Wie lange dauert abnehmen?

Wie kommt das Stück Apfelkuchen auf die Hüften? Wie wird aus Zucker Körperfett? Wie stellt der Körper das an? Und warum macht er das? Was ich dir schon mal verraten kann! Mit den Kalorien im Kuchen hat das nichts zu tun! Dafür mit einem Hormon, das überlebenswichtig ist, weil es unseren Blutzuckerspiegel in Schach hält: Insulin! Es sorgt schon seit ein paar Millionen Jahren dafür, dass wir die Reserven auf unseren Hüften schonen.

Und es kann sogar weiteres Fett auf die Hüften schaufeln. Für den nächsten harten Winter oder die nächste Hungerkrise. Die natürlich niemals kommt. Man nennt Insulin ja auch das Fettspeicherhormon. Freu dich auf spannende Insights und ganz viele Aha-Momente.

 

Die Zuckerkrankheit Diabetes Typ 2 schleicht sich heimlich von hinten an!

 

Dass der Zucker in all meinem Tun im Mittelpunkt steht, hast du sicher schon mitbekommen. Er ist zwar nur einer der Schlüssel, um überflüssigen Speck auf den Hüften den Kampf anzusagen. Doch es ist einer der Wichtigsten.

Die Ernährung ist und bleibt die Basis für alles, was du noch vor hast im Leben. Warum ich mich so sehr mit dem Zuckerthema beschäftige? Wenn du meine Podcast-Show schon eine Weile hörst, meinen Blog liest oder Fan meiner Facebook oder Instagram Seite bist, schimmert der Grund dafür regelmäßig. durch. Ich will dich nicht nur vom Zucker runterbringen, damit du wieder eine schöne Figur hast.

Das passiert im Prinzip nebenbei, wenn du deine Ernährung einmal auf frisch und natürlich umgestellt hast. Sondern damit du gesund wirst oder bleibst. Damit DU keinen Diabetes Typ 2 bekommst. Die Zuckerkrankheit mit Todesfolge. Durch all die Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ich erwähne es immer wieder: In einen Diabetes Typ 2 schlitterst du schneller rein als du denkst. Die Diagnose kommt meist zu spät, weil die Krankheit eine ganze Weile keine Symptome macht und oft zufällig entdeckt wird. In den Episoden 76 und 77 kannst du noch etwas tiefer in das Thema Insulinresistenz einsteigen.

Ganz am Ende stirbt der Mensch, weil er zu viel Zucker in der Nahrung hatte. Und das muss ja wirklich nicht sein, oder? Meine Vision ist, so viele Menschen wie möglich davor zu bewahren. Ich habe es mir persönlich auf die Fahne geschrieben, gesund alt zu werden. Eine hohe Lebensqualität im Alter zu haben. Und vielleicht möchtest du das ja auch! 

Doch lass uns ganz vorne anfangen!

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Zucker! Wie schafft es dieses leckere Zeug auf unsere Hüfte?

 

Ich meine, der Ursprung ist doch Zucker. Wie kommt es, dass der dick macht? Eines kann ich dir schon mal verraten: Es hat nichts, aber auch gar nichts, mit den Kalorien in Schokolade, Kuchen, Pizza, Pasta und Brötchen zu tun.

Sondern einzig und allein mit dem Zuckergehalt in all dem leckeren Zeug. Und mit dem, was passiert, sobald Zucker im Körper unterwegs ist. 

Deine Bauchspeicheldrüse schüttet dann Insulin aus! Was sicher schon aus einigen Episoden in meinem Podcast weißt:  Insulin hemmt die Fettverbrennung. Doch wie ist das jetzt? Ist das bei jeder Zuckerart gleich?

Ist es egal, ob ich einen Apfel, der ja auch einiges an Zucker hat oder ein Stück Apfelkuchen esse? Und das bisschen Fettverbrennung hemmen macht mein Übergewicht aus? Hm. Was passiert da genau im Körper, dass ich nach jedem kleinen Ausrutscher wieder ein Kilo mehr auf den Hüften habe. 

