Aktualisiert am

Langsam schließt sich der Kreis zu den Cholesterinepisoden. Im ersten Teil haben wir uns angesehen, warum das Nahrungscholesterin einen eher geringen Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat. Und an welchen Stellen im Körper Cholesterin gebraucht wird.

Im zweiten Teil haben wir auseinandergebröselt, warum Cholesterin in gut und böse unterteilt wird. Wir haben über die Cholesterin-Taxen-Flotte mit ihren Smarts und Minis gesprochen. Und festgestellt, dass wir sie alle brauchen. Nur dass sie in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen sollten. Wir haben uns Nahrungsmittel angesehen, die einen schlechten Einfluss auf die Blutfettwerte haben, wie die Transfettsäuren und der Raketenzucker.

In dieser Episode gehe ich darauf ein, welche Cholesterin Laborwerte wichtig sind, damit du dir ein gutes Bild machten kannst. Warum du dich mit dem Satz „Ihr Cholesterin ist zu hoch“ nicht abspeisen lassen musst. Und ich beantworte endlich die Frage: Wie viele Eier kannst du nach neuester Studienlage unbedenklich essen.

 

Die Sache mit den Cholesterin Laborwerten!

 

Lass uns mal schauen, was es dir nützt, wenn dir der Arzt deinen Gesamtcholesterinwert sagt? Also ein Wert, bei dem LDL und HDL einfach addiert werden?

Aus der letzten Episode weißt du schon, dass es auf das Verhältnis der beiden Cholesterin Taxen LDL und HDL zueinander ankommt. Noch mal zur Erinnerung: LDL verteilt Cholesterin von der Leber aus überall hin, wo es gebraucht wird. HDL sammelt überschüssiges Cholesterin wieder ein.

Du könntest sagen: Lieber Arzt, ich brauche beide Werte: HDL und LDL. Geben sie mir bitte eine Kopie der Laboranalyse. Dann kannst du dir das Verhältnis der beiden zueinander ausrechnen und bekommst ein aussagekräftiges Bild. Meine Empfehlung ist: Lass dir die Analyse seiner Blutwerte immer aushändigen. Sie stehen dir zu!

Ein konkretes Beispiel:

 

Um das Verhältnis LDL zu HDL auszurechnen, teilst die Zahl, die hinter dem LDL Wert steht, durch die Zahl die hinter dem HDL Wert steht. Zum Beispiel LDL 180 geteilt durch HDL 60. Das Verhältnis LDL zu HDL liegt genau bei 3.

Stell dir jetzt eine Skala vor, die so aussieht (findest du auch im Netz!):

  • Wenn der Mensch gesund ist und es keine Risikofaktoren gibt (Übergewicht, hoher Blutdruck, Diabetes, Fettleber, wenig Bewegung, Rauchen), sollte der Wert bei 3,5 bis 4 liegen.
  • Liegen Schädigung der Arterien oder gibt es weitere Risikofaktoren, sollte dieser Wert bei unter 3 liegen. Bei diagnostizierter Arteriosklerose unter 2.

In unserem Beispiel bist du im grünen Bereich, wenn es noch keine Veränderungen an deinen Gefässwänden gibt. Ich verlinke dir hierzu auch eine Infoseite für Prävention und Früherkennung von Arteriosklerose am Ende des Artikel.

Zurück zum Beispiel: Wir sind von einem LDL von 180 und einem HDL von 60 ausgegangen. Der Cholesterinwert liegt zusammenaddiert bei 240 mg/dl. Das ist ein Grenzwert! 241 wäre schon drüber. Der Arzt würde mir die gelbe Karte zeigen.

Mein Gesamtcholesterin lag bei einer letzten Messung bei 280 mg/dl (!) Jetzt würde ein Arzt richtig Alarm schlagen. Auf dem Laborzettel wird der Wert gleich mit drei Pluszeichen für „zu hoch“ angezeigt.

Ich hatte allerdings einen HDL von über 100, einen LDL von 180. 180 geteilt durch 100 gleich 1,8. Mein „guter“ HDL Wert gleicht den „schlechten“ LDL Wert aus. Du erinnerst dich: HDL sammelt Cholesterin wieder ein! Davon habe ich eine große Mannschaft im Blut. Wie ich es geschafft habe, meinen HDL so nach oben zu beamen? Ich hab da einen Verdacht! Doch dazu später.

Wir fassen zusammen: Der Grenzwert ab 40 Lebensjahren liegt bei 240 mg/dl. Liegt dein Wert wie bei mir bei 280 mg/dl, wird dir der Arzt evtl. sagen: Das ist viel zu hoch. Lassen Sie die Eier weg!

