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Mehr InformationenDu weißt genau, wie eine gesunde Ernährung und ein gesunder Lifestyle funktionieren. Du bist auch immer wieder auf einem richtig guten Weg und möchtest es unbedingt schaffen, dir dein Wohlbefinden und eine schöne Figur zurückzuerobern. Du hast dein Ziel ganz klar vor Augen. Trotzdem fällst du immer wieder in alte Muster zurück. In dieser Episode geht es um die Rolle, die unsere Psyche dabei spielt. Und um das zu ergründen, habe ich eine Expertin zu diesem Thema eingeladen.
Ich spreche heute mit Ines Gerecht. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie ist Ines eine absolute Expertin für das Zusammenspiel von Gefühlen, tiefen Prägungen und Körpersignalen. Hinter ihrer Expertise steckt auch eine persönliche Geschichte: Die Autoimmunerkrankung Neurodermitis trieb sie bis an den Rand der Verzweiflung. Als selbst Kortisoncremes nicht mehr halfen, suchte sie nach neuen Wegen und fand Antworten in der Psychosomatik, dem Zusammenspiel von Körper und Seele.
Im Interview decken wir auf, warum diese Muster, in die wir immer mal wieder zurückfallen, überhaupt entstehen und wie wir den Kreislauf durchbrechen können.
Hier kommen die Kernaussagen aus dem Interview:
Jedes Muster hat einen Nutzen
Was wir an diesem Abend von Ines gelernt haben: Unser System tut nichts ohne Grund. Wenn wir ins alte Ess- oder Lifestyleverhalten zurückfallen, dann hat dieses Verhalten einen Nutzen für uns, auch wenn er sich rational nicht erklären lässt.
Ines hat uns das am Beispiel des Rauchens erklärt: Raucher erleben, dass Rauchen entspannt. Dieser Nutzen kann so groß sein, dass jemand bereit ist, dafür jeden Preis zu zahlen, auch den gesundheitlichen. Beim Essen ist es ähnlich: Solange der Nutzen durch das Essen – zum Beispiel Stress „runterschlucken“ oder Gefühle wegdrücken – größer ist als der Preis, den wir dafür zahlen, ändert sich nichts. Erst wenn der Preis für uns persönlich zu hoch wird, öffnet sich ein Fenster für Veränderung.
Tipp: Frag dich beim nächsten Rückfall nicht „Warum bin ich schon wieder so schwach?“, sondern „Welchen Nutzen hatte das gerade für mich?“ Vielleicht war es ein kurzer Moment der Entspannung, vielleicht ein Gefühl von Kontrolle, vielleicht einfach nur ein Moment, in dem niemand etwas von dir wollte.
Warum der Heißhunger abends kommt
Wir haben besprochen, dass viele Frauen tagsüber diszipliniert bleiben und erst abends auf dem Sofa anfangen zu naschen. Eine Erklärung dafür kann sein, dass der Stress dadurch entsteht, weil wir permanent für andere funktionieren. Erst wenn der Tag zu Ende geht und Ruhe einkehrt, kommen die Gefühle hoch, die wir den ganzen Tag über verdrängt haben, weil dafür schlicht kein Raum war.
Die Signale des Körpers ernst nehmen
Eine Frage meiner Teilnehmerinnen war: Wie merkt man, dass ein altes Muster gerade wieder aktiv wird?
Ines sagt: Der Körper zeigt es fast immer. Der Griff zum Essen, obwohl gerade eigentlich kein Hunger da ist. Die Migräne, die zurückkommt. Der Rücken, der wieder zieht. Diese Symptome werden mit der Zeit lauter statt leiser. Das erklärt auch, warum viele erst dann etwas verändern, wenn der Leidensdruck richtig hoch ist. Solange die Hose noch passt oder eine Nummer größer ebenfalls in Ordnung ist, fehlt der Impuls. Erst das Gefühl von echter Ausweglosigkeit bringt Menschen dazu, einen neuen Weg zu gehen.
Kontrolle macht hart, nicht leicht
Besonders wichtig fand ich Ines‘ Blick auf das Thema Kontrolle. Viele von uns versuchen, ihr Verhalten mit Disziplin und Durchhalten zu steuern. Genau das führt aber in die falsche Richtung: Mit Härte kann nichts Heilsames entstehen. Kontrolle bedeutet, etwas unbedingt ausschließen zu wollen: Das darf nicht passieren, das muss so laufen.
