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Mehr InformationenViele Frauen denken, ständiger Hunger sei ein Zeichen von mangelnder Disziplin. Doch dahinter kann ein rein biologischer Mechanismus stecken. Hunger und Sättigung werden nämlich hormonell gesteuert, unter anderem durch das Hormon Leptin. Und genau dieses Hormon kann aus dem Gleichgewicht geraten. Schauen wir uns an, was Leptin ist und wie es aus dem Gleichgewicht geraten kann, sodass dein Gehirn das „Ich bin satt“-Signal nicht mehr hört.
Was ist Leptin?
Stelle dir das wie eine Tankanzeige vor: Wenn genug Energie gespeichert ist, steigt der Leptinspiegel an. Das Gehirn erhält die Information, dass keine weitere Energie in Form von Nahrung benötigt wird, und das Sättigungsgefühl wird ausgelöst.
Dein Körper ist evolutionär noch immer darauf programmiert, dich vor dem Verhungern zu schützen. Über Millionen von Jahren war Nahrung nicht jederzeit verfügbar. Es gab harte Winter und lange Phasen mit wenig Essen. Deshalb überwacht dein Körper bis heute ständig, wie viel Energie aufgenommen wurde, wie viel Energie noch gespeichert ist und ob möglicherweise ein Energiemangel droht. In diesem Fall wird das Hungergefühl ausgelöst.
Wo wird Leptin gebildet?
Leptin wird vor allem in den Fettzellen gebildet.¹ Eigentlich müsste das bedeuten: Je mehr Fettzellen vorhanden sind, desto mehr Leptin wird produziert – und desto stärker sollte auch das Sättigungsgefühl sein. Deshalb glaubten Wissenschaftler früher, dass man Übergewichtigen einfach Leptin spritzen könne, damit sie weniger Hunger haben. Doch genau das funktionierte nicht. Das Problem bei Übergewicht ist nämlich meist kein Mangel an Leptin, sondern dass das Gehirn die Botschaft „Ich bin satt“ nicht mehr richtig wahrnimmt.
Was ist eine Leptinresistenz?
Stell dir vor, du bist stundenlang in einer Diskothek mit ohrenbetäubend lauter Musik. Wenn du später nach Hause kommst, hörst du plötzlich alles dumpfer. Deine Ohren sind überreizt. Ähnlich kann man sich das bei hormonellen Signalen vorstellen. Werden Nervenzellen ständig mit derselben Botschaft bombardiert, reagieren sie irgendwann weniger empfindlich. Durch zu viele Fettzellen wird chronisch zu viel Leptin produziert.
Die Nervenzellen im Gehirn werden ständig mit dem Signal „Du bist satt” konfrontiert. Du bist satt. Du bist satt.“ Und irgendwann reagieren sie immer weniger darauf. Das Gehirn nimmt das Signal nicht mehr richtig wahr. Du hast mehr als genug Energie gespeichert, doch dein Organismus bekommt diese Information nicht mehr zuverlässig mit.
Insulin, das Fettspeicherhormon!
Hier wird die Verbindung zu Insulin wichtig. Wenn dauerhaft viel Zucker gegessen wird, steigt der Insulinspiegel immer wieder an. Insulin sorgt unter anderem dafür, dass überschüssige Energie verstärkt in den Fettzellen gespeichert wird. Dadurch entstehen nicht nur größere Fettdepots, sondern auch mehr Fettzellen. Und genau diese Fettzellen produzieren wiederum Leptin. Das Gehirn wird nun dauerhaft mit hohen Leptinspiegeln konfrontiert. Die Nervenzellen reagieren zunehmend schlechter auf das Sättigungssignal.
Das Sättigungsgefühl fördern!
Schon kleine Schritte können dazu beitragen, die Hunger- und Sättigungssignale wieder zu stabilisieren. Besonders wichtig ist es, starke Blutzuckerschwankungen zu reduzieren. Denn jedes Mal, wenn der Blutzucker stark ansteigt, wird vermehrt Insulin ausgeschüttet. Insulin sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert wird und dass überschüssige Energie in den Fettzellen gespeichert wird. Bleibt der Insulinspiegel dauerhaft erhöht, wird die Fettverbrennung gehemmt.
Auch Schlaf spielt eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass Schlafmangel die Regulation von Hunger- und Sättigungshormonen beeinflussen kann. Dabei sinkt häufig das Sättigungshormon Leptin, während das Hungerhormon Ghrelin ansteigt. Viele Menschen verspüren nach kurzen oder schlechten Nächten deutlich mehr Appetit und stärkeren Heißhunger, insbesondere auf schnelle Kohlenhydrate und Zucker.
Bewegung kann ebenfalls helfen, das Hormonsystem zu regulieren. Sie verbessert unter anderem die Insulinsensitivität, unterstützt den Fettabbau und wirkt sich positiv auf viele hormonelle Prozesse aus.
Fazit
Leptin ist ein geniales Schutzsystem deines Körpers. Es signalisiert deinem Gehirn, dass genügend Energie vorhanden ist und du satt bist. Problematisch wird es jedoch, wenn über Jahre hinweg immer mehr Fettzellen entstehen und der Körper dauerhaft hohen Leptinspiegeln ausgesetzt ist. Genau deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Fettzellen nicht überhandnehmen.
Stabile Blutzuckerwerte, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und eine natürliche Ernährung mit ausreichend Eiweiß, guten Fetten sowie Kohlenhydraten aus Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten und Obst können dabei helfen, dein empfindliches Hormonsystem im Gleichgewicht zu halten und eine Leptinresistenz idealerweise gar nicht erst entstehen zu lassen.
QUELLEN
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- Friedman JM. Leptin and the regulation of body weight. Keio J Med. 2011;60(1):1–9. https://doi.org/10.2302/kjm.60.1
- Taheri S, Lin L, Austin D, Young T, Mignot E. Short sleep duration is associated with reduced leptin, elevated ghrelin, and increased body mass index. PLoS Med. 2004;1(3):e62. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.0010062
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