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Mehr InformationenGibt es einen Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Körpergewicht? Und wie wirkt sich ein Eisenmangel auf unsere Gesundheit aus?
Genau über diese Zusammenhänge habe ich mit Dr. med. Maria Folk gesprochen. Maria ist Ärztin für ganzheitliche funktionelle Ursachenmedizin und hat eine privatärztliche Praxis in Leipzig. Sie hat zwei Bücher geschrieben: „Blutgeflüster“ und „Eisengeflüster“, das im November 2026 erscheint. Ich habe „Blutgeflüster“ gelesen und finde, dass es ein wunderbares Nachschlagewerk für alle ist, die sich intensiver mit ihren Blutwerten auseinandersetzen möchten.
Maria kennt Eisenmangel aus eigener Erfahrung. Bereits als Jugendliche waren ihre Eisenwerte schlecht. Viele Jahre später begann sie immer genauer zu hinterfragen, warum der Mangel bei ihr überhaupt entstand und warum er nicht dauerhaft verschwand.
Das Wichtigste aus dem Interview mit Dr. Maria Folk
- Ein Eisenmangel kann bereits bestehen, obwohl noch keine Blutarmut vorliegt.
- Eisen wird für den Sauerstofftransport und für die Energieproduktion in den Mitochondrien gebraucht.
- Maria sieht einen Zusammenhang zwischen Eisenmangel, Schilddrüsenfunktion, Grundumsatz, Erschöpfung und körperlicher Aktivität.
- Übergewicht kann nach Marias Erklärung über chronische Entzündungsprozesse und das Hormon Hepcidin den Eisenstoffwechsel beeinflussen.
- Zu den Beschwerden, die Maria häufig bei Eisenmangel sieht, gehören Müdigkeit, Erschöpfung, Haarausfall, Konzentrationsstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit, Frieren, Kurzatmigkeit und eine geringe körperliche Belastbarkeit.
- Zur Beurteilung des Eisenstatus empfiehlt Maria unter anderem Ferritin, CRP, Transferrin, Transferrinsättigung und ein kleines Blutbild. Den löslichen Transferrinrezeptor lässt sie ebenfalls gern bestimmen.
- Für Maria gehört zur Behandlung immer auch die Frage, warum der Eisenmangel überhaupt entstanden ist.
Wenn sich Erschöpfung irgendwann normal anfühlt
Maria war etwa 15 Jahre alt, als bei ihr zum ersten Mal schlechte Eisenwerte auffielen. Ihre Mutter, ebenfalls Ärztin, empfahl ihr damals klassische Eisentabletten. Maria nahm sie eine Weile, bekam Bauchschmerzen und Übelkeit und hörte wieder auf. Den Eisenmangel spürte sie damals noch nicht besonders stark. Sie kannte schließlich keinen anderen Zustand und empfand vieles deshalb als normal.
Einige Jahre später sah das anders aus. Mit ca. 20 Jahren merkte sie deutlich, dass ihre körperliche Belastbarkeit nicht zu ihrem Alter passte. Nach zwei Stockwerken Treppensteigen war sie völlig außer Atem. Ausdauersport fiel ihr schwer, obwohl sie keineswegs unsportlich war.
Ihre Mutter gab ihr schließlich eine Eiseninfusion. Danach erlebte Maria zum ersten Mal sehr deutlich, welchen Unterschied das Eisen machte: Plötzlich konnte sie zwei Stockwerke hochlaufen, ohne nach Luft zu japsen.
Rückblickend nennt Maria neben der Kurzatmigkeit auch Müdigkeit und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Gerade als junge Frau hatte sie diese Beschwerden aber lange nicht mit ihrem Eisenmangel in Verbindung gebracht.
Was ist Eisenmangel und wofür braucht der Körper Eisen?
Die meisten Menschen denken beim Eisen zuerst an Blut. Genau dort liegt laut Maria auch eine der wichtigsten Aufgaben: Eisen wird in das Hämoglobin eingebaut, unserem roten Blutfarbstoff. Hämoglobin sitzt in den roten Blutkörperchen und bindet Sauerstoff. Fehlt Eisen, kann irgendwann auch die Versorgung der roten Blutkörperchen leiden und eine Blutarmut entstehen. Ein Eisenmangel kann aber schon vorher vorhanden sein. Maria beschreibt im Interview ausdrücklich auch den Eisenmangel ohne Blutarmut.
