Wie lange dauert abnehmen?

Im 2. Teil zum Thema Haarausfall bei Frauen geht es wieder um drei sehr spannende Ursachen. 

Mir ist es wichtig, dass ich das Thema in der Tiefe durchdringt und ganzheitlich betrachtet. Was nützt es, wenn wir die Hormone der Wechseljahre in Balance bringen, wenn uns dann der Darm oder die Gene dazwischenfunken. 

Zur Erinnerung: Es kommen meist mehrere Gründe zusammen. Wir dürfen das Thema Haarausfall also nicht nur ganzheitlich betrachten, sondern auch ganzheitlich lösen. 

Im letzten Teil haben wir uns bereits vier Ursachen für Haarausfall angesehen: 

  • Erblich bedingter Haarausfall
  • Die autoimmune Störung „Kreisrunder Haarausfall“
  • Haarausfall durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse
  • Stressbedingter Haarausfall

Heute geht es um drei weitere Gründe:  

  • Haarausfall durch Mangelernährung
  • Haarausfall durch eine Dysbalance im Darm 
  • Haarausfall durch Hormonverschiebungen in den Wechseljahren

Kleine Erinnerung:

Wir bemerken Haarausfall an mehr Haaren im Abfluss der Dusche, in der Haarbürste, auf dem Kopfkissen. Doch: 100- 150 Haare pro Tag verlieren, ist normal. Es kann auch eine Phase sein! 

Haarwachstum ist kein kontinuierlicher Prozess, sondern folgt immer wiederkehrenden Zyklen. Die Produzenten deiner Haare sind die Haarfollikel unter der Kopfhaut. Das sind winzige Strukturen, die das Haar in der Kopfhaut verankern.

Sie alle haben ihre eigene biologische Uhr – und wenn sie abläuft, fällt das Haar aus. Ein neues kann wachsen. Dein Haarwuchs verläuft nicht synchron, sondern zeitlich verschoben.

 

Die drei Stufen des Haarwachstums

 

Die Wachstumsphase

  • Über die Haarzwiebel ist das Haar in der Kopfhaut verankert. Sie ist der kugelige Teil der Haarwurzel.
  • Von unten in die Zwiebel hinein ragt ein gut durchblutetes Knötchen, die Haarpapille. Ihre feinen Blutgefäße versorgen die Haarzellen mit Nährstoffen für die Zellteilung, sodass an der Grenze von Haarpapille und Haarzwiebel ständig neue Haarzellen entstehen.
  • Die neuen Zellen schieben die alten immer weiter hoch. Damit entfernen sich die älteren Zellen von der Papille und werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt.
  • Diese Haarzellen verhornen in der Haarmatrix. So entsteht das Haar, gebildet aus stabilen Hornzellen – dem Keratin.
  • Das Haar schiebt sich immer weiter nach oben durch den Haarkanal und die Kopfhaut: Der Teil, den wir sehen, nennt sich Haarschaft.

Je länger diese Phase dauert, desto länger wird das Haar. Bei Kopfhaaren liegt die Wachstumsphase im Durchschnitt bei drei bis sechs Jahren. 80 Prozent aller Kopfhaare befinden sich in dieser ersten Phase. 

Die Übergangsphase

Hat das Haar seine maximale Länge erreicht, stellt sich der vorprogrammierte Zelltod ein: Die Nährstoffversorgung nimmt ab und die Zellteilung verlangsamt sich. Innerhalb von zwei Wochen schrumpft der Haarfollikel, löst sich die Haarpapille bis auf einzelne Zellen fast vollständig auf und verhornt der Follikel.

Die Ruhephase

In den folgenden zwei bis vier Monaten hört das Haar komplett auf, zu wachsen. Es wandert hoch zur Oberhaut und kann nun leicht ausfallen, da es nicht mehr fest in der Kopfhaut verankert ist.

Gegen Ende der Ruhephase wächst im selben Haarkanal bereits das nächste Haar: Die Haarpapille kann die restlichen verbliebenen Zellen mit Nährstoffen versorgen, damit sie sich teilen – und ein neues Haar entwickeln kann.

Deshalb mein Tipp: Beobachte das mal 4-8 Wochen. Wenn es dann nicht besser wird, würde ich es auf jeden Fall abklären lassen.

 

Grund Nr. 5: Mangelernährung

Damit meine ich einen Mangel an Mikro- und Makronährstoffen. Makronährstoffe Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate. Mikronährstoffe: Vitamin, Mineralstoffe, Spurenelemente.

Jetzt denkst du vielleicht: Bitte? Mangelernährung? Wir leben hier im Überfluss, wie kann es da zu einer Mangelernährung kommen. 

Nun ja, das passiert ganz schnell, wenn wir statt Gemüse, Salat und Obst eher Reis und Nudeln auf dem Teller haben. 

Wenn ich mir die Ernährungstagebücher meiner Teilnehmerinnen ansehe, bevor wir mit dem Coaching starten, sind Gemüse und Salat in Mikromengen auf dem Teller und damit landen auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in Mikromengen im Organismus. 