Als aufgeklärter Patient weißt du jetzt schon, dass es wichtig ist, wie sich deine Taxen-Kolonne zusammensetzt. Je nach Gesundheitszustand und Risikofaktoren kannst du dir ausrechnen, wo du ganz genau stehst.

 

Lass Vitamin-D messen!

 

Im ersten Teil der Cholesterinepisoden haben wir besprochen, dass Vitamin-D wichtig ist, um Cholesterin abzubauen. Es gibt ein Enzym, das gebraucht wird, um den Abbau von Cholesterin zu fördern. Dieses Enzym braucht Vitamin-D. Kein Vitamin-D, kein gut funktionierender Cholesterin Abbau.

Medikamente (Statine) bewirken, dass weniger Cholesterin produziert wird. Vitamin-D hilft dabei, dass Cholesterin wieder gut abgebaut wird. Ein komplett anderer Lösungsansatz, nicht wahr?

Auf die Sache mit dem Vitamin D reagieren Ärzte unterschiedlich. Die einen sind sehr aufgeschlossen, im besten Fall schlagen sie die Messung von sich aus vor. Die anderen könnten so was wie: „Alles Quatsch“ sagen. Lass dich davon nicht beirren. Der Vitamin-D Spiegel ist nicht nur hier wichtig. Es ist an zig weiteren Abläufen im Körper beteiligt. Ist also eine gute Idee, sich darum zu kümmern.

 

Was ist denn nun mit Eiern?


Haben Eier was mit einem erhöhten Cholesterinspiegel zu tun? Nicht wirklich! Wie schon im
ersten Teil besprochen wirkt sich das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin nur minimal auf den Cholesterinspiegel aus. Es kann zu individuellen Schwankungen kommen, ja! Das war es aber auch schon.

Und noch ein Hinweis: Ein Blutbild ist nur ein Foto. Eine Aufnahme, die in dieser Sekunde vom Blut gemacht wurde. Es macht also Sinn, ein Blutbild nach einer Weile noch mal gegen zu checken.

Unser Körper ist schlau! Er kann sich anpassen, indem er die eigene Cholesterinherstellung und die Aufnahme reguliert. Diese Mechanismen hängen auch von anderen Faktoren ab. Wenn es um unseren Körper geht, können wir nicht immer nach Schema F vorgehen. Cholesterin in Lebensmittel hat einen kleinen Einfluss. Blutfette und Ablagerungen in Blutgefäßen, die durch Nahrung entstehen (Zucker, Transfette) kommen durch die Hintertür rein.

Eine Aussage wie stark der Cholesterinspiegel durch das Essen einer cholesterinreichen Nahrung beeinflusst wird, die auf jeden Menschen passt, ist also so pauschal nicht möglich.

Als dein Coach würde ich mir ansehen: Was isst du sonst noch. Hast du viel ungesundes Zeug in deinen Mahlzeiten (Fertiggerichte, Transfettsäuren) – die HDL runterhauen. Oder viel Raketenzucker, der das Verhältnis HDL/LDL negativ beeinflusst.

Eier erhöhen das „gute“ Cholesterin!

 

Nach einer wissenschaftlichen Studie, die ich dir am Ende des Beitrag verlinke, erhöhen Eier das HDL! Das „hab dich lieb“ – das gute Cholesterin. Das ist der Knaller, oder? Eier erhöhen das Gesamtcholesterin, ja! Das liegt daran, dass sie dafür sorgen, dass es mehr HDL Taxen gibt. Die, die das Cholesterin wieder einsammeln.

 

Eier: Bio & Bruderhahn!

 

Ich empfehle Bio-Eier (38-40 Cent pro Ei) gerne als Bruderhahn Ei. Das heißt, du zahlst 4 Cent pro Ei extra, um die Bruderhahn Initiative zu unterstützen. Sie sorgt dafür, dass männliche Küken nicht getötet werden und neben ihren Schwestern aufwachsen dürfen. Eier sind eine sehr gute Quelle für eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe. Und sie sind ein toller Eiweißlieferant und machen außerdem schön satt. Ich denke, es gibt kaum ein vollkommeneres Lebensmittel als ein Ei.

Meine eigene Erfahrung: Ich esse regelmäßig Eier. Mein Gesamtcholesterin ist hoch. Weil mein HDL (das „gute“ Cholesterin) durch die Decke geschossen ist. Ich führe das in meinem Fall auf den Eierkonsum zurück. Gemixt mit ein paar anderen Dingen, die das Verhältnis HDL/LDL in Balance halten: frische, natürliche Nahrung. Wenig Raketenzucker. Das Verhältnis HDL/LDL liegt bei mir bei 1,8. Weit unter dem angestrebten Wert von 3,5 bis 4 bei einem gesunden Menschen.

