251 – Die Haut so dünn wie Pergamentpapier! Schicksalsjahre einer Vagina (1)

Kategorie: Podcast
Veröffentlicht am: 2. Mai 2023
Wie lange dauert abnehmen?

Die Hormonverschiebungen in den Wechseljahren führen zu den verschiedensten Befindlichkeitsstörungen und Symptomen. Thema hier im Podcast waren u.a. die Hitzewallungen und Schlafstörungen mit Start der Wechseljahre, der Perimenopause und der eigentlichen Menopause. Ein Symptom, von dem mir von meinen Teilnehmerinnen im ISS DICH GLÜCKLICH! Coaching oft berichtet wird, ist die vaginale Atrophie.

Viele verwechseln dieses Phänomen der sinkenden Östrogenspiegel mit der Scheidentrockenheit. Die gibt es auch und die Scheidentrockenheit ist auch eines der Symptome der vaginalen Atrophie. Es geht um die Schleimhaut der Vagina und allem was passiert, wenn sie nicht mehr intakt ist.

Tatsächlich ist es so, dass die Haut und alle (!) Schleimhäute in den Wechseljahren durch das Absinken der weiblichen Geschlechtshormone betroffen sind. Augen, Nasenschleimhäute und eben auch die Schleimhäute in der Vagina.

Leider wurde das Thema über Jahrzehnte totgeschwiegen, ich selbst wusste viele Jahre nicht, dass es den medizinischen Begriff vaginale Atrophie gibt. Es war wohl sogar so, dass selbst von der gynäkologischen Fachgesellschaften und der Pharmaindustrie die vaginale Atrophie ignoriert wurde. Was mich wirklich wundert, denn damit hätten sie ja schon viele Jahrzehnte richtig Geld verdienen können.

Ich habe mich in dieses Thema, das leider ein Tabuthema ist, reingefuchst, viel recherchiert und Informationen gesammelt. In den nächsten Episoden möchte ich dir auseinanderbröseln, was eine vaginale Atrophie ist, welche Ursachen sie hat, wie sie diagnostiziert und behandelt werden kann.

 

Was bedeutet Atrophie?

 

Atrophie bezeichnet einen Rückgang oder eine Schrumpfung von Gewebe oder Organen aufgrund von Verringerung oder Verlust von Zellen oder Gewebebestandteilen. Dies kann aufgrund von Alterung, Erkrankungen, Medikamenten oder anderen Faktoren auftreten, die den normalen Stoffwechsel und die Funktion der betroffenen Gewebe beeinflussen.

In Bezug auf vaginale Atrophie bedeutet dies eine Veränderung des Vaginalgewebes aufgrund des Rückgangs des Östrogenspiegels oder anderer Faktoren, die zu Trockenheit, Juckreiz, Schmerzen oder sexuellen Schwierigkeiten führen können. Wir werden auch erörtern, welche Ursachen es außer die Wechseljahre geben kann, dass Östrogenspiegel sinken und es so zu diesen unangenehmen Symptomen kommt.

 

Symptome der vaginalen Atrophie

 

Verursacht wird sie durch Östrogenmangel, der sich zuallererst in einer Ausdünnung der Schleimhaut am vaginalen Eingang bemerkbar macht. Von allen Seiten des Einganges gibt es ein Areal, das am intensivsten auf den Hormonmangel reagiert; das ist von dir aus betrachtet, wenn du nach unten schaust, der unterste Punkt des Einganges, am Übergang von der feuchten zur trockenen Haut. Wenn man von vorne auf die Vulva drauf schaut, nennt man dieses Areal auch 6 Uhr.

Warum immer hier zuerst?

Es ist so, dass die Vagina hier am intensivsten und am aller dichtesten von Rezeptoren, den Andockstationen der Hormone, besiedelt sind. Das hat einerseits zur Folge, dass wir bei sexuellen Handlungen gerade am Eingang am empfindlichsten sind, andererseits aber auch, dass wir Hormonmangel dort als Erstes spüren. Tatsächlich kann die vaginale Schleimhaut bei der Untersuchung als eine Art Hormonstand-Anzeiger dienen und man so beurteilen, wie gut die Versorgung mit Hormonen im Körper generell ist.