Womit soll der Körper jetzt schöne Haarzellen bauen? Hinzu kommen evtl. fehlende Makronährstoffe wie Eiweißbausteine und gute Fette. 

Ich denke jetzt gerade an die Frauen, die noch Kalorien zählen und allein dadurch nicht an genügend Nährstoffe kommen. Wenn die paar Kalorien dann auch noch aus leeren Lebensmittel bestehen, na dann, Gute Nacht. 

Deine Haare brauchen Nährstoffe. Ohne sie bleiben deine Haarwurzeln und Haarfollikel unterversorgt, du beschleunigst ungewollt deinen Haarzyklus. Was dann zu Haarausfall führen kann.

 

Welche Nährstoffe unsere Haarzellen besonders brauchen:

 

Vitamine

Aus dem Vitamin B-Komplex vor allem Vitamin B5, B12, Folsäure und Biotin, die Vitamine C, D, E, der Mineralstoff Zink, die Spurenelemente Selen und Jod. Und ja, all diese Nährstoffe brauchen wir natürlich auch für viele andere Abläufe im Körper!

Gerade Vitamine sind essenziell! Dein Körper ist drauf angewiesen, dass du sie zu dir nimmst. Er braucht sie für fast alle Stoffwechselvorgänge im Körper. Du kannst Vitamine (bis auf eine Ausnahme, Vitamin D) nicht selbst nicht synthetisieren und nur begrenzt speichern.

Du musst also drauf achten, dass du dich täglich gut mit ihnen versorgst.

 

Vitamin-B-Komplex

Die Vitamine der B-Gruppe sind deshalb so wichtig für das Haarwachstum, weil sie die Haarwurzeln stimulieren. Sie fördern die Zellteilung und geben dem Haar ein gesundes, geschmeidiges Aussehen. B-Vitamine regulieren die Talgproduktion und beugen Entzündungen an der Kopfhaut vor.

Bei meiner Recherche bin ich immer wieder auf das B-Vitamin Biotin gestoßen, ein Biotin Mangel hat besonders gravierende Auswirkungen auf die Haargesundheit. Es wird auch als B7 oder Vitamin H bezeichnet.

Dein Organismus braucht Biotin, um Keratin herzustellen. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin! Biotin sorgt übrigens nicht nur für ein gesundes Haarwachstum, sondern auch für tolle Nägel.

Vitamin A (Retinol) 

So wie die B-Vitamine die Talgproduktion regelt, kurbelt Vitamin A sie an! Vitamin A schützt die Kopfhaut und damit auch die direkt darunter liegenden Haarfollikel vor dem Austrocknen. 

Du findest Vitamin A in Lebensmitteln mit Beta-Carotin wie Möhren, Spinat, Spinat, Brokkoli, Grünkohl und Fenchel.

Um Vitamin D ging es hier schon oft. Hör dir dazu gerne noch mal die Episoden 151 & 152 mit Raimund von Helden an.

Vitamin D ist kein Vitamin, sondern ein Hormon. Es ist an unzähligen Mechanismen im Körper beteiligt. Rund 300. Es überbringt Nachrichten über Andockstellen der Haare, sorgt so für die Versorgung der Follikel und unterstützt die Stoffwechselaktivität in den verschiedenen Wachstumsphasen.

Vitamin C

Vitamin C ist ein wichtiges Antioxidantien und schützt deine Zellen vor freien Radikalen (giftige Stoffwechsel-Produkte) und. Vitamin C unterstützt die Kollagenbildung.

Kollagen ist eine Gruppe von Proteinen, die am Aufbau von Haut, Knochen, Sehnen, Knorpel, Blutgefäße, weiteren Orgappnen und auch Zähnen beteiligt sind. Es macht etwa 1/3 der Struktur-Proteine unseres Körpers aus.

Kollagen hält deine Haut gleichtzeit straff und elastisch. Das unterstützt das Bindegewebe um deine Haarfollikel und hilft ihnen, sich in der Kopfhaut zu verankern.

Hinzu kommt, dass diese Haarproduzenten auf die im Kollagen enthaltenen Aminosäuren (Eiweiße, insbesondere Lysin) angewiesen sind, um Keratin zu bilden.

Vitamin E (Tocopherol)

Genau wie Vitamin C zählt Vitamin E zu den Antioxidantien, die deine Zellen vor oxidativen Schäden und Entzündungen bewahren. So schützt es das Haar zum Beispiel vor Luftverschmutzung und starker Sonneneinstrahlung.

Zink

Genau wie Vitamin A benötigt dein Körper Zink für die Bildung von Keratin. Deshalb kann ein Zink-Mangel zu einem Vitamin-A-Mangel führen, denn Zink sorgt dafür, dass sich Vitamin A an Proteine binden und transportiert werden kann. Dazu gibts bereits ausführliche Podcast-Episode inklusive Blogartikel zum nachlesen: Folge 202 & Folge 203

Selen

Gemeinsam mit Vitamin E schützt Selen die Kopfhaut vpor verschiedenen toxischen Metallen (wie Quecksilber oder Cadppmium). Anti-Schuppen-Shampoos enthalten oft Selen. 