 

Zusammenfassung dieser Episode: 

Um deinen Cholesterinwert gut einschätzen zu können, brauchst du den HDL und den LDL Wert. Falls du es genauer wissen willst, auch den OxLDL (oxydiertes LDL), das wir in der zweiten Episode besprochen haben. Nahrung, die Cholesterin enthält, hat einen geringen Einfluss auf die Blutfettwerte. Weil der Körper sich Cholesterin zu ca. 90 % selbst herstellt. Eier erhöhen nach neuesten wissenschaftlichen Studien das HDL.

Du kannst das Verhältnis HDL zu LDL negativ beeinflussen. Zum Beispiel, indem du Nahrung isst, die Transfettsäuren enthält.

Hast du zu viel Raketenzucker in der Nahrung, führt die veränderte Zuckerkonzentration im Blut dazu, dass Arterien anfälliger für Plaques werden. Dort kann sich u.a. Cholesterin ablagern. Das kommt aber nicht von den Eiern. Sondern von Süßigkeiten, süßen Getränken, Kuchen, Schokolade. Plus all dem Zucker, der sonst noch in der Nahrung ist.

 

Mein Fazit zum Cholesterin!

 

1 | Unser Körper ist auf Cholesterin angewiesen.

Bevor ich etwas einnehme, was die Produktion verhindert, würde ich persönlich zuerst alles versuchen, den natürlichen Abbau wieder zu fördern. Im ersten Teil habe ich kurz angerissen, dass Vitamin-D hier eine entscheidende Rolle spielt. Das Enzym, das Cholesterin abbaut, ist auf Vitamin-D angewiesen.

2 | Nur 10 % des Cholesterins, das im Organismus herumschwirrt, kann über Nahrung aufgenommen werden.

90 % produziert sich unser Körper selbst. Wenn es zu Ablagerungen in den Arterien kommt, haben weitere Risikofaktoren (Übergewicht, Fettleber, wenig Bewegung, zu viel Zucker in der Nahrung) Einfluss darauf.

3 | Nahrung hat hinten rum Einfluss auf den Cholesterinspiegel:

Transfettsäuren (Chips, Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Eis usw. ) haben einen negativen Einfluss auf das Verhältnis HDL zu LDL. Schnelle Kohlenhydrate (Raketenzucker in Chips, Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Eis, usw.) sorgen für ein ungünstiges Milieu im Blut, was die Wände der Arterien beschädigt. Hier können jetzt Plaques entstehen.

4 | Es gibt verschiedene Cholesterin Taxen.

Zum Beispiel HDL und LDL. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Wichtig ist, dass sie in einem guten Verhältnis zueinanderstehen. Was dafür sorgt, dass Cholesterin abgebaut werden kann.

5 | Neueste Studien haben gezeigt, dass Eier das „gute“ HDL Cholesterin erhöhen.

 

Noch was wichtiges zum Schluss!

 

Ich bin kein Arzt und kein Heilpraktiker. Ich bin keine Medizinerin. Doch ich habe mit der Ausbildung zum kPNI Coach (klinische Psycho-Neuro-Immunologie) von meinen Dozenten einen tiefen Einblick in die Mechanismen unseres Körpers bekommen. Das hat mich aufmerksam gemacht. Und aufgerüttelt.

Ich denke, dass es dir hilft, wenn du möglichst aufgeklärt durchs Leben gehst. Dich schlau machst. Nicht alles einfach hinnimmst. Ich finde unser Gesundheitssystem an einigen Stellen unglücklich. Die Ärzte müssen oft so handeln, wie sie handeln. Sie haben ihre Richtlinien. Umso wichtiger ist es, dass du hinterfragst. Dich erkundigst, wie Nahrung funktioniert. Wie dein Körper funktioniert.

Dieses ganze Ding mit den Eiern bin ich  vor vielen Jahren schon mit meinen Dozenten durchgegangen. Ich habe mit offenem Mund vor ihnen gestanden, als sie mir die Zusammenhänge erklärten. Und angefangen wieder Eier zu essen. Doch glaube mir: Ich hab das, was sie mir erklärt haben, alles hinterfragt und überprüft. Studien gelesen. Mit anderen Experten diskutiert. Und das Eier-Cholesterin Bild immer weiter zusammen gepuzzelt.

Wenn mich ein Kunde, eine Freundin, mein Vater heute fragt: Sag mal Daniela, wie ist es mich den Eiern. Sind die nicht schlecht fürs Cholesterin, würde ich es ihnen genauso erklären, wie ich es jetzt in diesen drei Blogcasts gemacht haben.