1. Vaginale Trockenheit: Wenn der Östrogenspiegel abnimmt, kann die Vaginalschleimhaut dünner und trockener werden. Durch trockene und dünner werdende Schleimhäute können Brennen und Schmerzen im vaginalen Bereich entstehen.

2. Juckreiz in der Vagina oder Vulva: Trockenheit und dünne Schleimhäute können auch zu Juckreiz in der Vagina oder Vulva führen.

3. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Frauen mit vaginaler Atrophie können beim Geschlechtsverkehr Schmerzen oder Unbehagen empfinden, da die Vaginalwände dünner und damit verletzlich werden.

4. Harnwegsinfektionen: Frauen mit vaginaler Atrophie haben ein höheres Risiko für Harnwegsinfektionen, da die Schleimhäute dünner und anfälliger für Bakterien sind.

5. Häufiges Wasserlassen oder Dringlichkeit: Vaginale Atrophie kann auch zu häufigem Wasserlassen oder Dringlichkeit führen, weil die Blase durch die verminderte Stützfunktion der Vaginalwände beeinträchtigt werden kann.

6. Schwierigkeiten beim Wasserlassen: Die Vaginalwände können durch Atrophie so dünn werden, dass die Harnröhre beeinträchtigt wird und es zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen kommen kann.

 

Wie fühle sich die vaginale Atrophie an? Aus der Sicht einer Betroffenen!

 

Ich habe mir das von einer Kundin erklären lassen:  Zuerst dachte ich, es wäre eine Art Scheidentrockenheit. Der Geschlechtsverkehr fühlte sich immer öfter rau und unangenehm an. Danach hat es gebrannt und gejuckt in der Scheide. Für mich war der Schmerz beim Geschlechtsverkehr das auffälligste Symptom.

Es fühlte sich an, als ob die Vagina zu eng oder zu trocken wäre, was zu Reibung und Schmerzen führte. Später fühlte sich meine Vagina nach jedem Geschlechtsverkehr verwundet an. Wenn ich mit dem Finger abgetastet habe, tat innen drin alles sehr weh. Ich begann mich vor sexuellen Aktivitäten zu scheuen, weil ich wusste, dass es wehtun würde.

Ich wusste nicht, was das sein kann. Im Netz fand ich eine Menge zum Thema Scheidentrockenheit, doch es war mehr als nur eine trockene Scheide. Schlimmer. Meinen Freundinnen gegenüber war es mir peinlich, darüber zu sprechen. Als ich es doch ansprach, meinten sie, dass sie das überhaupt nicht kennen würden und auch noch nie was davon gehört haben. Ich habe es dann nicht mehr angesprochen. Sie haben auch nicht mehr nachgefragt.

Meinem Mann gegenüber habe ich mich dafür geschämt, dass ich ihm nicht mehr die sexuell aktive Frau sein konnte, die ich mal war. Es tat irgendwann so weh, dass wir abgemacht haben, dass vaginaler Sex keine Option mehr ist.

Ich habe bei meinem letzten Check-up mit meiner Gynäkologin darüber gesprochen. Sie meinte, dass jede 2. Frau in den Wechseljahren genau dieses Problem hat und viele damit auch zu ihr kommen.

Sie ist der Meinung, dass vaginale Atrophie behandelbar ist. Über die Behandlungsmöglichkeiten werden wir auch noch sprechen. Doch schauen wir erstmal auf die Ursachen.

 

Ursachen für vaginale Atrophie

 

Es ist nicht so, dass du plötzlich ein Problem mit deiner Scheide hast. Es ist, wie bei vielen Beschwerden der Wechseljahre, ein schleichender Prozess, der sich sogar über Jahre ziehen kann.

Vaginale Atrophie betrifft nicht nur Frauen in den Wechseljahren. Sie kann auch bei jüngeren Frauen aufgrund auftreten. Es gibt auch keine Rangfolge der Ursachen für vaginale Atrophie, da sie von verschiedenen Faktoren abhängen, wie Alter, Lebensstil, Vorerkrankungen und medizinischen Behandlungen.

Es ist aber bekannt, dass die Menopause, die Behandlung von Brustkrebs, hormonelle Verhütungsmittel und die Entfernung der Eierstöcke zu den häufigsten Ursachen zählen. Rauchen, Autoimmunerkrankungen, Chemotherapie oder Strahlentherapie im Beckenbereich, Antibiotika, Dehydration und Alterung können ebenfalls eine Rolle spielen.

Ich habe mir drei Ursachen rausgepickt:

 

Abnahme des Östrogenspiegels in den Wechseljahren

 

Der Abfall des Östrogenspiegels während der Wechseljahre führt zu vaginaler Atrophie, weil Östrogen das Hormon ist, das das vaginale Gewebe unterstützt und aufrechterhält. Östrogen reguliert die Durchblutung und die Feuchtigkeit in der Vagina, das Wachstum und die Regeneration der Vaginalzellen.

Es kommt zu einer Veränderung der Vaginalflora, das vaginale Gewebe wird dünner und verliert an Elastizität. Das führt dazu, dass die Vaginalwand empfindlicher und anfälliger für Reizungen wird. Das Trockenheitsgefühl in der Vagina ist eine Folge davon, dass die Schleimhaut in der Vagina weniger Feuchtigkeit produziert. Zusammen können diese Veränderungen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brennen und Jucken in der Vagina verursachen.

 

Medikamente, die den Östrogenspiegel senken

 

Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten, die den Östrogenspiegel senken und damit das Risiko für vaginale Atrophie erhöhen können. Dazu gehören:

Antiöstrogene Medikamente: Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Östrogenen im Körper und werden oft zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt.

GnRH-Agonisten: Diese Medikamente werden bei der Behandlung von Endometriose und Uterusmyomen eingesetzt und können den Östrogenspiegel senken.

Aromatasehemmer: Diese Medikamente werden zur Behandlung von hormonabhängigen Brustkrebsen eingesetzt und blockieren die Umwandlung von Androgenen in Östrogene.

Gestagene: Eine Langzeitanwendung von Gestagenen, wie sie in der Hormonersatztherapie bei Frauen nach der Menopause eingesetzt werden, kann den Östrogenspiegel senken und zu vaginaler Atrophie führen.

Chemotherapeutika: Bestimmte Chemotherapeutika können den Östrogenspiegel senken und zu vaginaler Atrophie führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Frauen, die diese Medikamente einnehmen, eine vaginale Atrophie entwickeln. Jede Frau reagiert individuell auf Medikamente und es können auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Frauen sollten sich daher immer an ihren Arzt oder ihre Ärztin wenden, wenn sie Bedenken bezüglich der Wirkung ihrer Medikamente auf den Östrogenspiegel haben.

Autoimmunerkrankungen

Einige Autoimmunerkrankungen können zur Entwicklung von vaginaler Atrophie beitragen. Dazu gehören:

Sjögren-Syndrom Das Sjögren-Syndrom betrifft vor allem die exokrinen Drüsen, was zu einer verminderten Produktion von Tränen und Speichel führt. Die Erkrankung kann auch andere Teile des Körpers betreffen, einschließlich der Gelenke, der Haut und der inneren Organe. Die häufigsten Symptome des Sjögren-Syndroms sind trockene Augen und Mund, was zu Augenreizungen, Mundtrockenheit, Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen führen kann. Eine Schädigung der Vaginalschleimhaut und damit eine vaginale Atrophie können ebenfalls auftreten.

Lupus erythematodes Lupus erythematodes betrifft das Immunsystem und kann zu Entzündungen und Schäden an verschiedenen Geweben und Organen führen kann. Und eben auch in der Vagina.

Sklerodermie Bei dieser Autoimmunerkrankung kann es zu einer Verhärtung und Verdickung von Bindegewebe kommen, was zu einer Schädigung der Vaginalschleimhaut führen kann. Frauen mit Sklerodermie können auch eine verminderte Durchblutung in der Vagina haben, was ebenfalls zu vaginaler Atrophie beitragen kann.

Primäre Ovarialinsuffizienz Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer vorzeitigen Erschöpfung der Eierstöcke, was zu einem vorzeitigen Eintritt in die Menopause führen kann. Die verminderte Östrogenproduktion kann auch zu vaginaler Atrophie führen.

Rheumatoide Arthritis Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu Entzündungen und Schädigungen der Gelenke führen kann. Frauen mit rheumatoider Arthritis können auch eine vaginale Atrophie entwickeln.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Frauen mit diesen Autoimmunerkrankungen eine vaginale Atrophie entwickeln.

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