Der Weg aus dieser Härte führt über eine einfache, aber schwer zu schluckende Erkenntnis: Wir können vieles beeinflussen, aber nichts vollständig ausschließen. Auch das Scheitern gehört zum Prozess dazu – das anzuerkennen, macht uns weicher statt härter.
Sei milde mit dir: eine Übung für zwischendurch
Zum Abschluss ging es um Selbstmitgefühl, und hier wurde es besonders konkret. Ines beschreibt, wie hart wir mit uns selbst sprechen, viel härter, als wir es je bei einem Kind oder einer Freundin tun würden. „Du kriegst es wieder nicht hin“, „du hast versagt“: Sätze, die wir uns selbst ständig sagen und die uns genau die Kraft nehmen, die wir für Veränderung bräuchten.
Ihre Übung dafür: Denk an ein Wesen, bei dem sich dein Herz automatisch öffnet, dein Haustier, dein Kind, eine gute Freundin, dein Partner. Spür genau, wie sich das im Körper anfühlt: weich, warm, im Brustkorb spürbar. Dies ist dein Referenzgefühl. Wenn du das nächste Mal merkst, dass du innerlich zu hart mit dir wirst, ruf dir dieses Gefühl ins Gedächtnis und versuch, es auf dich selbst zu richten.
Okay, lass uns das noch mal kurz zusammenfassen. Ines hat uns vor Augen geführt, dass Rückfälle ein Hinweis darauf sein können, dass etwas gesehen werden möchte. Besonders spannend fand ich den Ansatz, sich zu fragen: „Welchen Nutzen hat mein Verhalten gerade für mich?” Mir fällt dazu gerade meine Kundin Sabine ein, die ich in diesem Podcast ja schon dreimal interviewt habe – ein paar Monate, zwei Jahre und vier Jahre nach dem Coaching. Im dritten Interview erzählt sie, dass sie zurückgefallen ist, weil sie eine derart stressige Phase im Job hatte, dass sie sich ihren alten Schutzpanzer wieder angefuttert hat.
„Ich habe mich selbst dabei beobachtet, wie ich auf der Couch saß und Gummibärchen und Chips in mich reinstopfte und konnte es nicht stoppen.“ Sabine hatte durch die ISS DICH GLÜCKLICH! Methode innerhalb eines Jahres 24 Kilo abgenommen und das Gewicht auch wunderbar gehalten. Jetzt nahm sie innerhalb kürzester Zeit wieder acht Kilo zu. Bis zu dem Punkt, an dem sie sich sagte: „Jetzt ist Schluss.“
Im Interview erzählte sie mir, dass sie ihre Coaching-Unterlagen von damals herausgesucht hat. Sie hat dann die Reißleine gezogen, indem sie das wiederholt hat, was sie im Coaching bei mir gelernt hatte. Nach ein paar Monaten waren die acht Kilo wieder runter.
Sabines Nutzen war in diesem Fall der Schutzpanzer für diese stressige Phase. Der Preis dafür waren 8 Kilo mehr auf der Waage. Erst als sie erkannte, dass der Nutzen eines gesunden Körpergewichts höher ist, war sie wieder zu Veränderungen bereit.
Wenn du also das nächste Mal in alte Muster zurückfällt, frage dich: „Welchen Nutzen hat das gerade für mich?” Führe dabei ein inneres Gespräch mit dir selbst, als würdest du mit einem sehr lieben Menschen aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie sprechen. Sei genauso milde mit dir, wie du es mit diesem Menschen wärst. Und frage dich genauso milde: Was brauche ich gerade wirklich?
Wenn du mehr von Ines erfahren möchtest: Ich habe dir ihre Website im Beitrag zu dieser Episode verlinkt. Dort findest du auch noch einen vertiefenden Blogartikel und einen kleinen Ratgeber – beides passt gut zu unserem heutigen Thema!
HIER kommst du zur Website von Ines
HIER zum Blogartikel: Die seelische Bedeutung von Übergewicht
HIER zu ihrem Ratgeber „Wenn die Schulmedizin nicht mehr reicht“
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