Shinrin-yoku befasse, laufe ich mit einem ganz anderen Gefühl durch den Wald. Die Terpene stelle ich mir als kleine, glitzernde Schutzmoleküle vor, die mich stärken und gesund halten. Ich berühre die Pflanzen, streife sie mit Händen, Armen, Beinen.

Ich rege mich nicht mehr auf, wenn Dornen mir die Beine zerkratzen oder Brennnesseln mich ein wenig verbrennen. Das ist ein Training fürs Immunsystem. So wie als Kind im Dreck spielen und Hundeschnauzen küssen.

Professor Qing Li, ein führender Wissenschaftler im Forschungszweig Waldmedizin, gibt folgende Empfehlungen, um die Begegnung zwischen Wald und menschlichem Immunsystem zu gestalten:

 

Anleitung fürs Waldbaden! 9 Tipps für ein gelungenes Bad im Wald. 

 

  1. Bleib´ 2 Stunden im Wald und gehe in dieser Zeit ca. 2,5 Kilometer.
  2. Wenn du 4 Stunden Zeit hast, geh´ etwa 4 Kilometer.
  3. Wiederhole dies an 3 Tagen hintereinander, wenn du deine natürlichen Killerzellen und die Anti-Krebs-Proteine langfristig stärken möchtest.
  4. Der Spaziergang sollte nicht erschöpfen, also den körperlichen Voraussetzungen entsprechen.
  5. Wenn du müde wirst, mach´ eine Pause, wann immer und so lange wie nötig – an einem Ort im Wald, an dem du dich wohlfühlst.
  6. Wenn du Durst hast, trink´ Wasser oder Tee.
  7. Suche dir einen Platz, der dir auf Anhieb gefällt.
  8. Setze dich sich in eine gemütliche Position dorthin. Hier kannst du entspannen, etwas lesen, meditieren – genieße die wunderbare Atmosphäre.
  9. Hole dir deine Waldmedizin einmal pro Monat mit einem 2-3-tägigen Aufenthalt, ca. 4 Stunden pro Tag.

Dies hält deine natürlichen Killerzellen und Anti-Krebs-Proteine dauerhaft auf einem hohen Level. Besonders gut funktioniert das alles im Frühling und Sommer. Jetzt ist die Konzentration der Terpene am höchsten.

  • im Waldesinneren
  • nach Regen
  • bei Nebel

Kleine Anmerkung: Forrest Bath dient vor allem der Vorbeugung gegen Krankheiten. Wer bereits krank ist oder sich krank fühlt, sollte zum kPNI Therapeuten, Heilpraktiker oder Arzt seines Vertrauens gehen. Der Wald ist ein uralter Freund des Menschen. Halte dich so oft wie möglich dort auf. Es wird dir guttun.

 

Quelle: Der Biophilia-Effekt | Clemens G. Arvay

Ich lege jedem, der sich tiefer mit diesem Thema befassen möchte, dieses wunderbare Buch ans Herz.