Du hast du dich total gesund ernährt. Morgens Low Carb Brötchen beim Bäcker gekauft. Mittags heldenhaft das leckere Baguette beim Italiener ignoriert. Vorm Abendessen noch jede Menge Schritte gesammelt. Und abends gab es Zucchini Nudeln mit Lachs. Na, wenn da nicht mindestens ein Kilo runter ist

Am nächsten Morgen gehst du mit einem siegessicheren Lächeln auf die Waage. Etwas später entgleisen dir sämtliche Gesichtszüge! Du hast nichts abgenommen! NEIN! Viel schlimmer. Du hast zugenommen. Und zwar genau dieses eine Kilo, dass du eigentlich weniger drauf haben wolltest.

Na, das ist ja ein tolles Konzept. Das mit der gesunden Ernährung, Zucker weglassen und mehr Bewegung. Dann kannst du es ja auch wieder sein lassen, oder? Ich kann dich beruhigen! Gewichtsschwankungen von ein bis zwei Kilo pro Tag sind normal. Wir leben in einem komplexen Körper.

Unser Stoffwechsel läuft nicht jeden Tag nach Schema F. Zusätzlich gibt es viele Gründe dafür, warum uns die Waage immer mal wieder frech ins Gesicht lügt. Doch was ist da genau los in deinem Körper, wenn du schon so vieles richtig machst – doch auf der Waage tut sich gerade wenig bis gar nichts! Das Gewicht stagniert ewig lange. Oder geht rauf und runter.

In dieser Folge dreht sich alles um das Thema Wassereinlagerungen. Wasser spielt nämlich eine riesige Rolle bei Gewichtsschwankungen. Ich möchte dir aber schon mal einen ganz wichtigen Tipp geben! Bevor wir all die Gründe erörtern, warum das Gewicht schwankt oder auch mal stagniert: Pack die Waage in den Keller. Um nicht in die Versuchung zu kommen, dich ständig da drauf zu stellen. Viele Schwankungen und Stagnationen kriegst du dann erst gar nicht mit.

Körpergefühl statt Körperwaage ist eines der Dinge, die ich meinen Schützlingen im Coaching beibringe. Noch bevor die Waage die ersten 500 Gramm weniger anzeigt, spürst du schon längst, dass sich was tut. Wenn du drauf achtest! Der Kragen der Bluse, der nicht mehr so eng sitzt. Das Lieblingsshirt, das plötzlich wieder passt. Und achte auf jeden Fall darauf, wie viel besser du dich fühlst. Was ja auch ein Erfolg ist. Dass zum Beispiel Blähungen verschwinden. Oder du nicht mehr so oft Kopfschmerzen hast.

Okay! Jetzt aber zum Grund Nummer 1, wenn es um Gewichtsschwankungen geht:
   

Wassereinlagerungen

 

Der Flüssigkeitshaushalt deines Körpers hat einen großen Einfluss auf dein Körpergewicht. Dein Organismus besteht zu etwa 70 % aus Wasser. Natürlich können so schon geringe Schwankungen Auswirkungen auf dein Gewicht haben. Es gibt sogar Sportler, die den Wasserhaushalt gezielt manipulieren, um in ihrer Sportart einer niedrigeren Gewichtsklasse zugeordnet zu werden.

 

Wie entstehen Wassereinlagerungen?

 

Wasser ist überall im Körper verteilt – in den Zellen, den Zellzwischenräumen, dem Bindegewebe und der Unterhaut. Sogar Knochen enthalten Wasser. Auch dein Blut besteht zu einem Großteil aus Wasser.

Aus den kleinsten Äderchen kommen pro Tag mehrere Liter Wasser in die Zellzwischenräume. Von dort gelangt ein großer Teil wieder zurück in den Blutkreislauf, wo Venen es zum Herzen zurück transportieren. Etwa zehn Prozent des Wassers fließen über die Lymphbahnen ab. Steigt der Druck innerhalb der Äderchen an, wird mehr Flüssigkeit ins umliegende Gewebe abgepresst. Damit der Druck in den Gefäßen sinkt.

Wassereinlagerungen entstehen, wenn Wasser aus den Blutgefäßen oder aus dem Lymphsystem austritt und sich im umliegenden Gewebe staut und ansammelt. Dort kann es oft eine sichtbare Schwellung verursachen.

Besonders häufig sind dabei die Beine, Füße und Knöchel betroffen, die durch die Wasseransammlungen dick und schwer werden. Auch die Hände, Finger, das Gesicht oder der Bauch können von Wassereinlagerungen betroffen sein.

Ich gehe hier auf eher harmlose, kurzfristige Wassereinlagerungen ein. Es gibt eine Menge krankheitsbedingte Ursachen, die für langfristige Wassereinlagerungen in Form von Ödemen sorgen.

 

7 Gründe für kurzfristige Wassereinlagerungen

 

1. Plötzlich weniger Kohlenhydrate

Du hast auf eine Low Carb Ernährung umgestellt. Reduzierst Zucker bzw. Kohlenhydrate. Dein Körper lässt jede Menge Wasser los. Das braucht er normalerweise, um den Zucker in die Zellen einzuschleusen. Das losgelassene Wasser siehst du schon nach ein paar Tagen auf der Waage. Nach einer Weile pendelt sich der Wassergehalt im Körper wieder ein. Der Zeiger auf der Waage geht kurzfristig nach oben.