Um am Ende zu entscheiden, was auf deinem Teller landen soll, ist es wichtig zu verstehen, wie Nahrung im Körper funktioniert. Lass uns also den Weg des Zuckers mal verfolgen! Und wir fangen dort an, wo die süßen Sünden das erste Mal mit dir in Kontakt kommen: In deinem Mund!

Wir werden uns das in den nächsten drei Episoden an drei Beispielen ansehen. Im ersten Beispiel gehen wir davon aus, dass du einen Apfel isst. Im zweiten Teil schauen wir uns an, was passiert, wenn es kein Apfel, sondern ein Stück Apfelkuchen ist, das du isst.

Und im dritten Teil schauen wir uns an, ob es einen Unterschied macht, wenn du den Kuchen mit einem Zuckerersatzstoff gebacken hast. Spannend! 

 

Der Weg des Zuckers durch deinen Körper! Beispiel: Apfel

 

Du beißt in den Apfel und fängst an zu kauen. Deine Zunge meldet dem Gehirn: Yeah! Ich schmecke süß! Unser Lieblingsbrennstoff Zucker kommt rein. Doch wir kommen noch nicht richtig dran! Der Zucker (ca. 50 % Fruktose und 50 % Glukose) ist noch in der Apfelzelle eingepackt! Ich schick die ganze Chose mal zum Kollegen Darm, damit er mir den Brennstoff aus der Apfelzelle packt.

 

Warum macht dein Körper einen Freudensprung, wenn die Energiequelle Zucker reinkommt?

 

Zum einen, weil der dann nicht an seine wertvollen, gespeicherten Fetten ran muss. Denn die möchte er gerne aufheben – für schlechte Zeiten (die niemals kommen). Zum anderen kann dein Körper aus Zucker viel schneller Energie herstellen als aus Fett.

Its all about energy! Es dreht sich alles um Energie in deinem Körper.

Wir brauchen Energie in jeder Sekunde unseres Lebens. Hergestellt wird sie in deinen Körperzellen – in den Mitochondrien. Das sind winzig kleine Kraftwerke, in denen die Energiewährung ATP Adenosintriphosphat hergestellt wird.

Der Brennstoff: Zucker oder Fett. Kommt Zucker als Brennstoff in der Zelle an, braucht dein Körper bildlich gesprochen „nur kurz ein Streichholz“ dranhalten und wusch: Energie! Aus KH/Zucker/Glukose kann dein Körper also ohne großen Aufwand Energie zaubern. Da sich alles in unserem Körper um Energie dreht, spart er am liebsten auch dann Energie, wenn er sie herstellen muss.

 

Gehirn und Immunsystem sind auf Glukose angewiesen!

 

Glukose hat dann auch noch die Besonderheit, dass sie in großen Mengen gebraucht wird: Tagsüber verputzt das Gehirn eine ganz Menge. Nachts das Immunsystem. Für das, was Gehirn und Immunsystem leisten, muss dieser schnell verfügbare Energiebaustein Glukose zuverlässig zur Verfügung stehen.

 

Wie der Körper aus Fett und Muskeleiweiß wertvolle Glukose bastelt!

 

Und tatsächlich KÖNNTE dein Körper das auch mit Fett hinbekommen. Eine kleine Vorsichtsmaßnahme, falls mal kein Zucker zur Verfügung steht. Dafür müsste er jetzt quasi in den Keller (Bauch, Beine, Po) gehen, wo das Fett gelagert wird.

Er muss das Fett aus dem Keller nach oben tragen, das dauert. Doch bisher ist das nur Fett. Um daraus Glukose zu machen, muss er noch ein bisschen Eiweiß darunter mischen. So! Jetzt haben wir wieder Glukose. Aber meine Güte, was für ein Akt. Es dauert länger und ist viel, viel anstrengender, als sich einfach am Zucker aus der Nahrung zu bedienen.