Der Körper setzt die Versorgung des Blutes sehr weit oben auf seine Prioritätenliste. Andere Bereiche, in denen ebenfalls Eisen gebraucht wird, können deshalb schon früher betroffen sein. Dazu gehören die Mitochondrien. Das sind kleine Bestandteile unserer Zellen, in denen ATP gebildet wird – die Energie, die unser Körper unmittelbar nutzen kann. Maria erklärt, dass Eisen für diese Energieproduktion notwendig ist und die Mitochondrien bei einem starken Mangel entsprechend weniger leisten können.
Kann Eisenmangel das Abnehmen erschweren?
Maria erklärt den Zusammenhang vor allem über die Schilddrüse, den Grundumsatz und die Erschöpfung. Die Schilddrüse bildet unter anderem T4 und T3. T4 ist dabei die Ausgangssubstanz, aus der T3 gebildet wird. Maria beschreibt T3 als das aktive Schilddrüsenhormon, das für Energie und Wachheit eine wichtige Rolle spielt.
Nach ihrer Erklärung ist auch Eisen für die Umwandlung von T4 in T3 nötig. Bei einem starken Eisenmangel kann deshalb weniger T3 gebildet werden. Maria sieht darin einen möglichen Zusammenhang mit einer weniger gut arbeitenden Schilddrüse und einem niedrigeren Grundumsatz.
Und dann kommt die Erschöpfung dazu. Maria kennt selbst Phasen chronischer Erschöpfung, in denen bereits Duschen anstrengend war. Wer sich so fühlt, denkt kaum daran, ins Fitnessstudio zu gehen, Gewichte zu stemmen oder sich begeistert mehr zu bewegen.
Maria beschreibt deshalb zwei Punkte, die beim Körpergewicht zusammenspielen können: den Grundumsatz und die körperliche Aktivität. Wenn die Schilddrüse besser funktioniert, mehr Energie vorhanden ist und Bewegung wieder leichter fällt, beobachtet sie bei vielen Frauen auch, dass ihnen das Abnehmen leichter fällt.
Kann Eisenmangel Heißhunger fördern?
Diese Frage habe ich Maria gestellt, weil Erschöpfung und Energiemangel bei vielen Frauen auch mit dem Wunsch nach schneller Energie zusammenkommen. Maria glaubt, dass Eisenmangel dabei eine Rolle spielen kann, ordnet diesen Effekt aber ausdrücklich nicht als oberste Priorität ein.
Sie erklärt ihre Überlegung mit dem Energiemangel: Bei Frauen mit Eisenmangel sieht sie häufig auch ein niedriges ATP. Wenn der Körper dringend Energie verlangt, können schnelle Kohlenhydrate und Zucker besonders verlockend werden, weil sie schnell Glukose liefern. Maria beschreibt außerdem, dass es den Frauen nach solchen Lebensmitteln kurzfristig besser gehen kann. Gleichzeitig sieht sie darin einen möglichen Verstärker für die Blutzuckerachterbahn und eine bestehende Insulinresistenz.
Kann Übergewicht einen Eisenmangel begünstigen?
Maria sagt dazu klar, dass Übergewicht eine Rolle spielen kann. Es kann einen Eisenmangel auslösen, ihn verschlimmern oder dazu beitragen, dass er chronisch wird. Sie erklärt das über die chronisch stille Entzündung, die bei Übergewicht im Fettgewebe entstehen kann. Je größer das Fettgewebe wird, desto schlechter können die Fettzellen nach ihrer Erklärung mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Dadurch entstehen Entzündungsprozesse.
Und an dieser Stelle kommt Hepcidin ins Spiel. Maria nennt Hepcidin die Eisenschranke. Ist diese Schranke geschlossen, wird Eisen aus dem Darm schlechter aufgenommen – unabhängig davon, wie viel Eisen über Nahrung oder Tabletten zugeführt wird. Hepcidin wird unter anderem durch Entzündungen reguliert.
Maria erklärt diesen Vorgang als Schutzmechanismus des Körpers: Bei einem Infekt versucht er, Eisen aus dem Umlauf herauszuhalten, damit Mikroorganismen möglichst wenig davon zur Verfügung haben. Bei einer chronischen Entzündung läuft derselbe Mechanismus weiter, obwohl nicht unbedingt ein akuter Infekt dahinter steckt. Das erhöhte Hepcidin kann dann die Eisenaufnahme bremsen.
Welche Ursachen kann Eisenmangel haben?
Maria stellt bei Eisenmangel drei Fragen: Verbrauche ich zu viel? Kommt nicht genug an? Oder verliere ich Eisen? Und sie weist darauf hin, dass häufig nicht nur eine einzige Ursache dahintersteckt, sondern mehrere Faktoren zusammenspielen.