2. Überschüssige Kohlenhydrate

Überschüssige Kohlenhydrate führen auch kurzfristig zu Wassereinlagerungen. Sie werden in Form von Glykogen in Leber und Muskulatur gespeichert. Circa 150 Gramm in der Leber und rund 300 Gramm(???) in den Muskeln. 1 Gramm Glykogen bindet rund 3 Gramm Wasser. Gewichtsschwankungen von 1 bis 1,5 Kilo sind hier also auch wieder drin.

3. Der weibliche Zyklus

Östrogen- und Progesteronschwankungen können zu Wassereinlagerungen führen. Ein bis drei Kilogramm Gewichtsunterschiede sind keine Seltenheit. Die Wassereinlagerungen sind meistens in Woche 2 und Woche 4 (vor der Regelblutung) am stärksten. Bei manchen Frauen ist das sehr ausgeprägt, andere bemerken kaum etwas.

4. Stundenlanges Sitzen / Stehen

Über die Venen wird sauerstoffarmes Blut aus dem Organismus zurück zum Herzen befördert. Dabei überwindet das Blut die Schwerkraft mithilfe der Muskeln, die sich bei Bewegung anspannen. Blut, das aus den Beinvenen zurück zum Herzen fließen muss, hat einen besonders langen Weg zurückzulegen. Fällt durch körperliche Inaktivität diese praktische Muskelpumpe aus, versackt das Blut in den Beinen – dicke Beine und Füße sind die Folge.

 5. Viel Salz

Salz bindet Wasser. Bei einer Ernährung mit vielen Fertiggerichten verliert man die Menge schnell aus den Augen.

6. Alkohol

Ein Glas Sekt macht nichts. Ist es eine ganze Flasche, ist die Wasserregulation deines Körpers ziemlich durcheinander. Während du Alkohol trinkst, gibt es einen entwässernden Effekt. Dieser hält jedoch nur bis am Tag danach an und verkehrt sich dann in das Gegenteil. Oft dauert es 1-2 Tage, bis sich alles wieder normalisiert. Was tun? Insgesamt weniger trinken, dann ist der Wassereinlagerungs-Effekt weniger ausgeprägt. Dem Alkohol abschwören und es irgendwann doch wieder tun.

7, Stress

In Stresssituationen die andauern, wird das Aktivitätshormon Cortisol chronisch ausgeschüttet. Eigentlich ist das Hormon Aldosteron für den Wasserhaushalt zuständig. Doch Cortisol kann an denselben Rezeptoren andocken und so auch für Wassereinlagerungen sorgen. Verschwindet der Stressor, sind auch die Wassereinlagerungen nach 2-3 Tagen verschwunden. Wer also starker körperlicher oder psychischer Belastung ausgesetzt ist, sich zum Beispiel einen viel zu großen Kopf wegen der Waage macht, neigt schneller zu Wassereinlagerungen als jemand, der das alles ein wenig lockerer sieht.

 

Wassereinlagerungen loswerden

Wasser trinken                       

Du könntest denken: Jetzt bloß nicht noch mehr Wasser trinken. Doch das ist genau der falsche Gedanke. Zu wenig Wasser kann dazu führen, dass der Körper noch stärker an seinem Wasser festhält. Mein ständiger Tipp: auf dein Durstgefühl! Trink immer dann, wenn du Durst hast, ein großes Glas Wasser. Und dann erst wieder, wenn du das nächste Mal Durst hast.

Kalium aus Gemüse, Salat und Obst

Der Mineralstoff Kalium kommt überwiegend im Inneren von Körperzellen vor und ist für die Regulation des Wasserhaushaltes verantwortlich. Kalium wirkt angenehm entschlackend und entwässernd. Kalium findest du in Obst wie Melonen, Orangen, Aprikosen und Bananen. Auch sehr gute Kaliumlieferanten: Rote Beete und Avocados.

Weitere starke Kaliumlieferanten sind:

Ananas, Bananen, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Holunder, Johannisbeeren, Rhabarber, Wassermelone, Weintrauben, Zitrone. Spinat, Artischocke, Fenchel, Gurke, Karotten, Kartoffeln, Kopfsalat, Kürbis & Kürbiskerne, Blumenkohl, Meerrettich, Reis, Rettich, Sauerkraut, Sellerie, Spargel, Tomaten, Zucchini.

Magnesium in Nüssen & Samen

Auch Magnesium wirkt Wassereinlagerungen entgegen. Nüsse und Samen sind kleine Magnesiumbomben. Nüsse strotzen außerdem nur so vor gesunden Fetten und machen lange satt. Ein gutes Maß: eine Handvoll am Tag.

Kräuter und Kräutertees

Es gibt natürlich auch ein paar Kräuter, die gegen Wassereinlagerungen gewachsen sind. Harntreibend wirken: Löwenzahn, Brennnessel, Petersilie, Liebstöckel und Rosmarin, Ingwer und Zitronenmelisse. 

Shownotes: