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Mehr InformationenViszerales Bauchfett sitzt tief im Bauchraum und lagert sich rund um die Organe an. Es ist für unsere Gesundheit deutlich relevanter als das sichtbare Fett, das du am Bauch mit den Fingern greifen kannst. Heute möchte ich dir ein paar Tipps geben, die du neben weniger Zucker, mehr Eiweiß, 10.000 Schritten und 7–8 Stunden Schlaf pro Nacht vielleicht noch nicht auf dem Schirm hast. Bevor es zu meinen Tipps geht, kurz ein paar wichtige Details zum viszeralem Bauchfett.
Viszerales Bauchfett – die wichtigsten Fragen kurz beantwortet
Warum ist viszerales Bauchfett gesundheitlich ungünstig?
Dieses Fettgewebe ist sehr stoffwechselaktiv. Wenn es sich vermehrt im Bauchraum ansammelt, schüttet es unter anderem entzündungsfördernde Botenstoffe aus. Aus diesem Grund erhöht viszerales Fett das Risiko für Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Kann man viszerales Bauchfett reduzieren?
Ja, über eine Ernährungs- und Lifestyleänderung hast du durchaus einen Einfluss darauf bzw. kannst es auch wieder loswerden.
Wie erkenne ich, ob viszerales Bauchfett für mich ein Thema sein könnte?
Eine gute Orientierung gibt der Bauchumfang und das Verhältnis von Taille zu Körpergröße, die sogenannte Waist-to-Height-Ratio. Als einfache Faustregel gilt hier: Die Taille sollte kleiner sein als die Hälfte der Körpergröße.
Am Beispiel einer 1,70 m großen Frau bedeutet das: Die Hälfte ihrer Körpergröße entspricht 85 cm. Liegst du darüber, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Der Bauchumfang wird etwa auf Höhe des Bauchnabels gemessen.
Was hilft gegen viszerales Bauchfett?
Die Grundlagen sind dir sicher bekannt: Bewegung, Muskeltraining, eine zuckerreduzierte Ernährung und ausreichend Schlaf. Es gibt aber auch Ansätze, die nicht jeder gleich auf dem Schirm hat. Und die schauen wir uns jetzt mal an.
„Exercise Snacks“ gegen viszerales Bauchfett
„Exercise Snacks“ sind kurze, intensive Bewegungseinheiten. Das Prinzip ähnelt dem „Fahrtspiel“ aus dem Laufsport: Du bist beispielsweise im Park unterwegs, suchst dir eine Parkbank aus und läufst in zügigem Tempo darauf zu. Danach drosselst du das Tempo, bis sich dein Puls wieder beruhigt hat. Ähnlich ist es beim zügigen Treppensteigen oder beim bewussten Beschleunigen an einer Steigung. Oder du machst in einer Sitzpause für 30 Sekunden Hampelmänner oder Liegestütze an einer Tischkante.
Weil das viszerale Bauchfett sehr stoffwechselaktiv ist, reagiert es auf solche plötzlichen Intensitätswechsel. Die kleinen Bewegungshäppchen wirken sich auch positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.
Viszerales Bauchfett und lösliche Ballaststoffe
Ballaststoffe sind ja nicht gleich Ballaststoffe. Der Hauptunterschied zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen liegt darin, wie sie sich im Verdauungstrakt verhalten. Lösliche Ballaststoffe binden Wasser, quellen auf und werden zum Teil von unseren Darmbakterien fermentiert. Unlösliche Ballaststoffe erhöhen dagegen vor allem das Stuhlvolumen und unterstützen die Darmbewegung.
Gerade die löslichen Ballaststoffe sind beim Thema viszerales Bauchfett interessant. In einer wissenschaftlichen Studie wurden bei mehr als 1.100 Erwachsenen die Fettdepots im Bauch per Computertomografie untersucht und nach fünf Jahren erneut gemessen. Eine höhere Aufnahme löslicher Ballaststoffe war mit einer geringeren Zunahme des viszeralen Fetts verbunden. Pro zusätzlichen zehn Gramm löslicher Ballaststoffe lag die Zunahmerate des viszeralen Fetts um 3,7 Prozent niedriger. [2]
Wie könnte das zusammenhängen? Lösliche Ballaststoffe können die Magenentleerung und die Aufnahme von Kohlenhydraten verlangsamen. Dadurch kann der Blutzucker nach einer Mahlzeit flacher ansteigen. Außerdem dienen viele lösliche Ballaststoffe unseren guten Darmbakterien als Futter. Lösliche Ballaststoffe findest du unter anderem in Hülsenfrüchten, Leinsamen, Chiasamen und Flohsamenschalen, aber auch in Gemüse wie Karotten, Rosenkohl, Brokkoli und Süßkartoffeln sowie in Äpfeln, Birnen, Zitrusfrüchten und Beeren.
Alkoholpause gegen viszerales Bauchfett
Weniger Alkohol könnte auch für die Verteilung des Körperfetts interessant sein. Beim viszeralen Fett geht es ja um mehr als die zusätzlichen Kalorien aus Wein und Bier.
Anfang 2026 wurden Daten von 5.761 Männern und Frauen aus der Oxford Biobank veröffentlicht. Das viszerale Fett wurde mit DXA gemessen, einem bildgebenden Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. Selbst nachdem die Forscher unter anderem Gesamtfettmasse, Bewegung, Rauchen und Alter berücksichtigt hatten, zeigte sich: Je höher der Alkoholkonsum, desto höher war im Durchschnitt auch der Anteil des viszeralen Fetts. [3]
Einen wichtigen Stoffwechselweg von Alkohol haben wir hier ja schon mal besprochen: Kommt Alkohol im Körper an, möchte die Leber, unser größtes Filterorgan, ihn möglich schnell abbauen.. Aus Sicht deiner Leber ist Alkohol nämlich ein Nervengift. Solange deine Leber mit Alkohol beschäftigt ist, wird die Fettverbrennung ausgeknockt.
Frühe letzte Mahlzeit gegen viszerales Bauchfett
Wenn du früher zu Abend isst, verlängerst du deine nächtliche Esspause und schläft evtl. auch viel besser. Beim Intervallfasten denken viele sofort daran, das Frühstück möglichst weit nach hinten zu schieben. Ich finde den anderen Weg mindestens genauso interessant. Wenn du beispielsweise um 18:00 Uhr deine letzte Mahlzeit isst und morgens um 8 Uhr frühstückst, hast du bereits eine Esspause von 14 Stunden. Das musst du natürlich nicht jeden Tag so machen, aber vielleicht immer dann, wenn es gut passt.
Viszerales Bauchfett? Mach deinen Teller polyphenolreicher!
Polyphenole sind bioaktive Pflanzenstoffe. Sie stecken beispielsweise in Beeren, Oliven, Kräutern, Gewürzen, Kakao, Nüssen, grünem Tee, Kaffee und vielen Gemüsearten.
In einer Studie wurden 294 Menschen mit Adipositas über 18 Monate drei verschiedenen Ernährungsgruppen zugeteilt. Alle Gruppen bekamen zusätzlich Bewegungsempfehlungen. Die besonders polyphenolreiche „grüne“ mediterrane Ernährung enthielt unter anderem Walnüsse, grünen Tee und eine grüne Wasserlinsen-Zubereitung und war ärmer an rotem und verarbeitetem Fleisch.
Das per MRT gemessene viszerale Fett nahm in dieser Gruppe um 14,1 Prozent ab, gegenüber 6 Prozent bei der normalen mediterranen Ernährung und 4,2 Prozent in der Vergleichsgruppe mit allgemeinen Empfehlungen. [5] Die Ernährung unterschied sich allerdings auch in anderen Punkten. Die 14,1 Prozent lassen sich deshalb nicht allein den Polyphenolen zuschreiben. Doch es kann ein interessanter Baustein sein.
QUELLEN
- Zhou J, Gao X, Zhang D, Jiang C, Yu W. Effects of breaking up prolonged sitting via exercise snacks intervention on the body composition and plasma metabolomics of sedentary obese adults: a randomized controlled trial. Endocrine Journal. 2025;72(2):183–192. DOI: 10.1507/endocrj.EJ24-0377. Studie öffnen
- Hairston KG, Vitolins MZ, Norris JM, Anderson AM, Hanley AJG, Wagenknecht LE. Lifestyle factors and 5-year abdominal fat accumulation in a minority cohort: the IRAS Family Study. Obesity. 2012;20(2):421–427. DOI: 10.1038/oby.2011.171. Studie öffnen
- Chesters J, Neville MJ, Karpe F. Greater visceral fat mass accumulation with high alcohol consumption. International Journal of Obesity. 2026;50:1360–1363. DOI: 10.1038/s41366-026-02030-5. Studie öffnen
- He M, Li B, Li M, Gao S. Does early time-restricted eating reduce body weight and preserve fat-free mass in adults? A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Diabetes & Metabolic Syndrome. 2024;18(2):102952. DOI: 10.1016/j.dsx.2024.102952. Studie öffnen
- Zelicha H, Klöting N, Kaplan A, et al. The effect of high-polyphenol Mediterranean diet on visceral adiposity: the DIRECT PLUS randomized controlled trial. BMC Medicine. 2022;20:327. DOI: 10.1186/s12916-022-02525-8.
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