Eine wichtige Ursache für Eisenverlust ist die Menstruation, vor allem bei sehr starken oder häufigen Blutungen. Maria nennt dabei auch Myome und Endometriose. Weitere mögliche Blutverluste entstehen bei größeren Operationen, Schwangerschaften und Geburten. Auch unbemerkte Blutungen im Darm können eine Rolle spielen. Maria beschreibt als Beispiel kleine Blutungen aus Polypen, die im Stuhl kaum auffallen, über Jahre aber trotzdem zu einem relevanten Blutverlust führen können.
Dann kommt die Frage, wie viel Eisen überhaupt aufgenommen wird. Maria erklärt, dass tierisches Eisen vom Körper leichter aufgenommen werden kann als pflanzliches Eisen. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung muss deshalb stärker darauf geachtet werden, wie die Eisenversorgung aussieht. Auch Magensäure, Vitamin C und ein gesunder Darm spielen laut Maria für die Aufnahme eine Rolle.
Sie nennt außerdem Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und Zöliakie. Gerade eine Zöliakie kann sich nach ihrer Erfahrung lange verstecken. Maria hat in ihrer Praxis auch bei Menschen über 30 oder 40 eine Zöliakie diagnostiziert, obwohl vorher niemand daran gedacht hatte. Als weiteren möglichen Grund nennt sie eine chronische Immunaktivierung, beispielsweise bei stillen Entzündungen oder länger anhaltenden Infekten. Der Körper versucht dann, Eisen aus dem Umlauf herauszunehmen und in den Speichern zurückzuhalten.
Für Maria ist deshalb der Eisenmangel selbst ein Symptom. Sie möchte immer wissen, warum er entstanden ist. Wird nur Eisen gegeben, während die Ursache bestehen bleibt, kann der Mangel immer wieder zurückkommen.
Was bedeutet Eisenmangel nach den Wechseljahren?
Wenn die Menstruation aufgehört hat, fällt laut Maria eine wichtige Ursache für den Eisenverlust weg. Bei Frauen in den Wechseljahren würde sie deshalb andere mögliche Faktoren anschauen: Wie ernährt sich die Frau? Gibt es Magen-Darm-Probleme? Werden bestimmte Nahrungsmittel nicht gut vertragen? Gab es größere Operationen oder andere mögliche Blutverluste? Auch hier bleibt für Maria die Frage nach der Ursache entscheidend.
Kann Eisenmangel schon in der Schwangerschaft eine Rolle spielen?
Maria beschreibt Eisenmangel sogar als ein mögliches Generationsthema. Eine schwangere Frau, die selbst bereits einen Eisenmangel hat, kann ihrem Kind nach Marias Erklärung keine ausreichend großen Eisenreserven für die ersten Lebensjahre mitgeben. Sie erzählt dabei auch von ihrer eigenen Tochter. Maria hatte während ihrer Schwangerschaft schlechte Eisenwerte und geht deshalb davon aus, dass ihre Tochter ebenfalls nicht mit besonders großen Eisenreserven gestartet ist.
Welche Symptome können auf Eisenmangel hindeuten?
Müdigkeit und Erschöpfung nennt Maria als Klassiker. Hinzu kommen nach ihrer Erfahrung:
- Haarausfall
- Konzentrationsstörungen
- erhöhte Infektanfälligkeit
- starkes Frieren
- kalte Hände und Füße
- kalte Ohren oder eine kalte Nasenspitze
- Kurzatmigkeit
- eine ungewöhnlich geringe körperliche Belastbarkeit
Maria betont gleichzeitig, dass all diese Beschwerden auch andere Ursachen haben können. Haarausfall bedeutet also nicht automatisch Eisenmangel. Besonders auffällig findet sie, wenn die Erschöpfung nicht im Verhältnis zur Belastung steht. Wer nach wenigen Treppenstufen völlig außer Atem ist oder bei kleinen Anstrengungen ungewöhnlich schnell erschöpft, sollte nach ihrer Erfahrung auch an Eisen denken.
Warum „Ihr Eisenwert ist doch normal“ wenig aussagen kann
Maria erlebt häufig, dass beim Arzt lediglich das Eisen im Serum bestimmt wird. Das ist das Eisen, das in diesem Moment durch das Blut zirkuliert. Dieser Wert kann ihrer Erfahrung nach völlig in Ordnung sein, obwohl die Eisenspeicher schlecht gefüllt sind. Deshalb schaut sie nicht nur auf das Serumeisen. Entscheidend ist für sie unter anderem das Ferritin, also der Speichereisenwert.
Welche Blutwerte empfiehlt Dr. Maria Folk bei Eisenmangel?