Wenn du jetzt dein Körper wärst! Welchen Energiebaustein würdest du bevorzugen? Den Zucker, der über die Nahrung reinkommt, der direkt in die Zellen gebracht werden kann, um da in Nullkommanix Energie draus zu machen? Gleichzeitig werden die wertvollen Reserven gespart.

Oder würdest du lieber den Umweg gehen: Fett raufkarren, mit Eiweiß mischen, um Gehirn und Immunsystem zu versorgen?

 

Dein Körper möchte auch beim Energieherstellen noch Energie sparen!

 

Genau! Das mit dem Zucker über die Nahrung schmeckt super und geht viel schneller. Also her mit dem süßen Zeug. Evolutionär gesehen, war es mal wichtig, dass wir den Geschmack süß Klasse fanden!

Denn das bedeutete, dass wir Zucker gefunden haben (früher ausschließlich in Knollen, Wurzel, Früchten) und unsere Reserven für den nächsten Winter schonen konnten.

Zurück zum Apfel, der gerade in deinem Mund gelandet ist. Die Zunge hat den Apfel zum Darm geschickt, damit der den Zucker auspackt. Das Gehirn, der oberste Chef im Körper, passt u. a. darauf auf, dass dein Blutzuckerspiegel in einem optimalen Bereich bleibt.

Wir brauchen ungefähr 1 gehäuften Teelöffel (!) Zucker im Blut. Vor allem das, was darüber hinausgeht, kann lebensgefährlich werden. Deshalb ist dein Gehirn immer in Habachtstellung, wenn der Blutzuckerspiegel im Blut ansteigen könnte.

 

Hauptverantwortlich ist die Bauchspeicheldrüse!

 

Die engste Mitarbeiterin in der Abteilung Blutzuckerspiegel ist die Bauchspeicheldrüse. Immer, wenn Zucker reinkommt, egal ob aus einem Apfel oder Apfelkuchen, gibt das Gehirn der Bauchspeicheldrüse Anweisungen. Beim Apfel ist das Gehirn sehr gechillt und sagt zur Bauchspeicheldrüse:

„Hallo Bauchspeicheldrüse! Die Zunge hat mir gerade Zucker gemeldet, der noch in Apfelzellen eingepackt ist. Der Apfel ist auf dem Weg zum Darm. In ca. 60 Minuten wird unser Blutzuckerspiegel leicht ansteigen. Sieh bitte zu, dass das, was über einen gehäuften Teelöffel hinaus geht, aus dem Blut raus und in die Körperzellen gebracht wird. Und falls du dann noch was übrig hast, pack es bitte in die Zuckerspeicher in Muskulatur und in der Leber – falls da noch Platz ist.“

Deine Bauchspeicheldrüse hat eine ganze Mannschaft von Mitarbeiter: innen: das Insulin. Insulin ist ein Hormon, ein Botenstoff und wird in einem kleinen Teil der Bauchspeicheldrüse (Langhannssche Zellen) in dem Moment produziert, in dem Zucker in den Körper kommt.

 

Glukose ist der Lieblingsbrennstoff deines Körpers!

 

Die Bauchspeicheldrüse sieht zu, dass Insulin ausschwärmt und als Botenstoff die Nachricht an die Körperzellen übermittelt: Hallo, liebe Körperzellen, ich hab hier euren Lieblingsbrennstoff für euch. Macht die Türen auf und holt ihn euch! Die Türen gehen auf. Kleine Zuckertransporter (Glukosetransporter) nehmen den Zucker auf, der Blutzuckerspiegel sinkt.

