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Die Sache mit dem Diabetes Typ 2 ist meine Herzensangelegenheit. Ich sehe, wie Menschen schnurstracks auf diese Krankheit zulaufen. Es gibt leider eine Menge Folgeerkrankungen. Die einen dramatischen Ausgang haben können.

Die gute Nachricht ist: Die Krankheit reversibel ist. Umkehrbar. Du kannst wieder rauskommen aus der Nummer.

Doch dafür muss dir erst mal bewusst sein, wie schnell man da reinrutscht! Und was passiert, wenn du die Krankheit einfach so laufen lässt. Dich auf Medikamente verlässt, die Symptome bekämpfen. Aber nicht die Ursache.

Diabetes in Zahlen:

  • Zurzeit gibt es sieben Millionen Zuckerkranke in Deutschland.
  • Pro Jahr kommen mehr als 500.000 Neuerkrankungen hinzu.
  • Das sind rund 1500 Neuerkrankungen pro Tag.
  • Die Zahl der Neuerkrankungen bei Jugendlichen hat sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht.
  • Jede Stunde sterben drei Menschen an Diabetes.
  • Es gibt jedes Jahr 40.000 Amputationen durch Diabetes.
  • Jedes Jahr erblinden 2.000 Menschen neu durch Diabetes.
  • Diabetes erhöht das Schlaganfall-Risiko um das Doppelte bis Dreifache.

Es gibt einen jährlichen Diabetes Bericht. Im letzten steht, dass eine etwa 50-jährige weibliche Diabetes Patientin im Vergleich zu einer altersgleichen Frau ohne Diabetes eine um 5 – 7 Jahre reduzierte Lebenserwartung hat. Beim Mann 4 – 6 Jahre.

Die Frage dies sich mir gleichzeitig stellt: Wie sieht die Lebensqualität aus, wenn ich alt UND sehr krank bin? Das eine ist, früher zu sterben. Das andere, wie die letzten Jahre so aussehen. Es beginnt schleichend mit der sogenannten Insulinresistenz (die eigentlich schon ein Typ 2 Diabetes ist) und die man schlicht und ergreifend nicht spürt.

Kommen zu den wichtigsten Dingen, die du über Diabetes Typ 2 wissen solltest. 

Vor allem wenn du

  • übergewichtig bist
  • schlecht abnimmst
  • ständig zunimmst
  • eine Menge Raketenzucker isst 

Viel Stress, wenig Schlaf, wenig Bewegung machen das alles nicht besser!

1.) Du spürst nicht, dass du Zuckerkrank bist!

Es gibt keine Symptome. Diabetes Typ 2 wird rund 7 – 10 Jahre zu spät diagnostiziert. Der deutsche Diabetesbericht 2020 geht von einer Dunkelziffer von mindestens zwei Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland aus.

Wenn man dann noch neueste Literatur dazu liest und deshalb weiß, dass der Referenzwert des HbA1c Wertes mit 6,1 – 6,5 je nach Labor, zu hoch angesetzt ist – wird die Dunkelziffer sehr viel höher sein. Wenn Menschen sich von mir wegen ihres Übergewichtes coachen lassen, gibt es eine Frage im Check-up Bogen: Wurde in den letzten 6 Monaten der Blutzuckerwert gemessen? In 90 % der Fälle wird „nein“ angekreuzt.

Der Wert wird bis zu einem bestimmten Alter nicht routinemäßig gecheckt. Typ 2 Diabetes ist deshalb oft eine Zufallsdiagnose. Der Patient fällt aus allen Wolken, weil er plötzlich zuckerkrankt ist. Das hätte man schon viel früher checken können. Und mit weiteren aussagekräftigen Laborwerten (auf die wir noch kommen) untermauern können.

Ein Diabetes Typ 2 schleicht sich also heimlich, still und leise von hinten an! Kann viele Jahre unbemerkt bleiben. Der Körper merkt sich jede einzelne Überzuckerung („Zuckergedächtnis“) und präsentiert Jahre später die Folgen: Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen – besonders an Unterschenkeln und Füßen.

Eine gefürchtete Spätfolge ist der diabetische Fuß mit Geschwüren und nicht mehr heilenden Wunden. Es gibt 40.000 Diabetes bedingte Amputation pro Jahr in Deutschland! Die Symptome sind erst mal schlecht zuzuordnen:

  • Unwohlsein
  • Energielosigkeit,
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen

sind erste Anzeichen dafür, dass die aufgenommene Energie in Form von KH wegen einer Insulinresistenz nicht in den Körperzellen ankommt.

Doch gehst du deshalb zum Arzt?

2.) Die ersten Anzeichen die zeigen, dass es brenzlig wird! 

Diabetes Typ 2 wird auch die Zuckerkrankheit genannt. Ganz früher: honigsüßer Durchfluss. Als es noch keine Blutuntersuchungen und Labore gab, wurde der Nachweis der Krankheit durch Zucker im Urin nachgewiesen.

Ärzte haben den Urin ihrer Patienten probiert, um sicherzugehen, dass die Diagnose stimmt. Ist der Blutzucker im Blut zu hoch, weiß sich der Körper nicht mehr anders zu helfen, als den Zucker über den Urin raus zu kriegen.

Anzeichen von fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes:

  • häufiges Wasserlassen – ein verzweifelter Versuch des Körpers, den Zucker über die Nieren loszuwerden
  • ständiger Durst, weil du so viel Wasser lassen musst
  • Müdigkeit, Schwäche, Schwindel durch den Energieverlust in der Körperzelle
  • schlechtes sehen, weil in den Augen zunächst Wasser eingelagert wird, was die Optik trübt. Später kommen Verletzungen des Sehnervs hinzu.
  • trockene Haut, Juckreiz – durch den Wasserverlust
  • Hungerattacken – weil der Blutzuckerspiegel Achterbahn fährt
  • schlecht heilende Wunden, besonders an den Füßen, weil die Zuckerkonzentration im Blut die Wände der Arterien verändert.
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, weil die Nerven von Magen und Darm angeschlagen sind
  • Sodbrennen, weil kleinste Nervenschäden die Funktion der Speiseröhre einschränken.
  • Harnweginfekte, weil die Niere Zucker über den Urin abgibt. Was ein hervorragender Nährboden für Bakterien ist.

Im 2. Teil widmen wir uns den Laborwerten, die du bestimmten lassen kannst, um eine glasklare Diagnose zu bekommen. Ich gehe genauer auf die Folgeerkrankungen ein. Und gebe dir Impulse, wie du aus der Nummer wieder rauskommst.