- Ferritin
- CRP
- Transferrin
- Transferrinsättigung
- kleines Blutbild
Zusätzlich lässt sie gern den löslichen Transferrinrezeptor bestimmen. Diesen beschreibt sie als eine Art „Eisenecho“, das widerspiegelt, wie stark die Zellen nach Eisen rufen. CRP ist für Maria besonders wichtig, wenn Ferritin beurteilt wird. Ist CRP erhöht, kann nach ihrer Erklärung auch Ferritin erhöht sein und dadurch besser aussehen, als es dem tatsächlichen Eisenstatus entspricht.
Welcher Ferritinwert ist laut Dr. Maria Folk sinnvoll?
Maria unterscheidet im Interview klar zwischen Labor Referenzwerten und ihren Erfahrungswerten. Sie erklärt einen Referenzwert als Bevölkerungsmittelwert, der aus vermeintlich gesunden Menschen entsteht. Wenn viele Menschen bereits niedrige Werte haben, kann dadurch ein niedriges Niveau zum neuen Normal werden.
Beim Ferritin liegen die unteren Referenzwerte vieler Labore nach ihrer Aussage ungefähr bei 15, 20, 25 oder 30. Maria sieht einen gut gefüllten Eisenspeicher aus ihrer Erfahrung eher ab ungefähr 55 bis 60. Außerdem berichtet sie von einem Labor, das seinen Referenzbereich inzwischen sogar deutlich höher angesetzt hat.
Sollte man Eisen einfach auf Verdacht einnehmen?
Davon rät Maria ab. Sie betont, dass ein Eisenüberschuss für den Körper problematischer sein kann als ein Eisenmangel. Zu viel Eisen kann nach ihrer Erklärung oxidativen Stress verursachen und Zellstrukturen angreifen. Außerdem gibt es die Hämochromatose, eine Erkrankung, bei der zu viel Eisen gespeichert wird. Ihr Prinzip lautet deshalb: Messen, handeln, messen. Sie würde Eisen nicht einnehmen, ohne vorher die eigenen Blutwerte zu kennen.
Welche Eisenpräparate empfiehlt Maria?
Maria selbst hat als Jugendliche klassische Eisentabletten wegen Bauchschmerzen und Übelkeit wieder abgesetzt. Heute arbeitet sie unter anderem mit liposomalem Eisen, sukrosomalem Eisen und Eisenbisglycinat. Diese Formen werden nach ihrer Erfahrung von vielen Frauen deutlich besser vertragen. Auch bei der Menge ist ihre Erfahrung klar: „Viel hilft viel“ funktioniert bei Eisen nicht.
Maria berichtet von Frauen, die 80, 100 oder 150 Milligramm Eisen am Tag einnehmen und trotzdem keine Verbesserung der Werte sehen. Sie erklärt das damit, dass hohe Mengen die Hepcidin-Schranke aktivieren können. Sie selbst arbeitet bei vielen Patientinnen lieber mit einer niedrigeren täglichen Menge und nennt im Interview ungefähr 30 bis maximal 40 Milligramm pro Tag. Nach drei bis vier Monaten kontrolliert sie vor allem Ferritin erneut und schaut, ob sich der Wert überhaupt verändert.
Welche Rolle spielt Lactoferrin?
Maria nutzt Lactoferrin gern zusammen mit einem Eisenpräparat. Sie erklärt es so, dass Lactoferrin die Aufnahme beziehungsweise den Transport des Eisens aus dem Darm unterstützen kann. Besonders bei empfindlichem Darm, Reizdarm oder chronischen Darmentzündungen setzt sie deshalb gern zusätzlich ein. Sie erwähnt außerdem, dass einige Präparate bereits Kombinationen aus Eisenbisglycinat, Lactoferrin und Vitamin C enthalten.
Ich persönlich habe Lactoferrin immer im Haus. Es hilft mir sehr, wenn ich einen Infekt (Erkältung, Grippe oder Blasenentzündung) bekomme. Ich kaufe es bei der Firma ARTGERECHT. Ich kenne die Gründer persönlich und weiß, dass sie großen Wert auf die Qualität ihrer Produkte legen. Mit dem Rabattcode „Issdichglücklich” erhältst du 10 % Rabatt auf deine erste Bestellung.
Wann kommt eine Eiseninfusion infrage?