Der Zucker aus dem Apfel lässt den Blutzuckerspiegel nur sehr langsam ansteigen. Ich habe diesen Zucker deshalb Schneckenzucker getauft. Der Blutzuckerspiegel steigt im Schneckentempo an. Langsam, gechillt und freundlich. Es ist ein bisschen Insulin für eine kurze Zeit im Blut.

 

Ist es egal, wie viele Äpfel ich esse?

 

Wir können ca. 60 g KH pro Stunde bzw. Mahlzeit verpacken. Ein kleiner Teil bleibt im Blut, ein Teil wird in die Körperzellen geschleust. Mit dem, was jetzt noch übrig ist, werden die Notfallspeicher in Leber uns Muskulatur aufgestockt. Wenn du einen Sprint ansetzt, um die Bahn noch zu erreichen, wird in Sekundenschnelle Zucker gebraucht, der ist jetzt in der Muskulatur vorhanden. Und wenn es irgendwo anders zu einem Zuckerengpass kommt, also schnell Zucker gebraucht wird, kann auch die Leber aushelfen. 

Doch in Leber und Muskulatur passt nicht viel rein. Das was nicht reinpasst und das was über die rund 60 g KH kommt, wird nicht einfach ausgeschieden. Ist ja wertvolle Energie! Sondern zur Leber transportiert, die daraus Fettmoleküle macht (Triglyceride). Die Fettmoleküle kommen, du ahnst es schon auf die Hüften. Für schlechte Zeiten. Ein mittelgroßer Apfel hat rund 20 g KH. Bei drei Äpfeln auf einmal gegessen oder in einen Smoothie geschmissen, wird es jetzt schon knapp. Hinzu kommt natürlich der Zucker,  den du sonst noch so in deiner Mahlzeit hast. Die KH Speicher in der Muskulatur leeren sich übrigens wunderbar über Bewegung.

 

Zusammenfassung

 

Noch mal zusammengefasst: Der Apfel kommt rein! Die Zunge meldet Schneckenzucker und schickt die zerkauten Apfelstücke zum Darm. Der Darm packt den Zucker aus. Das dauert eine Weile.

Deshalb ist das Gehirn, was den Blutzuckerspiegel angeht, auch ganz gechillt. Es informiert die Bauchspeicheldrüse, dass der Blutzuckerspiegel demnächst mal ein wenig ansteigen wird. Die Bauchspeicheldrüse produziert ein bisschen Insulin. Insulin sorgt dafür, dass das, was über einen gehäuften Teelöffel hinausgeht, in die Körperzellen geschleust wird.

Es dockt kurz an den Zellen an und vermittelt die Botschaft: Türen auf Zucker aufnehmen. Der Blutzuckerspiegel, der nach dem Apfel sowieso kaum angestiegen ist, sinkt wieder auf ein gesundes Maß. Langsam und gechillt. Es war ein bisschen Insulin für einen kurzen Zeitraum im Blut. Tangiert das die Fettverbrennung?

So gut wie gar nicht. Bein ein paar Äpfeln mehr wird Der Zucker, der nicht mehr in die Körperzellen passt, wird entweder in die Notfallspeicher Leber und Muskulatur gebracht. Wenn die voll sind zur Leber, die den Zucker in Fettmoleküle umwandelt und auf die Hüften packt.

Übrigens sehr viel weniger Zucker als in Obst findest du in Salat und Gemüse. Davon kannst du essen, bis du platzt. Damit auf über 60 g KH zu kommen ist echt schwer. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass du gar nicht auf Kohlenhydrate verzichten musst, wie immer alle sagen. KH gibt es auch in gesunder Nahrung. Ich finde den Gedanken recht beruhigend.

Noch viel spannender wird es, wenn wir uns das alles am Beispiel Apfelkuchen ansehen. Denn jetzt kommt eine Zuckerart hinzu, die diese ganzen Abläufe ganz schön durcheinanderwirbelt. Und für ordentlich Speck auf den Hüften sorgt. Freu dich also auf eine hochinteressante nächste Episode.