Dazu findest du tolle Tipps in meinem ISS DICH GLÜCKLICH! Einkaufsguide. Lade ihn dir am besten gleich HIER für 0€ herunter.

Jod

Jod unterstützt die Funktion der Schilddrüse, Hormone freizusetzen, die das Haarwachstum regulieren. Deshalb ist Haarausfall ein häufiges Symptom eines Jodmangels.

Ist es jetzt unglaublich kompliziert, all diese Nährstoffe aufzunehmen? Nein! Über eine frische, natürlich Ernährung kriegst du das richtig gut hin. Tipp: Lade dir den ISS DICH GLÜCKLICH! Einkaufsguide runter.

 

Grund Nr. 6: Dysbalance im Darm

Kann der Darm nicht optimal arbeiten, können Nährstoffe nicht optimal aufgenommen werden. Damit sind wir wieder bei der Mangelernährung. 

Im Endeffekt bedeutet es, dass du eventuell ausreichend Nährstoffe zu dir nimmst, diese aber nicht ankommen, wo sie ankommen sollen. 

Was unterstützt den Darm? Eine frische, natürliche Ernährung. Clean Eating! Also der Verzicht auf z.B. Zucker, Fertigprodukte, schlechte Fette und Alkohol. Um mal die üblichen Verdächtigen zu nennen. 

Muten wir unserem Darm zu viel „Müll“ zu, beeinflusst das die Darmflora negativ, die Darmschleimhaut verändert sich. Ein schlecht funktionierender bzw. kranker Darm hat nicht nur Probleme mit der Aufnahme wertvoller Nährstoffe.

Es können sich auch Bakterien und Pilze vermehren und Giftstoffe produzieren. Du kannst dir sicher vorstellen, dass sich dies alles nicht gerade positiv auf deine Gesundheit, deine Haut und damit u.U. auch auf das Haarwachstum auswirkt. 

Es ist leicht, deinen Darm glücklich zu machen! Er steht vor allem auf Gemüse, Salat, Kräuter, Gewürze und Tee. Iss so variantenreich und bunt wie möglich. Sieh zu, dass du möglichst viele Farben auf deinem Teller hast.

 

Grund Nr. 7: Hormonchaos in den Wechseljahren

Haarausfall ist eine bekannte Begleiterscheinung in den Wechseljahre, ca. ein Drittel der Frauen ist betroffen. 

Während der verschiedenen Phasen der Wechseljahre, die bereits Ende 30 losgehen können, kommen die Geschlechtshormone aus der Balance. Zuerst verschwindet Progesteron. Östrogen kommt in deine Dominanz. 

Später verabschiedet sich auch Östrogen aus unserem Hormonsystem. 

Es gibt noch ein weiteres Hormon, dass auch bei uns Frauen anwesend ist: Testosteron, das männliche Geschlechtshormon. Wenn der Hormonspiegel ins Schwanken gerät, verändert sich das Verhältnis der männlichen zu den weibliche Hormonen. Unter anderem kann es dadurch zu Haarausfall kommen.

Es hat Ähnlichkeit mit Grund Nr. 1 in der letzten Episode, in der das Enzym Amylase zu wenig produziert wird und Testosteron nicht ausreichend in Östrogen umgewandelt wird. 

Grundsätzlich setzten die absinkenden Hormonspiegel den Haaren zu und beeinflussen die Qualität der Haarfollikel. Östrogen stimuliert das Haarwachstum. Weniger Östrogen kann für dünner werdendem Haar bis hin zu Haarausfall sorgen. 

Blöd ist, dass im Alter auch der Kollagenspiegel absinkt. Um Kollagen ging es beim Punkt Mangelernährung und dem Vitamin C. Kollagen, das dem Haar die Struktur gebende Protein sorgt für Festigkeit und Elastizität. 

Die Haarwurzeln reagieren sehr empfindlich auf das Absinken von Östrogen. Je mehr Östrogen der Körper zur Verfügung hat, desto länger bleiben die Haare in der gerade beschriebenen Wachstumsphase.

Fehlt Östrogen gerät der Haarwachstumszyklus aus den Fugen. Die Haare wachsen langsamer nach und können nicht mehr die Haare ersetzen, die ausfallen. 

Weil durch den Rückgang der weiblichen Geschlechtshormone die männlichen Hormone Oberhand bekommen können, treten Veränderungen der Haarpracht auf,  die sonst bei Männern beobachtet werden: Die Kopfhaare werden dünner und weniger, dafür nimmt die Behaarung an Körperstellen wie Oberlippe, Kinn oder Brust zu. 

Übrigens: Zwar sinkt der Östrogenspiegel bei allen Frauen in den Wechseljahren, doch sind nicht alle von Haarausfall betroffen. Das liegt daran, dass Haarwurzeln anlagebedingt empfindlich auf männliche Hormone reagieren. Das haben wir ganz zu Beginn der letzten Episode besprochen: Genetisch bedingter Haarausfall. 

Im 3. Teil besprechen wir die Lösungen. 

Quelle: Liebscher & Bracht