Maria erklärt, dass Ärzte zunächst unterscheiden, ob neben dem Eisenmangel bereits eine Blutarmut vorliegt. Bei einem Eisenmangel ohne Anämie werden häufig zunächst Eisentabletten eingesetzt. Besteht bereits eine deutliche Blutarmut, kann eine Infusion eher infrage kommen. Auch wenn Tabletten nicht vertragen werden oder sich nach einigen Monaten in den Blutwerten nichts verändert, kann eine Infusion ein Thema werden.
Bei einem chronischen Eisenmangel sieht Maria außerdem häufig, dass eine einzelne Infusion nicht ausreicht. Sie berichtet von zwei, drei oder vier Infusionen in Folge, wenn eine größere Reserve aufgebaut werden muss. Parallel dazu bleibt für sie die Ursachensuche wichtig.
Wie lange dauert es, einen Eisenmangel auszugleichen?
Bei einem lange bestehenden Eisenmangel kann das lange dauern. Maria beschreibt, dass bei dauerhaft sehr niedrigen Ferritinwerten mit Eisentabletten Monate vergehen können, bevor sich deutlich etwas verändert. Sie spricht von mindestens neun Monaten und teilweise auch von ein bis zwei Jahren. Deshalb kontrolliert sie bei einer oralen Behandlung nach etwa drei bis vier Monaten zunächst, ob sich überhaupt etwas bewegt.
Nach einer Eiseninfusion empfiehlt sie, mit der Kontrolle ungefähr sechs Wochen zu warten. Wird zu früh gemessen, kann Ferritin nach ihrer Erklärung zunächst deutlich höher aussehen, als der Wert später tatsächlich bleibt. Wer schon lange mit Eisenmangel zu tun hatte, sollte die Werte nach ihrer Empfehlung weiterhin kontrollieren. Maria selbst misst ihre Werte etwa alle vier bis fünf Monate. Menschen mit einer entsprechenden Vorgeschichte empfiehlt sie mindestens eine jährliche Kontrolle.
Was kannst du bei Verdacht auf Eisenmangel tun?
Der erste Schritt ist eine Blutuntersuchung. Besteht überhaupt ein Eisenmangel und wie ausgeprägt ist er? Danach schaut Maria auf die Werte, die Beschwerden und darauf, ob bereits eine Blutarmut vorhanden ist. In den meisten Fällen beginnt sie zunächst mit einem oralen Eisenpräparat, das gut verträglich sein sollte. Nach drei bis vier Monaten kontrolliert sie, ob sich in den Blutwerten etwas verändert.
Wenn zunächst nichts passiert, gibt sie der oralen Behandlung je nach Situation noch weitere Monate. Bleibt der Erfolg aus, kann eine Eiseninfusion eine Möglichkeit sein. Und parallel dazu läuft bei ihr immer die Suche nach dem Warum: Woher kommt der Eisenmangel?
Häufige Fragen zu Eisenmangel und Abnehmen
Kann Eisenmangel das Abnehmen erschweren?
Maria sieht einen Zusammenhang vor allem über die Schilddrüse, den Grundumsatz und die Erschöpfung. Bei einem starken Eisenmangel könne weniger T3 gebildet werden. Gleichzeitig fehlt vielen Betroffenen die Energie für Sport und Bewegung. Maria erlebt bei Frauen, dass Abnehmen leichter fallen kann, wenn diese Faktoren sich verbessern.
Kann Übergewicht einen Eisenmangel begünstigen?
Laut Maria kann Übergewicht einen Eisenmangel mit auslösen, verschlimmern oder chronisch werden lassen. Sie erklärt das über chronische Entzündungsprozesse und Hepcidin, die sogenannte Eisenschranke, die die Eisenaufnahme im Darm drosseln kann.
Welche Blutwerte empfiehlt Dr. Maria Folk bei Verdacht auf Eisenmangel?
Maria nennt Ferritin, CRP, Transferrin, Transferrinsättigung und ein kleines Blutbild. Zusätzlich lässt sie gern den löslichen Transferrinrezeptor bestimmen.
Welchen Ferritinwert empfiehlt Dr. Maria Folk?
Maria sagt im Interview, dass ein guter Speichereisenwert, bei dem der Körper genügend Reserven hat, für sie ungefähr bei 55 bis 60 beginnt. Sie unterscheidet diesen Erfahrungswert ausdrücklich von den häufig deutlich niedrigeren Laborreferenzwerten. Das vollständige Interview mit Dr. med. Maria Folk kannst du dir im Podcast auch anhören. Dort hörst du alle Aussagen noch einmal direkt von Maria und erfährst ausführlicher, wie sie ihren eigenen Eisenmangel erlebt hat.
Mehr zu Dr. med. Maria Folk
Wenn du mehr über Maria, ihre Arbeit und ihre Themen erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen:
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